Herstellung des Asbach Uralt:
Asbach Uralt wurde 1892 von Hugo Asbach im rheinischen Weinort Rüdesheim am Rhein gegründet und zählt damit zu den ältesten deutschen Weinbrand-Marken überhaupt. Nach dem Ersten Weltkrieg, als die Verwendung der Bezeichnung "Cognac" für nicht-französische Erzeugnisse zunehmend eingeschränkt wurde, prägte Hugo Asbach selbst den Begriff "Weinbrand" für deutsche Branntweine aus Wein – eine Bezeichnung, die 1923 offiziell in das deutsche Weinrecht aufgenommen wurde und bis heute die gesetzliche Kategorie für in Deutschland hergestellten Brandy bildet. Das Unternehmen gehört inzwischen zur Underberg AG, produziert aber weiterhin am historischen Stammsitz in Rüdesheim.
Grundlage sind ausgewählte deutsche Weine, die sorgfältig fermentiert und anschließend doppelt destilliert werden – ein Verfahren, das dem Asbach in der Produktionslogik dem klassischen Cognac-Doppelbrand ähnelt, auch wenn rechtlich und geografisch keine Cognac-Bezeichnung verwendet werden darf. Nach der Destillation reift der Asbach Uralt mindestens drei Jahre in Fässern aus Limousin-Eiche, jenem französischen Eichenholz, das auch in der Cognac-Produktion verbreitet ist und dem Brand seine charakteristische Vanille- und Karamellnote verleiht. EU-weit schreibt die Spirituosenverordnung für Weinbrand einen Mindestalkoholgehalt von 36 % vol. sowie eine Mindestlagerung von sechs Monaten in Eichenfässern unter 1.000 Litern Fassungsvermögen vor; die geschützte Bezeichnung "Deutscher Weinbrand" verlangt zusätzlich mindestens 38 % vol. sowie eine amtliche Prüfnummer auf dem Etikett. Asbach Uralt erfüllt diese strengeren deutschen Anforderungen und liegt mit seiner tatsächlichen dreijährigen Reifedauer deutlich über den gesetzlichen Mindestvorgaben.
Verkostung des Asbach Uralt:
In der Nase präsentiert sich der Asbach Uralt in warmem Bernstein und zeigt eine einladende Aromatik aus Honig, frischen Blüten und reifer Erdbeere, ergänzt durch feine Nougat- und Gebäcknoten. Am Gaumen zeigt sich ein weicher Einstieg mit Vanille und Karamell, der in dunkle Fruchtnoten wie Aprikose, Pflaume und getrocknete Feige übergeht, begleitet von Mandelaroma und einer cremigen, an Crème brûlée erinnernden Textur, bevor sanfter schwarzer Pfeffer und Würze das Bild abrunden. Der Abgang ist mittellang, mit nachklingender dunkler Schokolade, gerösteten Nüssen und einem Hauch Flieder, der in eine warme, leicht pfeffrige Wärme übergeht. Mit 38 % vol. zeigt sich der Asbach Uralt zugänglich und rund, ohne die Tiefe und Komplexität deutlich länger gereifter Cognacs zu erreichen.
Steckbrief Asbach Uralt:
Alkoholgehalt: 38 % vol.
Klassifikation: Deutscher Weinbrand (mindestens 3 Jahre)
Fassreifung: Limousin-Eiche
Hersteller: Asbach GmbH (Underberg AG), Rüdesheim am Rhein, Deutschland
Herstellung im Detail: Die Geschichte des deutschen Weinbrands
Der Begriff "Weinbrand" ist untrennbar mit der Geschichte von Hugo Asbach verbunden: Als nach dem Ersten Weltkrieg internationale Handelsabkommen die Verwendung der geschützten Bezeichnung "Cognac" für Erzeugnisse außerhalb der französischen Charente-Region zunehmend untersagten, musste eine eigenständige deutsche Bezeichnung gefunden werden. Hugo Asbach prägte daraufhin den Begriff Weinbrand, der 1923 gesetzlich verankert wurde und bis heute als Oberbegriff für alle in Deutschland aus Wein hergestellten und in Eichenfässern gereiften Branntweine gilt. Damit war Asbach nicht nur Namensgeber eines Produkts, sondern maßgeblich an der Entstehung einer ganzen deutschen Spirituosenkategorie beteiligt.
Rüdesheim am Rhein, direkt im Weinbaugebiet Rheingau gelegen, bot dabei ideale Voraussetzungen für die Weinbrand-Produktion: Die Nähe zu bedeutenden deutschen Weinbauregionen sicherte einen konstanten Zugang zu geeigneten Grundweinen, während die Lage am Rhein historisch auch für den Handel und Vertrieb von Vorteil war. Über 125 Jahre nach der Gründung bleibt Asbach Uralt die bekannteste und meistverkaufte deutsche Weinbrand-Marke und wird bis heute am Ursprungsstandort in Rüdesheim produziert, auch wenn das Unternehmen inzwischen zum Underberg-Konzern gehört.
Genuss-Empfehlung
Der Asbach Uralt eignet sich hervorragend pur im Schwenkglas bei Zimmertemperatur, wo sich Honig- und Fruchtnoten voll entfalten können, ebenso wie auf einem großen Eiswürfel für einen erfrischenderen Genuss. In der deutschen Küche ist Asbach traditionell auch als Zutat bekannt, allen voran im Rüdesheimer Kaffee: 1957 vom Gastronomen Hans Karl Adams eigens für Asbach entwickelt, verbindet dieser heiße Kaffee-Klassiker aus Rüdesheim Kaffee, Zuckerwürfel, Asbach Uralt und Schlagsahne zu einer der bekanntesten deutschen Digestif-Zubereitungen überhaupt. Auch in Weihnachtsgebäck wie Stollen findet der Weinbrand traditionell Verwendung. Als reiner Digestif passt er zudem hervorragend zu dunkler Schokolade, Walnusskuchen oder mildem Blauschimmelkäse.
Im Vergleich zu französischem Cognac zeigt sich der Asbach Uralt fruchtiger und weniger streng strukturiert, was ihn zu einem zugänglichen Einstieg in die Welt der Fass-gereiften Weinbrände macht. Innerhalb der deutschen Weinbrand-Kategorie gilt Asbach Uralt seit über einem Jahrhundert als der unangefochtene Klassiker und Maßstab, an dem sich andere deutsche Weinbrand-Marken bis heute messen lassen müssen.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
Ähnliche Cognac & Brandy-Verkostungen
Camus VSOP Elegance
Herstellung des Camus VSOP Elegance: Camus wurde 1863 von Jean Baptiste Camus in der Stadt Cognac gegründet und ist bis heute das…
Château de Laubade Bas-Armagnac VSOP
Herstellung des Château de Laubade Bas Armagnac VSOP: Château de Laubade wurde 1870 von Joseph Noulens gegründet und befindet…
Courvoisier VSOP
Herstellung des Courvoisier VSOP: Die Ursprünge von Courvoisier gehen auf das Jahr 1796 zurück, als Emmanuel Courvoisier und…
E&J VS Brandy
Herstellung des E&J VS Brandy: E&J Brandy wird von der E. & J. Gallo Winery produziert, die die Brüder Ernest und Julio Gallo im…
