Dactari – I dream of Gini & 1724 Tonic Water (5/5)

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Dactari – I dream of Gini & 1724 Tonic Water (5/5)

5/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Dactari – I dream of Gini ist ein bewusst leiser, designgetriebener Gin vom Chiemsee: Das Studio DAC design entwickelte die Marke 2013/2014 als Ableger seiner Feinkost- und Produktdesign-Arbeit, destilliert wird in Kooperation mit der Destillerie Deheck im rheinhessischen Gau-Odernheim. Statt auf reinen Getreidealkohol setzt Dactari auf eine Mischung aus Weindestillat und Getreidebrand, aromatisiert mit Wacholder, Walnuss, Zitrusfrüchten und feinen Benediktinerkräutern – eine Rezeptur, die dem Gin eine ungewöhnliche, nussig-weiche Milde verleiht und den Wacholder bewusst in den Hintergrund treten lässt. 1724 Tonic Water wurde ursprünglich für den kräuterbetonten Gin Mare entwickelt und setzt mit handgeernteter Chinarinde vom peruanischen Inka-Trail, Patagonien-Quellwasser und einer milden Mandarinennote auf ein ähnlich zurückhaltendes Prinzip. Auf der eigenen Produktseite des Dactari wird das 1724 bereits ausdrücklich empfohlen: Seine feine Süße unterstreiche die florale Seite des Gins zusätzlich – eine Einschätzung, die sich in der Verkostung bestätigt.

Warum diese Kombination funktioniert

Dactari lebt von einem sanften Zusammenspiel aus zarten floralen Tönen, einer leicht nussigen Walnussnote und frischer Zitrone-Limette-Frucht, ergänzt um eine feine, süßliche Würze durch Benediktinerkräuter und Süßholz. Ein kräftig-bitteres Tonic würde dieses fein austarierte, ohnehin schon zurückhaltende Profil schnell überdecken. Das 1724 begegnet dem Gin stattdessen auf Augenhöhe: Seine eigene Zurückhaltung – kaum Bitterkeit, moderate, nicht aufdringliche Süße – lässt den floralen und nussigen Nuancen von Dactari genug Raum, ohne sie zu verdrängen. Die milde Mandarine des Tonics verstärkt dabei gezielt die florale, leicht süßliche Seite des Gins, ganz wie es die eigene Produktseite von Dactari beschreibt, und verbindet sich mit der Orangenblüte im Antrunk zu einer stimmigen, in sich geschlossenen Zitrusnote. Weil beide Produkte auf ungewöhnliche Grundlagen setzen – Weindestillat statt reinem Getreidealkohol beim Gin, handgeerntete Andenchinarinde statt industriellem Chinin beim Tonic –, teilen sie zudem eine gewisse handwerkliche Eigenwilligkeit, die die Kombination über die reine Geschmacksebene hinaus stimmig wirken lässt.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich der Drink zart blumig, mit einer leicht nussigen Walnussnote und der milden Mandarine des 1724 im Hintergrund. Am Gaumen entfaltet sich eine sanfte, harmonische Balance aus floralen Tönen, frischer Zitrone-Limette-Frucht und der süßlichen Würze der Benediktinerkräuter, während der Wacholder durchgehend im Hintergrund bleibt. Die Süße ist deutlicher spürbar als bei den meisten anderen 1724-Kombinationen, wirkt aber nie aufdringlich, sondern trägt die florale Grundstimmung des Drinks. Säure spielt eine untergeordnete Rolle und tritt eher als leichte Frische in Erscheinung denn als eigenständige Ebene. Der Abgang ist mittellang, zart pfeffrig-würzig, mit einem letzten Hauch Walnuss und Blüte – ein insgesamt sehr zugänglicher, harmonischer Gin & Tonic ohne scharfe Kanten.

Serviervorschlag

Ein großes Ballonglas mit reichlich Eis lässt die zarten Aromen langsam und in Ruhe hervortreten. Ein Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) hat sich bewährt, da beide Komponenten zurückhaltend genug sind, um sich nicht gegenseitig zu überdecken. Als Garnitur passt eine dünne Orangen- oder Mandarinenzeste gut zur floralen, leicht süßlichen Grundnote der Kombination; alternativ unterstreicht eine Limettenscheibe die frische Zitrusseite des Gins. Von kräftigen Kräuter- oder Bittergarnituren sollte eher abgesehen werden, da sie die feine, harmonische Balance dieses milden Drinks stören würden.

Einordnung & Vergleich

Innerhalb der 1724-Familie reiht sich Dactari damit in die Gruppe der Gins ein, für die das Tonic laut eigener Produktbeschreibung besonders gut geeignet ist – neben dem floral-weinigen G'Vine Floraison Gin, der mit 5/5 Punkten ebenfalls von der Zurückhaltung des 1724 profitiert. Beide Gins teilen die Eigenschaft, Wacholder bewusst in den Hintergrund zu stellen und stattdessen auf florale, weiche Aromen zu setzen – beim Floraison sind es Weinblüten und Traubenfrucht, bei Dactari Walnuss und Klosterkräuter. Im Unterschied zum krautig-salzigen Blackwood's Vintage Dry Gin, bei dem die milde Mandarine des 1724 eine herzhaft-salzige Lakritznote unterstützt, verstärkt dieselbe Mandarine bei Dactari eine ganz andere, nussig-florale Süße – ein weiterer Beleg dafür, dass das 1724 innerhalb der Bandbreite „leiser, nicht wacholderdominanter Gins" flexibel einsetzbar ist, auch wenn die konkrete Wirkung von Fall zu Fall sehr unterschiedlich ausfällt. Innerhalb des eigenen, noch jungen Dactari-Sortiments ist diese Kombination zudem die erste, vom Hersteller selbst dokumentierte Tonic-Empfehlung überhaupt.

Fazit

5/5 Punkte. Eine vom Hersteller selbst nahegelegte und geschmacklich überzeugend eingelöste Kombination: Das 1724 lässt die zarte, nussig-florale Aromatik von Dactari ungestört zur Geltung kommen und verstärkt mit seiner milden Mandarine gezielt die süße, blumige Seite des Gins. Empfehlenswert für alle, die einen sanften, unkomplizierten Gin & Tonic ohne Wacholderdominanz und scharfe Kanten suchen. Wer dagegen einen kräftigeren, klassischeren Gin & Tonic bevorzugt, sollte eher zu einem wacholderbetonteren Gin greifen – für Dactari selbst bleibt das 1724 die naheliegendste und bislang beste Wahl im Katalog.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance5/5
Komplexität3/5
Säure/Frische2/5
Süße4/5