Die Kombination im Überblick
Windspiel Dry Gin und Fever-Tree Premium Indian Tonic Water werden kombiniert, weil die Windspiel Manufaktur das Tonic auf ihrer eigenen Produktseite empfiehlt – gerade weil der Gin selbst schon süße und würzige Akzente mitbringt, passt laut Hersteller ein eher schlankes, weniger bitteres Tonic besser als ein stark bitteres oder fruchtiges. Windspiel aus der Vulkaneifel ist unter den deutschen Craft-Gins eine Besonderheit: Statt wie fast alle anderen Gins auf Getreide- oder Melassealkohol zu setzen, gewinnt die Manufaktur ihren Grundalkohol aus regional angebauten Eifel-Kartoffeln, verarbeitet in einem eigens entwickelten, dreifachen Destillationsverfahren. Diese ungewöhnliche Rohstoffbasis sorgt für ein besonders reines, klares Destillat, auf dem die kräftige Wacholder- und Lakritznote des Gins prägnant zur Geltung kommt – ein Profil, das ein zurückhaltendes, aber nicht geschmacksloses Tonic wie das Fever-Tree Premium Indian gut ergänzt. Für diese Sorgfalt wurde die 2014 von Sandra Wimmeler und Denis Lönnendonker gegründete Manufaktur bei internationalen Wettbewerben wie der San Francisco World Spirits Competition bereits mehrfach mit Gold ausgezeichnet.
Warum diese Kombination funktioniert
Windspiel setzt mit nur sechs Botanicals auf eine bewusst reduzierte Rezeptur, in der Wacholder klar dominiert, begleitet von einer auffälligen Lakritz- und Preiselbeer-Süße sowie einer feinen Pfeffernote des Korianders. Die besonders reine Kartoffelbasis lässt diese wenigen Aromen ungewöhnlich klar und unverschleiert hervortreten – ein Effekt, den ein zu stark aromatisiertes oder zu süßes Tonic leicht zunichtemachen würde. Die ausgewogene Chinin-Bitterkeit des Fever-Tree Premium Indian bietet genau die richtige Menge an Gegengewicht: Sie hält die Lakritz-Süße im Zaum, ohne sie vollständig zu verdrängen, und lässt gleichzeitig den kräftigen Wacholder unangetastet im Zentrum des Drinks stehen. Da Windspiel mit 47 % vol. zu den stärkeren Gins im Katalog zählt, spielt zudem die gut integrierte Kohlensäure des Tonics eine wichtige Rolle: Sie sorgt für die nötige Verdünnung und Frische, ohne die Klarheit des Destillats zu verwässern.
Verkostung der Kombination
Elegant und leicht süßlich zeigt sich der Drink in der Nase, mit deutlicher Lakritz- und Preiselbeernote sowie einer frischen Zitrusnote im Hintergrund, unterlegt von der milden Bitterorangenaromatik des Tonics. Am Gaumen dominiert klar der kräftige Wacholder, begleitet von der Lakritzsüße und einem feinen Pfefferton des Korianders, während die Chinin-Bitterkeit des Tonics für das nötige Gegengewicht sorgt und ein Abgleiten ins zu Süße verhindert. Die Säure bleibt insgesamt zurückhaltend, was dem Drink eine warme, geradlinige statt spritzig-frische Linie verleiht. Im Nachklang bleibt die Lakritznote noch lange spürbar, getragen von einer feinen Pfefferschärfe – ein klarer, kräftiger Gin & Tonic, der die besondere Reinheit der Kartoffelbasis auch im Mixgetränk erkennbar bleiben lässt.
Serviervorschlag
Großes Ballonglas, reichlich Eis, Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) – angesichts des kräftigen Alkoholgehalts von 47 % vol. darf das Verhältnis bei Bedarf auch leicht zugunsten des Tonics verschoben werden. Als Garnitur passt eine Zitronenscheibe gut, da sie die im Gin vorhandene, wenn auch zurückhaltende Zitrusnote unterstreicht, ohne die Lakritz-Wacholder-Achse zu überdecken. Von süßen oder fruchtigen Garnituren ist eher abzuraten, da die Süße des Windspiel bereits von Natur aus präsent genug ist und zusätzliche Fruchtnoten die Balance schnell in Richtung zu süß verschieben würden.
Einordnung & Vergleich
Innerhalb der wacholderstarken deutschen Gins im Katalog zeigt sich im Vergleich zum ebenfalls kräftigen Siegfried Rheinland Dry Gin ein interessanter Unterschied in der Tonic-Wahl: Während Windspiel mit dem eher zurückhaltenden Fever-Tree Premium Indian kombiniert wird, weil der Gin selbst schon süße Lakritz-Akzente mitbringt, setzt Siegfried Rheinland im Katalog auf das klarere, chininbetontere Thomas Henry Tonic Water – ein Hinweis darauf, dass zwei ähnlich wacholderstarke deutsche Gins je nach Süße- und Würzeprofil durchaus unterschiedliche Tonic-Partner brauchen. Windspiel selbst beschreibt diesen Unterschied auf der eigenen Produktseite ähnlich: Verglichen mit Siegfried Rheinland zeigt sich der Windspiel süßlicher und lakritzbetonter, während beide Marken eine ähnlich kräftige Wacholderpräsenz teilen. Wer die Bandbreite deutscher Gin-Produktion jenseits der reinen Botanical-Auswahl verstehen möchte, findet in diesem Vergleich – Kartoffel- gegen Getreidebasis, Lakritzsüße gegen klare Wacholderschärfe – ein anschauliches Beispiel dafür, wie stark auch der Grundalkohol den Charakter eines Gins mitprägt.
Fazit
4/5 Punkte. Eine solide, geradlinige Kombination: Die außergewöhnlich reine Windspiel-Kartoffelbasis bekommt im Fever-Tree Premium Indian Tonic ein Gegenüber, das die Lakritz-Wacholder-Linie stützt, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Empfehlenswert für alle, die kräftige, wacholderbetonte Gins mit einer markanten Lakritznote schätzen und sich für die Herkunft ihres Grundalkohols ebenso interessieren wie für die Botanicals selbst. Wer eine noch klarere, weniger süße Wacholderlinie bevorzugt, findet im Katalog mit dem strukturell verwandten Siegfried Rheinland Dry Gin eine passende Alternative.
Geschmacks-Matrix der Kombination
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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