Gin & Tonic

Gin Mare & Fever-Tree Mediterranean Tonic Water (5/5)

5/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Gin Mare aus dem katalanischen Vilanova i la Geltrú und das Fever-Tree Mediterranean Tonic Water treffen aufeinander, weil Fever-Tree diese Tonic-Variante ausdrücklich als Reaktion auf den vom Gin Mare mitbegründeten "Mediterranean Gin"-Stil entwickelt hat. Statt auf Wacholder als Hauptakteur zu setzen, stellt die Familie Giró Ribot ihren Gin auf Basilikum, Rosmarin, Thymian und die namensgebenden Arbequina-Oliven, ergänzt um lang mazerierte Valencia- und Sevilla-Orangen. Fever-Tree wiederum entstand als deutlich milderer, blumig-kräuteriger Gegenpart zum eigenen, klassisch-herben Premium Indian Tonic – konzipiert für genau jene neue Generation kräuterbetonter New-Western-Gins, die mit einem chininstarken Tonic geschmacklich schlechter harmonieren. Auf der Produktseite des Gin Mare selbst wird das Fever-Tree Mediterranean denn auch neben dem hauseigenen 1724 Tonic Water als Empfehlung genannt. Für den Gin Mare ist es damit bereits die zweite mediterrane Tonic-Kombination im Katalog – neben der bereits vorgestellten Paarung mit dem Goldberg & Sons Mediterranean Tonic, die einen spürbar anderen Weg zum selben Ziel geht.

Warum diese Kombination funktioniert

Das Fever-Tree Mediterranean setzt auf Rosmarin, Thymian und Lavendel über einer milden Zitrusfrische und verzichtet bewusst auf ausgeprägte Chinin-Bitterkeit. Genau das kommt dem Gin Mare entgegen: Seine Kräuter- und Olivennoten sind fein und teils flüchtig, würden von einem kräftig-bitteren Indian Tonic schnell überdeckt. Weil das Tonic dieselbe Kräuterachse – Rosmarin und Thymian – bereits selbst mitbringt, entsteht keine Konkurrenz zweier unterschiedlicher Aromenwelten, sondern eine Verstärkung entlang derselben Linie. Die zusätzliche Lavendelnote des Tonics fügt dem Ganzen eine leicht blumige Facette hinzu, die im puren Gin Mare so nicht vorhanden ist und die Kombination gegenüber dem reinen Gin um eine zusätzliche Ebene erweitert. Die milde Süße des Tonics wiederum harmoniert mit den lang mazerierten, eher runden als scharfen Orangennoten des Gins und verhindert, dass die salzig-herzhafte Olive das Bild zu trocken und eindimensional werden lässt.

Verkostung der Kombination

In der Nase dominieren Rosmarin und Thymian, die sich bei Gin und Tonic gegenseitig verstärken, begleitet von einer zarten Lavendelnote und einem Hauch salziger Olive. Am Gaumen zeigt sich der Drink rund und kräuterig, mit einer milden, nie aufdringlichen Süße, die von den reifen Orangennoten des Gins getragen wird. Bitterkeit und Säure treten deutlich zurück – wer einen spritzig-frischen, zitrusbetonten Gin & Tonic erwartet, findet hier eher ein weiches, warmes Kräuterbild vor als einen scharf konturierten Drink. Wacholder bleibt, wie im puren Gin Mare, ein leises Rückgrat im Hintergrund. Der Abgang ist mittellang, blumig-kräuterig und schließt mit einem letzten, angenehm salzigen Hauch Olive, der die mediterrane Herkunft beider Zutaten noch einmal unterstreicht.

Serviervorschlag

Serviert wird der Gin Mare klassisch spanisch: im großen Ballonglas ("Copa"-Glas) auf reichlich Eis, im Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic), damit sich die feinen Kräuternoten in Ruhe entfalten können, ohne von zu viel Alkohol überdeckt zu werden. Als Garnitur passt ein Zweig Rosmarin besonders gut, da er die Kräuterachse von Gin und Tonic direkt aufgreift; alternativ funktioniert auch eine grüne Olive, die die salzige Seite des Gins betont. Von Zitrusgarnituren sollte eher abgesehen werden, da das Tonic selbst schon spürbar milder in der Säure ist als viele Indian Tonics und eine zusätzliche Zitronen- oder Limettenzeste die austarierte Balance eher stören als ergänzen würde.

Einordnung & Vergleich

Innerhalb des Katalogs ist dies bereits die zweite mediterrane Tonic-Kombination für den Gin Mare, und der direkte Vergleich zur Paarung mit Goldberg & Sons Mediterranean Tonic zeigt zwei unterschiedliche Interpretationen desselben Grundgedankens: Das Goldberg-Tonic verstärkt die Kräuternoten des Gin Mare mit spürbar mehr Wucht und trockener Herzhaftigkeit, während das Fever-Tree Mediterranean durch seine zusätzliche Lavendelnote und die etwas höhere Süße insgesamt weicher, blumiger und zugänglicher wirkt. Wer den Gin Mare besonders salzig-kräuterig und trocken erleben möchte, ist mit dem Goldberg-Tonic besser bedient; wer eine sanftere, blumiger abgerundete Variante bevorzugt, greift eher zu diesem Fever-Tree-Pairing. Als dritte Option bleibt das hauseigene 1724 Tonic Water, das sich beider Kräuterverstärkung bewusst enthält und dem Gin Mare stattdessen eine nahezu neutrale Bühne mit dezenter Mandarinennote bietet. Alle drei Kombinationen sind im Katalog hoch bewertet, unterscheiden sich aber deutlich darin, wie viel Eigencharakter das jeweilige Tonic selbst einbringt.

Fazit

5/5 Punkte. Eine überzeugende, stimmige Paarung, bei der zwei explizit mediterran konzipierte Produkte tatsächlich dieselbe Sprache sprechen. Wer den Gin Mare bereits kennt und eine etwas weichere, blumigere Interpretation seiner Kräuter- und Olivenseite sucht als bei der Goldberg-Variante, findet hier eine der rundesten Kombinationen des gesamten Katalogs. Einzig wer besonders viel Säure und Bitterkeit im Glas schätzt, sollte eher zu einem klassischen Indian Tonic greifen – für den mediterranen Charakter des Gin Mare ist genau diese Zurückhaltung aber der eigentliche Trumpf dieser Kombination.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance5/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße3/5