Gin & Tonic

Ferdinand's Saar Dry Gin & Fever-Tree Mediterranean Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
Gin & Tonic
Ferdinand's Saar Dry Gin bei Amazon
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen
Ansehen
Fever-Tree Mediterranean Tonic Water bei Amazon
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen
Ansehen

Die Kombination im Überblick

Ferdinand's Saar Dry Gin und Fever-Tree Mediterranean Tonic Water kommen aus völlig unterschiedlichen Welten und treffen sich trotzdem in einer gemeinsamen Zutat: Lavendel. Der Ferdinand's entsteht als Gemeinschaftsprojekt der Brennerei Capulet und Montague mit dem VDP-Weingut Forstmeister Geltz-Zilliken an der Saar und verbindet über 30 größtenteils selbst angebaute Botanicals – darunter Lavendel von brachliegenden Weinbergsflächen – mit einer nachträglichen Riesling-Infusion aus der Einzellage Saarburger Rausch. Wacholder tritt dabei bewusst zurück, die weinig-florale Eleganz steht im Vordergrund. Das Mediterranean Tonic wiederum wurde von Fever-Tree gezielt als milderer, kräuterbetonter Gegenpart zum eigenen Indian Tonic entwickelt, mit Rosmarin, Thymian und ebenfalls Lavendel als tragenden Aromen – ursprünglich gedacht für spanische Mediterranean-Style-Gins wie Gin Mare. Der Ferdinand's selbst empfiehlt auf seiner Produktseite eher Aqua Monaco oder ein klassisches Indian Tonic; diese Paarung testet bewusst, was passiert, wenn zwei Produkte mit derselben floralen Kernzutat aufeinandertreffen, statt sich in Zitrus und Bitterkeit zu ergänzen.

Warum diese Kombination funktioniert

Weil beide Partner ihren Lavendel aus ganz unterschiedlichen Quellen beziehen – der Gin aus brachliegenden Weinbergsparzellen an der Saar, das Tonic aus einer mediterranen Kräuterrezeptur –, verdoppelt sich die Note nicht plump, sondern verstärkt sich auf zwei leicht unterschiedlichen Registern: Der Gin bringt eine erdig-krautige, das Tonic eine hellere, mit Rosmarin und Thymian unterlegte Variante der Blüte mit. Entscheidend ist außerdem die Bitterkeit: Das Mediterranean Tonic verzichtet bewusst auf die kräftige Chinin-Schärfe des klassischen Indian Tonic, wodurch die feine, mineralische Riesling-Note des Ferdinand's nicht überdeckt wird, sondern durchscheinen kann. Ein stärker chininbetontes Tonic würde genau diese Nuance, die den Ferdinand's von anderen deutschen Gins unterscheidet, eher kaschieren als betonen. Die milde Süße des Tonics trifft zudem auf die dezente Frucht aus Pfirsich und Quitte im Botanical-Mix des Gins und rundet den Gesamteindruck ab, ohne ihn süßlich wirken zu lassen.

Verkostung der Kombination

In der Nase verschmelzen die beiden Lavendel-Noten zu einem einheitlichen, fast schon parfümierten Blütenbild, unterlegt von Rosmarin und einer leisen weinigen Mineralik. Am Gaumen zeigt sich der Drink weich und rund: Die Riesling-Frische des Ferdinand's bleibt spürbar, wird aber von der kräuterigen Milde des Tonics eingebettet statt kontrastiert, sodass keine scharfen Kanten entstehen. Zitrus- und Säurenoten treten insgesamt zurück – wer einen spritzigen, prickelnden Gin & Tonic erwartet, wird hier enttäuscht, denn die Säure bleibt durchgehend gedämpft. Stattdessen dominiert ein sanftes Wechselspiel aus floralen und leicht weinigen Aromen, das an einen aromatisierten Weißwein-Aperitif erinnert. Der Abgang ist lang, blumig und mild, mit einem letzten Hauch Mandel und Rosmarin, bevor er sanft ausklingt.

Serviervorschlag

Am besten im großen Weinglas servieren, wie es auch für das Tonic allein empfohlen wird – so können sich die floralen Aromen von Anfang an entfalten. Ausreichend Eis sorgt dafür, dass die milde Süße nicht zu präsent wird. Ein Verhältnis von 1:3 (Gin zu Tonic) lässt beiden Partnern genug Raum. Als Garnitur eignet sich eine dünne Orangenzeste, die einen leisen Zitrusakzent setzt, ohne die Kräuternoten zu verdrängen; ein kleiner Rosmarinzweig kann die gemeinsame Lavendel-Rosmarin-Achse zusätzlich unterstreichen. Auf kräftige Zitrusscheiben oder Wacholderbeeren als Garnitur sollte verzichtet werden, da sie den ohnehin schon zurückhaltenden Wacholder des Gins zusätzlich in den Hintergrund drängen würden.

Einordnung & Vergleich

Im Vergleich zur Kombination mit Goldberg & Sons Tonic Water, die dem Ferdinand's mit spürbarerer Säure und Bitterkeit mehr Struktur und Kontur verleiht, wirkt die Mediterranean-Variante deutlich weicher und einheitlicher – ein Drink für ruhige, entspannte Momente statt für einen spritzigen Sommerabend. Wer die florale, weinige Seite des Ferdinand's in Reinform erleben möchte, ist mit dem Goldberg-Tonic besser beraten; wer eine besonders sanfte, in sich geschlossene Kräuterkomposition sucht, findet sie hier. Spannend ist außerdem der Vergleich zur Schwesterabfüllung Ferdinand's Saar Quince Gin mit demselben Tonic: Während der Dry Gin die Riesling-Mineralik und den zurückhaltenden Wacholder in den Vordergrund stellt und die Süße des Tonics nur als Puffer nutzt, verschiebt sich das Gleichgewicht beim fruchtig-süßen Quince Gin ganz in Richtung Frucht – zwei sehr unterschiedliche Interpretationen desselben Tonics mit derselben Brennerei im Hintergrund.

Fazit

4/5 Punkte. Keine vom Hersteller selbst empfohlene Paarung, aber eine überraschend stimmige: Die gemeinsame Lavendel-Basis und die milde Bitterkeit des Tonics lassen die feine Riesling-Note des Ferdinand's ungewöhnlich klar durchscheinen. Wer allerdings Frische und Säure im Glas sucht, sollte eher zu einer der klassischeren Tonic-Kombinationen des Gins greifen – als ruhiger, blumig-weiniger Aperitif-Drink funktioniert diese Kombination dafür ausgesprochen gut.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße3/5