Gin & Tonic

Gin Mare & 1724 Tonic Water (5/5)

5/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Kaum eine Kombination im gesamten Katalog ist so unmittelbar vom Hersteller selbst vorgegeben wie diese: Gin Mare und 1724 Tonic Water stammen aus demselben Haus. Die Familie Giró Ribot aus dem katalanischen Vilanova i la Geltrú entwickelte den Gin Mare 2007 auf Basis von 45 getesteten mediterranen Botanicals, von denen am Ende Arbequina-Oliven, Rosmarin, Basilikum, Thymian sowie Orangen aus Sevilla und Valencia den Zuschlag erhielten – ein Gin, der bewusst nicht auf Wacholderdominanz, sondern auf herzhaft-salzige Kräuter- und Olivenaromen setzt. Für genau dieses Profil brachten dieselben Macher 2011 das 1724 auf den Markt: handgeerntete Chinarinde aus 1724 Metern Höhe entlang des peruanischen Inka-Trails, Patagonien-Quellwasser und eine feine Mandarinennote, bewusst zurückhaltend dosiert, um den komplexen Kräuterbotanicals des Gin Mare nicht ins Gehege zu kommen. Auf der eigenen Produktseite des Gin Mare wird das 1724 entsprechend als ausdrückliche Empfehlung genannt – neben dem milden Fever-Tree Mediterranean Tonic Water die naheliegendste aller Optionen für diesen Gin.

Warum diese Kombination funktioniert

Der Gin Mare lebt von einem fein austarierten Zusammenspiel aus Basilikum, Rosmarin, Thymian und der salzig-herzhaften Olivennote, die durch die getrennte Destillation der einzelnen Botanicals besonders klar herausgearbeitet wird. Ein kräftig chininbetontes, klassisches Indian Tonic würde diese leisen, kräuterigen Nuancen schnell überlagern – ein Effekt, der sich in der eigenen Katalog-Kombination mit Fever-Tree Premium Indian bereits andeutet, wo die kräftigere Bitterkeit den Kräutern etwas weniger Raum lässt als bei den milderen Partnern. Das 1724 vermeidet dieses Problem von Grund auf: Ohne ausgeprägte eigene Bitterkeit bleibt der komplette Kräutergarten des Gin Mare hörbar, während die feine Mandarinennote sich mit den bereits vorhandenen Valencia- und Sevilla-Orangenaromen des Gins zu einer einzigen, stimmigen Zitrusnote verbindet, statt eine zweite, konkurrierende Fruchtlinie zu eröffnen. Weil beide Produkte zudem auf denselben langsamen, handwerklichen Anspruch setzen – einzeln destillierte Botanicals beim Gin, handgeerntete Chinarinde beim Tonic –, ergänzen sie sich nicht nur geschmacklich, sondern auch konzeptionell.

Verkostung der Kombination

In der Nase dominieren Basilikum und Rosmarin, begleitet von einer salzigen Olivennote und der milden Mandarinenfrische des 1724, die sich nahtlos in die Orangenaromen des Gins einfügt. Am Gaumen zeigt sich der Drink herzhaft-kräuterwürzig, mit Thymian und einer feinen Koriander- und Kardamomwürze im Hintergrund, während die runde, fast konfierte Zitrusnote – ein Ergebnis der bis zu einjährigen Mazeration der Orangen und Zitronen – für Balance sorgt. Die Süße bleibt dezent, tritt aber deutlich genug hervor, um die salzig-herbale Seite des Gins angenehm abzurunden. Säure spielt eine moderate, nie dominante Rolle. Der Abgang ist lang, trocken und aromatisch-kräuterig, mit einem letzten Hauch Olive und Mandarine – ein Geschmacksbild, das unmittelbar an einen warmen Abend an der katalanischen Küste erinnert.

Serviervorschlag

Klassisch spanisch serviert im großen "Copa"-Ballonglas mit reichlich Eis, in einem Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic), damit sich die feinen Kräuternoten ungestört entfalten können. Als Garnitur empfehlen sich, ganz wie beim Gin Mare selbst üblich, ein Zweig Rosmarin und ein bis zwei grüne Oliven, die die herzhafte Grundnote des Gins direkt aufgreifen und verstärken. Von kräftigen Zitrus- oder Kräutergarnituren, die über Rosmarin hinausgehen, sollte eher abgesehen werden, um die fein austarierte mediterrane Balance nicht zu überladen.

Einordnung & Vergleich

Im eigenen Katalog steht der Gin Mare bereits mit drei weiteren Tonics: Mit Fever-Tree Mediterranean Tonic Water und Goldberg & Sons Mediterranean Tonic erreicht er jeweils die volle Punktzahl – beides ebenfalls betont zurückhaltende, kräuteraffine Tonics, die demselben Grundprinzip wie das 1724 folgen. Etwas anders liegt der Fall bei Fever-Tree Premium Indian Tonic Water, das mit vier von fünf Punkten zwar solide, aber spürbar hinter den drei mediterran ausgerichteten Partnern zurückbleibt, weil seine kräftigere, klassische Chinin-Bitterkeit den leisen Kräutern des Gin Mare etwas mehr entgegensetzt, als dieser eigentlich verträgt. Innerhalb dieser Bandbreite markiert das 1724 einen Sonderfall: Es ist nicht irgendein weiteres zurückhaltendes Tonic, sondern das einzige, das eigens für den Gin Mare entwickelt wurde – ein Umstand, der sich auch daran ablesen lässt, dass andere, botanicals-reiche Gins wie der Monkey 47 Dry Gin zwar ebenfalls von der Zurückhaltung des 1724 profitieren, aber eben nicht dessen ursprünglich intendierter Adressat sind.

Fazit

5/5 Punkte. Die Referenzkombination schlechthin: Ein Tonic, das explizit für diesen Gin entwickelt wurde, trifft exakt den Ton, den der Gin Mare braucht, um seine mediterrane Kräuter- und Olivenwelt ungestört zu entfalten. Empfehlenswert uneingeschränkt für alle, die den Gin Mare in seiner ursprünglichsten, vom Hersteller selbst intendierten Form erleben möchten. Wer eine Nuance mehr Frische sucht, findet mit dem Fever-Tree Mediterranean Tonic eine ebenbürtige Alternative – wer dagegen einen klassischeren, bittereren Gin & Tonic bevorzugt, sollte eher zur etwas kräftigeren Fever-Tree-Premium-Indian-Kombination greifen.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance5/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße3/5