Herstellung des Liebl Bavarian Dry Gin:
Der Liebl Bavarian Dry Gin stammt von der Spirituosen-Spezialitäten Brennerei & Whisky-Destillerie Liebl im bayerischen Bad Kötzting im Bayerischen Wald. Der Familienbetrieb geht auf ein Lebensmittelgeschäft von 1935 zurück; seit 1990 brennt Gerhard Liebl jun., ausgebildeter Brennmeister und Edelbrandsommelier, eigene Edelbrände, seit 2006 betreibt die Familie zudem Bayerns erste Whisky-Destillerie. Für den Gin werden Wacholderbeeren und vollreife Zitrusfrüchte getrennt von den übrigen Kräutern und Wurzeln eingemaischt und destilliert – ein zweistufiges Verfahren, das eine präzisere Extraktion der jeweiligen Aromen erlauben soll. Als Alkoholbasis dient extra feiner Neutralalkohol, ergänzt um ein Gerstenmalzdestillat aus der hauseigenen Coillmór-Whiskyproduktion, wodurch der Gin eine für seine Kategorie ungewöhnliche malzige Tiefe erhält. Besonders macht den Liebl zudem die Herkunft seiner Zitrusfrüchte: Zitronen und Moro-Blutorangen stammen von den Hängen des Ätna auf Sizilien und werden nach Demeter-Biostandards angebaut. Der fertige Gin reift anschließend in Steingutgefäßen und wird mit weichem Quellwasser aus dem Bayerischen Wald auf 46 % vol. verdünnt – ungefärbt und nicht kältefiltriert.
Verkostung des Liebl Bavarian Dry Gin:
In der Nase zeigt sich der Liebl Bavarian Dry Gin fruchtig-leicht kräuterig, mit deutlichem Wacholder, frischen Hopfennoten, Zitrusnuancen und einer feinen Lavendelblüte. Am Gaumen präsentiert er sich weich und cremig, mit präsentem Wacholder, ausgeprägter Fruchtnote von Blutorange und Zitrone sowie einem dezenten Hopfentouch – eine Reminiszenz an die bayerische Bierbrautradition, aus der die Brennerei ihre Hopfenblüten bezieht. Die malzige Grundnote des beigemischten Gerstendestillats sorgt zusätzlich für eine leichte Rundung, die den Gin von rein neutralalkoholbasierten Wettbewerbern unterscheidet. Der Abgang ist lang und frisch, mit nachklingenden Zitrus- und Hopfennoten sowie einem dezent würzigen Beifuß-Unterton.
Steckbrief Liebl Bavarian Dry Gin:
Alkoholgehalt: 46 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholderbeeren, Angelikawurzel, Ingwer, Koriander, Bitterorangenschale, Hopfenblüten, Zimtrinde, Beifuß, Lavendel, Zitrone (Ätna, Sizilien), Blutorange (Ätna, Sizilien)
Hersteller: Destillerie Liebl, Bad Kötzting, Bayerischer Wald
Botanicals des Liebl Bavarian Dry Gin im Detail
Die Kombination aus bayerischen und sizilianischen Zutaten ist das eigentliche Alleinstellungsmerkmal des Liebl Bavarian Dry Gin. Hopfenblüten verweisen unmittelbar auf die bayerische Bierbraukultur und verleihen dem Gin eine leicht harzig-krautige Bitternote, die in dieser Form bei kaum einem anderen deutschen Gin zu finden ist. Beifuß und Lavendel steuern die kräuterige Tiefe bei, während Angelikawurzel und Ingwer als klassische Fixierer und Wärmegeber fungieren. Den fruchtigen Kontrapunkt liefern Zitronen und Moro-Blutorangen von den Hängen des Ätna, die nach biologisch-dynamischen Demeter-Richtlinien angebaut werden – eine bewusste Entscheidung für Qualität und Rückverfolgbarkeit, die bei Zitrusfrüchten in der Gin-Produktion eher die Ausnahme ist. Durch die Zugabe des hauseigenen Coillmór-Gerstenmalzdestillats erhält der Gin außerdem eine für seine Kategorie ungewöhnliche, fast whiskyartige Grundwärme.
Verwendung des Liebl Bavarian Dry Gin
- Gin & Tonic: Ein klassisches Indian Tonic Water bringt die Hopfen- und Zitrusnoten des Liebl Bavarian Dry Gin gut zur Geltung; eine Orangenzeste passt zur Fruchtnote im Glas. Wer die malzige Tiefe zusätzlich betonen möchte, kombiniert den Gin mit Thomas Henry Tonic Water, dessen dezente Bitterkeit die Hopfennote unterstützt.
- Besonderheit: Der Gin ist auch in mehreren fassgereiften Sonderabfüllungen erhältlich, etwa in Grand-Marnier- oder Riesling-Spätlese-Fässern gereift – eine Praxis, die die enge Verbindung der Brennerei zum Whisky-Handwerk widerspiegelt.
Der Liebl Bavarian Dry Gin richtet sich an Genießer:innen, die einen regional verankerten, handwerklich hergestellten Gin mit erkennbarer bayerischer Handschrift suchen, ohne dabei auf mediterrane Frische zu verzichten. Im Vergleich zu anderen deutschen New-Western-Gins, die häufig auf Wald- oder Alpenkräuter setzen, geht Liebl mit der Kombination aus Hopfen und sizilianischen Zitrusfrüchten einen ungewöhnlicheren, bewusst zweigleisigen Weg – bayerische Handwerkstradition trifft auf mediterrane Frucht. Wer die Marke näher kennenlernen möchte, findet in den fassgereiften Sonderabfüllungen zudem eine spannende Brücke zwischen Gin- und Whisky-Welt, wie sie nur wenige Brennereien in dieser Konsequenz anbieten.
Auch die Familiengeschichte der Destillerie Liebl trägt zur Einordnung bei: Anders als viele junge Gin-Marken, die erst im Zuge des Craft-Gin-Booms der 2010er-Jahre entstanden sind, blickt der Betrieb bereits auf jahrzehntelange Erfahrung mit Bränden und Spirituosen zurück, bevor Gerhard Liebl jun. sich der Gin-Herstellung zuwandte. Diese Kontinuität zeigt sich auch im Umgang mit Rohstoffen: Statt auf möglichst viele exotische Botanicals zu setzen, konzentriert sich die Rezeptur bewusst auf eine überschaubare, aber sorgfältig ausgewählte Zutatenliste, bei der Herkunft und Qualität – etwa durch die Demeter-zertifizierten sizilianischen Zitrusfrüchte – im Vordergrund stehen. Für Genießer:innen, die neben dem Gin auch am bayerischen Whisky-Handwerk interessiert sind, lohnt sich zudem ein Blick auf das übrige Sortiment der Brennerei, das die gleiche handwerkliche Sorgfalt in eine ganz andere Spirituosenkategorie überträgt. Preislich siedelt sich der Liebl Bavarian Dry Gin im Mittelfeld der deutschen Craft-Gins an – ein fairer Gegenwert angesichts der Demeter-zertifizierten Ätna-Zitrusfrüchte und des beigemischten Gerstenmalzdestillats.
Einordnung & Alternativen
- The Duke Munich Dry Gin – ebenfalls bayerisch, aber ohne malzige Whisky-Komponente und mit klassischerem Zitrus-Kräuter-Profil.
- Windspiel Dry Gin – deutscher Craft-Gin aus einer anderen Region, preislich eine Stufe höher und kartoffelbasiert statt getreidebasiert.
- Siegfried Rheinland Dry Gin – floraler und ohne die hopfig-malzige Tiefe, die den Liebl so eigenständig macht.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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