Ki No Bi Kyoto Dry Gin

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Ki No Bi Kyoto Dry Gin

4,5/5 Redaktionsbewertung
45,7 % vol.PremiumJapan
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Ki No Bi Kyoto Dry Gin:

Ki No Bi Kyoto Dry Gin wird von der 2014 gegründeten Kyoto Distillery hergestellt und gilt als erster in Kyoto produzierter Gin überhaupt. Gegründet wurde die Destillerie von Noriko Kakuda Croll, David Croll und Marcin Miller – drei Unternehmer:innen, die zuvor bereits Erfahrung im Whisky-Import und Spirituosenhandel gesammelt hatten und sich bewusst für Kyoto als Standort entschieden, um Japans reiche Handwerkstradition mit europäischer Gin-Kultur zu verbinden. Nach rund zwei Jahren Entwicklungszeit kam Ki No Bi im Oktober 2016 auf den Markt. Grundlage ist ein Reisbrand, der mit reinem Quellwasser aus dem für seine Wasserqualität berühmten Stadtteil Fushimi angesetzt wird – historisch eine Region, die auch für ihre Sake-Brauereien bekannt ist. Charakteristisch für die Herstellung ist die Aufteilung der insgesamt elf Botanicals in sechs Kategorien ("6 Elements"): Basis (Wacholder, Orriswurzel, Akamatsu-Kiefer), Zitrus (Yuzu, Zitrone), Kräuter (Sanshō-Pfeffer, Kinome), Gewürz (Ingwer), Tee (Gyokuro-Grüntee) sowie fruchtig-blumige Noten (Bambusblätter, roter Shiso). Jede Kategorie wird separat destilliert, bevor die Destillate sorgfältig zu einem harmonischen Gesamtprofil verschnitten werden – ein Verfahren, das eng mit lokalen Kyoto-Handwerker:innen abgestimmt wurde und die meisten Botanicals bewusst aus der Kyoto-Präfektur selbst bezieht. Dieser aufwendige, mehrstufige Prozess soll die Balance zwischen klassischer London-Dry-Tradition und typisch japanischen Aromen sicherstellen und hat Ki No Bi seit seiner Einführung zahlreiche internationale Auszeichnungen eingebracht, darunter den Titel "International Gin Producer of the Year" der IWSC. 2020 ging die Kyoto Distillery zudem eine Partnerschaft mit dem Spirituosenkonzern Pernod Ricard ein, der seither eine Minderheitsbeteiligung an der Destillerie hält, ohne dass sich am handwerklichen Produktionsprozess vor Ort etwas geändert hat.

Verkostung des Ki No Bi Kyoto Dry Gin:

In der Nase präsentiert sich Ki No Bi frisch und elegant mit einer deutlichen Yuzu-Note, begleitet von einem feinen Hauch Sanshō-Pfeffer. Wacholder ist präsent, tritt aber zugunsten der japanischen Botanicals einen Schritt zurück. Am Gaumen entfaltet sich ein komplexes Zusammenspiel aus Zitrusfrische, grüner Teebitterkeit durch den Gyokuro-Tee und einer feinen, leicht erdigen Würze der Akamatsu-Kiefer. Der rote Shiso sorgt für eine dezente florale Nuance. Der Abgang ist warm und leicht würzig, mit einem anhaltenden Hauch von Gyokuro-Tee, der dem Gin seine unverwechselbare Signatur verleiht – ein außergewöhnlich fein ziseliertes Geschmacksbild, das London-Dry-Struktur mit japanischer Raffinesse verbindet.

Steckbrief Ki No Bi Kyoto Dry Gin:

Alkoholgehalt: 45,7 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Orriswurzel, Akamatsu-Kiefer, Yuzu, Zitrone, Sanshō-Pfeffer, Kinome, Ingwer, Gyokuro-Grüntee, Bambusblätter, roter Shiso
Hersteller: The Kyoto Distillery, Kyoto, Japan

Botanicals des Ki No Bi Kyoto Dry Gin im Detail: Die "6 Elements"

Das Konzept der sechs getrennt destillierten Botanical-Kategorien ist das eigentliche Herzstück von Ki No Bi und unterscheidet die Herstellung grundlegend von den meisten europäischen Gins, bei denen alle Botanicals gemeinsam in einem Sud angesetzt werden. Die Basis-Kategorie mit Wacholder, Orriswurzel und der Rinde der Akamatsu-Kiefer liefert das strukturelle Fundament und eine dezent harzige Waldigkeit. Die Zitrus-Kategorie aus Yuzu und Zitrone sorgt für die helle Frische, während die Kräuter-Kategorie mit Sanshō-Pfeffer (der auch in der japanischen Küche verwendeten "Szechuanpfeffer"-Verwandten) und Kinome-Blättern eine leicht prickelnde, grüne Schärfe beisteuert. Ingwer bildet die eigenständige Gewürz-Kategorie, Gyokuro – ein besonders hochwertiger, schattengezogener Grüntee aus der Region – die Tee-Kategorie, und Bambusblätter zusammen mit rotem Shiso runden das Profil floral-fruchtig ab. Erst nach der getrennten Destillation aller sechs Elemente entscheidet das Team der Kyoto Distillery über das exakte Verschnittverhältnis – ein Verfahren, das eher an die Assemblage von Whisky oder Champagner erinnert als an klassisches Gin-Brennen.

Verwendung des Ki No Bi Kyoto Dry Gin

  • Gin & Tonic: Die feinen Yuzu- und Grünteenoten harmonieren besonders gut mit einem hochwertigen, nicht zu süßen Tonic, das die japanische Eleganz des Gins unterstreicht. Empfehlenswert ist East Imperial Yuzu Tonic Water, das die Zitrusaromatik gezielt aufgreift, oder alternativ Fentimans Tonic Water mit seiner botanisch geprägten, milden Bitterkeit.
  • Cocktail: Ki No Bi eignet sich hervorragend für anspruchsvolle Rührcocktails wie einen Martini oder eine leichte Variante des Negroni, in denen seine feine Balance aus Zitrus, Tee und Gewürz voll zur Geltung kommt. Auch pur oder leicht gekühlt auf Eis serviert offenbart der Gin seine kunstvolle Aromenschichtung.

Ki No Bi richtet sich an Genießer:innen, die Gin nicht nur als Tonic-Partner, sondern als eigenständiges Verkostungserlebnis begreifen, und die Neugier auf japanische Aromatik jenseits von Yuzu und Kirschblüte mitbringen. Im Vergleich zu Marken wie Roku Gin, die japanische Botanicals eher als Ergänzung eines klassisch westlichen Gin-Grundgerüsts einsetzen, geht Ki No Bi einen konsequenteren Weg: Das gesamte Herstellungsverfahren – von der Reisbrand-Basis bis zur getrennten Destillation der sechs Elemente – ist von Grund auf japanisch gedacht. Damit positioniert sich Ki No Bi als einer der authentischsten und zugleich anspruchsvollsten Vertreter der noch jungen japanischen Craft-Gin-Szene. Der aufwendige Sechs-Elemente-Prozess und die internationale Auszeichnungsdichte rechtfertigen eine gehobene Preisklasse, die oberhalb vieler anderer japanisch inspirierter Gins liegt.

Einordnung & Alternativen

  • Nikka Coffey Gin – weiterer japanischer Premium-Gin, zitrischer und weniger teegeprägt als Ki No Bi.
  • Momotaro Gin – japanischer Vergleichskandidat mit stärkerem Fokus auf heimische Fruchtnoten statt auf Grünteebitterkeit.
  • Jinzu Gin – zugänglicherer Cross-Culture-Gin, der japanische Aromen über Sake-Verschnitt statt über getrennte Botanical-Destillation einbringt.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder2/5
Zitrus5/5
Kräuter/Blumig3/5
Würze3/5

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