Kategorie
Tequila & Mezcal
Vom klaren Blanco bis zum rauchigen Mezcal: Verkostungsnotizen rund um Agavenspirituosen aus Mexiko.
Verkostungen

Casamigos Blanco
Weicher Blanco mit Vanille, Zitrus und süßer Agave — bewusst zugänglich gebaut, dafür mit wenig Agavetiefe und mildem Pfeffer-Ausklang.

Casamigos Reposado
Außergewöhnlich mild und rund — sanfte Agave, Vanille und Karamell fast ohne Ecken, was Kenner gelegentlich als eindimensional empfinden.

Clase Azul Reposado
Karamell und Honig aus dreifacher Fassreifung (Tri-Cask) — cremig und rund, ohne die Ecken agavebetonterer Reposados.

Del Maguey Vida Mezcal
Intensiv rauchig durch traditionelle Erdgruben-Röstung — rustikale Agave und grüne Kräuterwürze, der zugänglichste Single-Village-Mezcal.

Don Julio 1942
Karamell, dunkle Schokolade und geröstete Nüsse aus langer Bourbonfass-Reifung — samtig wie ein Whisky, kaum wie klassischer Añejo.

Don Julio Blanco
Zitrus, krautige Agave und schwarzer Pfeffer: ein weicher, ungereifter Blanco aus Atotonilco el Alto, der vor allem im Cocktail überzeugt.

El Tesoro Añejo
Traditionelle Tahona-Verarbeitung lässt die natürliche Agavewärme auch nach der Fassreifung durchscheinen — erdig statt überdeckt.

Espolòn Blanco
Unkomplizierte, milde Agave mit sanfter Pfefferwürze — zugänglich und geradlinig, die verlässliche Cocktailbasis der Kategorie.

Fortaleza Blanco
Erdig-intensive Agave mit mineralischer Tiefe und öliger Textur — das traditionelle Tahona-Verfahren macht den Unterschied spürbar.

Herradura Añejo
Karamell und Vanille über erdiger Agave — wilde Hefefermentation verleiht auch nach langer Fassreife noch rustikale Tiefe.

Ilegal Mezcal Joven
Grüner Apfel, Eukalyptus und weißer Pfeffer über sanftem Erdgruben-Rauch — ein zugänglicher Espadín-Joven mit Bar-Herkunft aus Guatemala.

José Cuervo Especial Reposado
Mixto-Tequila mit drei Monaten Eichenfass: Karamell, Vanille und Pfeffer, mild und süßlich — die goldene Massenmarke aus Jalisco im Check.

Monte Albán Mezcal
Goldgelber Einstiegs-Mezcal mit Gusano: milde Rauchnote, Gewürz und Holz statt Erdgrube – ein Massenprodukt mit mehr Show als Tiefe.

Montelobos Mezcal Joven
Ausbalanciertes Wechselspiel aus Erdrauch, grüner Agave und Kräuterwürze – zugänglicher und komplexer als viele rustikalere Espadín-Mezcals.

Olmeca Altos Plata
Gekochte Agave, weißer Pfeffer und frische Limettenschale: ein von Barkeepern entwickelter Blanco aus Tahona- und Walzenmühlen-Destillaten.

Patrón Silver
Ungewöhnlich weich für einen unverdünnten Blanco – süße gekochte Agave trifft auf weiße Pfefferwürze, zugänglicher als rustikalere Tahona-Tequilas.

Sierra Silver
Junger Mixto-Blanco aus dem Supermarktregal: grüner Apfel, frische Agave, Zitrus und eine Spur Chili — einfacher Mix-Tequila mit 38 % vol.
Wissenswertes

Agaven für Tequila und Mezcal: Blue Weber, Espadín & Co. im Überblick
Eine einzige Pflichtsorte für Tequila, mehr als dreißig zugelassene Arten für Mezcal – und mittendrin Wildagaven, die bis zu 35 Jahre zum Reifen brauchen.

Die Geschichte des Tequilas: Vom Pulque der Azteken zur Denominación de Origen
Vom fermentierten Agavengetränk der Azteken über die ersten Brennlizenzen in Jalisco bis zur gesetzlich geschützten Herkunftsbezeichnung und der heutigen Premium-Welle.

Mezcal vs. Tequila: Warum jeder Tequila im Grunde ein Mezcal ist, aber nicht umgekehrt
Eine Agave, zwei Herkunftsbezeichnungen – und ein Satz, der in Bars gerne fällt, aber nur mit Einschränkungen stimmt.

Mezcal-Kategorien: Joven, Reposado, Añejo – und die drei Herstellungsklassen
Bei Mezcal entscheidet nicht nur die Fassreifung über die Kategorie, sondern zuerst die Frage, wie traditionell gebrannt wurde.

NOM-Nummern bei Tequila erklärt: Was die Zahl auf dem Etikett wirklich verrät
Hunderte Tequila-Marken, aber nur rund 150 zertifizierte Brennereien – die vierstellige NOM-Nummer auf dem Etikett zeigt, wer wirklich dahintersteckt.

Tequila für Einsteiger: 100% Agave, Mixto und die häufigsten Fehler
Der wichtigste Satz auf jedem Tequila-Etikett steht oft klein gedruckt – und entscheidet mehr über die Qualität als Marke oder Preis.

Tequila und Mezcal richtig trinken: Gläser, Rituale und der Salz-Limetten-Mythos
Der Salz-Limetten-Shot ist jüngere Bar-Erfindung, nicht mexikanische Tradition – wie Tequila und Mezcal eigentlich getrunken werden.

Tequila-Cocktails: Margarita, Paloma und welcher Tequila in den Shaker gehört
Drei Zutaten, viel Wirkung: Warum Blanco die Standardwahl für Margarita und Paloma ist, wann Reposado passt und wo Mezcal den Ton ändert.

Tequila-Kategorien: Blanco, Reposado, Añejo & Extra Añejo im Vergleich
Nicht die Farbe, sondern die gesetzlich geregelte Fassreifung bestimmt, in welche Tequila-Kategorie eine Flasche gehört.

Tequila-Regionen: Los Altos (Highlands) und El Valle (Lowlands) im Vergleich
Rote Lehmböden im Hochland, Vulkanerde im Tal von Tequila – doch wie viel der Region schmeckt man im Blanco wirklich, und was ist Marketing-Vereinfachung?

Tequila: Kalorien & Alkoholgehalt im Überblick
Pur betrachtet ist Tequila kalorisch unauffällig – erst der gewählte Mixer entscheidet, ob daraus ein leichter oder ein schwerer Drink wird.

Wie werden Tequila und Mezcal hergestellt? Von der Agave zum Agavendestillat
Dieselbe Pflanze, zwei völlig unterschiedliche Spirituosen: Warum Mezcal raucht und Tequila nicht.