Herstellung des London No. 1 Original Blue Gin:
Der London No. 1 Original Blue Gin wird von Master Distiller Charles Maxwell bei Thames Distillers in London hergestellt, einer der letzten unabhängigen Gin-Destillerien der Stadt; die Marke selbst gehört dem spanischen Spirituosenkonzern Gonzalez Byass. Ursprünglich als "The London Gin" vermarktet, musste die Marke wegen der EU-weit geschützten Bezeichnung "London Gin" – die unter anderem eine nachträgliche Färbung des fertigen Destillats ausschließt – in "The London No. 1" umbenannt werden, obwohl der Gin stilistisch nach wie vor klar der London-Dry-Tradition folgt. Basis ist ein englischer Getreidefeinbrand, der im Pot-Still-Verfahren viermal in kleinen Batches destilliert wird. Sein Markenzeichen ist die kräftige, blau-türkise Farbe, die durch eine Mazeration mit Gardenienblüten sowie eine abschließende Bergamotte-Infusion entsteht – ein für Gin außergewöhnliches, rein pflanzliches Färbeverfahren, das ganz ohne künstliche Farbstoffe auskommt und den Gin optisch von nahezu jedem anderen London Dry Gin abhebt.
Verkostung des London No. 1 Original Blue Gin:
In der Nase zeigt sich der London No. 1 intensiv blumig-parfümiert mit floralen Flieder- und Lavendeltönen, darunter Wacholder, Kardamom und Zitrus. Am Gaumen ist er würzig-blumig mit einer ingwerartigen Schärfe, kräftigem Wacholder und Zitrusnoten, während Mandel und Süßholzwurzel für eine dezente, nussig-süße Rundung im Hintergrund sorgen. Der Abgang ist lang, würzig-ingwerhaft und klingt blumig-balsamisch mit Orangenschale aus, wobei die Gardenien-Note noch lange nachhallt und dem Gin seine unverwechselbare, fast parfümartige Signatur verleiht.
Steckbrief London No. 1 Original Blue Gin:
Alkoholgehalt: 43 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Orriswurzel, Süßholzwurzel, Bohnenkraut, Kassia, Zimt, Mandel, Zitronen- und Orangenschale, Bergamotte, Gardenienblüten
Hersteller: Thames Distillers (Gonzalez Byass), London, England
Botanicals des London No. 1 Original Blue Gin im Detail
Während die Basis-Botanicals – Wacholder, Koriander, Angelikawurzel und Orriswurzel – dem klassischen London-Dry-Baukasten entsprechen, ist die eigentliche Besonderheit des London No. 1 die Kombination aus Bergamotte und Gardenienblüten, die sowohl für die florale Aromatik als auch für die charakteristische Farbe verantwortlich zeichnet. Gardenienblüten enthalten natürliche blaue Pigmente, die während der Mazeration in den Gin übergehen; die abschließende Bergamotte-Infusion rundet die Farbe zu dem markanten Blau-Türkis ab und steuert gleichzeitig eine parfümiert-zitrische Note bei, wie man sie auch aus Earl-Grey-Tee kennt. Kassia, Zimt und Mandel sorgen für eine warme, leicht süßliche Würze, die den floralen Charakter des Gins erdet und ihn davor bewahrt, zu einseitig parfümiert zu wirken. Dieses rein botanische Färbeverfahren – ganz ohne künstliche Zusatzstoffe – war zum Zeitpunkt der Markteinführung eine Rarität in der Gin-Welt und bleibt bis heute eines der wenigen Beispiele für einen natürlich gefärbten Gin dieser Art.
Verwendung des London No. 1 Original Blue Gin
- Cocktails: Die auffällige blaue Farbe macht den London No. 1 besonders für optisch markante Drinks interessant, etwa einen "Blue Pegu" oder einen klassischen Aviation, in dem sich Farbe und florale Aromatik gegenseitig verstärken; die Farbe bleibt auch in Longdrinks weitgehend erhalten.
- Gin & Tonic: Mit einem klassischen Tonic Water wie Schweppes Indian Tonic Water bleibt die blumig-würzige Ingwer- und Wacholdernote gut erkennbar, ohne dass die Farbe verblasst; eine Zitronenzeste ergänzt die Zitrusnoten im Glas.
Der London No. 1 richtet sich an Genießer:innen, die neben dem Geschmack auch die optische Inszenierung eines Drinks schätzen, und die einen klassisch-würzigen, aber floral aufgehellten Gin suchen. Im Vergleich zu rein traditionellen London-Dry-Gins ohne Zusatzfarbe zeigt der London No. 1, dass sich handwerkliche Klassik und ein auffälliges, rein botanisches Erscheinungsbild nicht ausschließen müssen. Wer einen unauffälligen, klaren Gin bevorzugt, wird bei der markanten Farbe eher zögern; wer aber einen Blickfang für die Hausbar sucht, der trotzdem geschmacklich in der London-Dry-Tradition verankert bleibt, findet im London No. 1 einen der wenigen Vertreter dieser seltenen Kombination.
Auch die Geschichte der Umbenennung von "The London Gin" zu "The London No. 1" ist bezeichnend für die strenge europäische Regulierung von Gin-Kategorien: Die Bezeichnung "London Gin" ist EU-weit rechtlich geschützt und verlangt unter anderem, dass dem fertigen Destillat nach der Destillation keine Farbstoffe mehr zugesetzt werden dürfen – unabhängig davon, ob diese künstlich oder wie im Fall des London No. 1 rein pflanzlich sind. Statt auf die Farbgebung zu verzichten, entschied sich Thames Distillers dafür, den Markennamen anzupassen und die charakteristische blaue Farbe beizubehalten, die inzwischen zum eigentlichen Wiedererkennungsmerkmal der Marke geworden ist. Für Sammler:innen und Bar-Enthusiast:innen macht gerade diese Kombination aus strenger Handwerkstradition und ungewöhnlicher Optik den London No. 1 zu einem der eigenständigeren Namen unter den englischen Gin-Klassikern. Preislich siedelt sich der London No. 1 im Premiumsegment an, was angesichts der viermaligen Destillation und des seltenen, rein pflanzlichen Färbeverfahrens über Gardenienblüten gerechtfertigt erscheint.
Einordnung & Alternativen
- Hendrick's Gin – ebenfalls ein unkonventioneller britischer Premium-Gin mit markantem Wiedererkennungswert, hier aber über Gurke und Rose statt über Farbe erzielt.
- Brockmans Premium Gin – setzt auf Beerenfrucht statt Blütenfarbe, preislich aber in ähnlicher Liga.
- Bombay Sapphire London Dry Gin – deutlich günstiger und ohne Farbspiel, dafür ein verlässlicher klassischer Allrounder.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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Passende Cocktails
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