Herstellung des Château de Laubade Bas-Armagnac VSOP:
Château de Laubade wurde 1870 von Joseph Noulens gegründet und befindet sich seit drei Generationen im Besitz der Familie Lesgourgues, die das 80 Hektar große, zusammenhängende Anwesen im Ort Sorbets im Herzen des Bas-Armagnac bewirtschaftet – dem als qualitativ hochwertigsten geltenden Teilgebiet der Armagnac-Region in der Gascogne. Damit unterscheidet sich Laubade bereits geografisch von Cognac: Armagnac stammt aus einer eigenen, südwestlich gelegenen Weinbauregion mit eigener Appellation und eigener Handwerkstradition.
Der entscheidende Unterschied zu Cognac liegt jedoch im Destillationsverfahren: Während Cognac stets zweifach in Charentais-Brennblasen destilliert wird, verwendet Armagnac traditionell eine einfache, kontinuierliche Destillation in der sogenannten Armagnac-Alambic-Kolonne. Château de Laubade betreibt dafür eine 1974 eigens gebaute Kolonnenbrennanlage, in der die sechs auf dem Anwesen kultivierten Rebsorten – darunter Ugni Blanc, Folle Blanche, Colombard und die widerstandsfähige Kreuzung Baco – jeweils getrennt destilliert werden, kontrolliert von den hauseigenen Brennmeistern. Die einfache Destillation erhält dabei mehr von der ursprünglichen Rebsortencharakteristik als das doppelte Cognac-Verfahren. Gereift werden die Eaux-de-Vie anschließend in rund 3.000 Fässern über neun Kellergewölbe hinweg; das Holz dafür stammt von Stieleichen aus der Gascogne, die auf dem Anwesen selbst abgelagert und von lokalen Küfern zu Fässern verarbeitet werden. Der VSOP reift zwischen sechs und zwölf Jahren, bevor Kellermeister François Laura die finale Assemblage erstellt.
Verkostung des Château de Laubade Bas-Armagnac VSOP:
In der Nase zeigt sich der VSOP in warmem Bernstein und präsentiert eine für Armagnac typische, rustikalere Fruchtintensität als vergleichbare Cognacs: Pflaume, getrocknete Feige und ein Hauch Zwetschgenkompott treten neben würzigen Noten von Zimt und einem Anflug frisch gesägten Eichenholzes hervor – eine direkte Folge der einfachen Kolonnendestillation, die den Rebsortencharakter deutlicher durchscheinen lässt. Am Gaumen zeigt sich eine dichte, weinig-fruchtige Struktur mit reifem Trockenobst und einer kräftigeren, erdigeren Würze, als sie doppelt destillierte Cognacs typischerweise zeigen; die Gascogne-Eiche verleiht zusätzliche Tanninstruktur und eine leicht rustikale Röstnote. Der Abgang ist lang, warm und würzig, mit nachklingenden Aromen von Backpflaume und geröstetem Nussaroma. Mit 40 % vol. zeigt der Laubade VSOP den ursprünglicheren, weniger geglätteten Charakter, für den Armagnac gegenüber Cognac geschätzt wird.
Steckbrief Château de Laubade Bas-Armagnac VSOP:
Alkoholgehalt: 40 % vol.
Klassifikation: VSOP (6–12 Jahre)
Fassreifung: Gascogne-Eiche, einfache Kolonnendestillation
Hersteller: Château de Laubade (Familie Lesgourgues), Sorbets, Gascogne, Frankreich
Herstellung im Detail: Einfache Kolonnendestillation statt Doppelbrand
Der grundlegende Unterschied zwischen Armagnac und Cognac liegt in der Brenntechnik: Cognac wird zweifach in kupfernen Pot Stills destilliert, was ein reineres, aber auch neutraleres Destillat ergibt. Armagnac hingegen entsteht traditionell durch einfache, kontinuierliche Destillation in einer speziellen Kolonnenanlage, der sogenannten Alambic Armagnacais, bei der Wein und Dampf im Gegenstromprinzip durch mehrere Böden geführt werden. Dieses Verfahren erhält deutlich mehr der ursprünglichen Rebsorten- und Terroir-Charakteristik als der Cognac-Doppelbrand, führt aber zu einem etwas höheren Fuselölanteil und damit zu dem rustikaleren, würzigeren Charakter, für den Armagnac bekannt ist. Château de Laubade betreibt seine eigene, 1974 gebaute Kolonne direkt auf dem Anwesen und destilliert die sechs Rebsorten konsequent getrennt, bevor sie im Laufe der späteren Assemblage wieder zusammengeführt werden.
Als eines der wenigen Armagnac-Häuser, die Weinberge, Destillation, Fassbau und Reifung vollständig auf einem einzigen, zusammenhängenden Anwesen vereinen, gilt Laubade als Referenzbetrieb für die Single-Estate-Philosophie im Bas-Armagnac. Die Verwendung von selbst abgelagertem Gascogne-Eichenholz für die eigenen Fässer ist dabei eine Besonderheit, die nur wenige Häuser der Region in dieser Konsequenz betreiben.
Der Bas-Armagnac gilt innerhalb der drei offiziellen Armagnac-Appellationen – neben Ténarèze und Haut-Armagnac – als das qualitativ hochwertigste Teilgebiet, da seine sandig-lehmigen Böden, im Französischen "sables fauves" genannt, den Reben eine besonders feine, florale Aromatik verleihen. Diese Terroir-Eigenheit macht den Bas-Armagnac zum bevorzugten Ursprungsgebiet für die meisten hochwertigen Armagnac-Abfüllungen und erklärt, warum praktisch alle renommierten Häuser der Region, darunter auch Laubade, ihre Anwesen bewusst in diesem Teilgebiet angesiedelt haben.
Genuss-Empfehlung
Der Château de Laubade VSOP eignet sich hervorragend pur im Cognac-Schwenkglas bei Zimmertemperatur, wo sich die würzige, erdige Fruchtaromatik voll entfalten kann. Klassisch wird Armagnac in Südwestfrankreich auch als "Trou Gascon" zwischen den Gängen eines Menüs gereicht, um den Gaumen zu erfrischen. Als Digestif passt er hervorragend zu dunkler Schokolade, gereiftem Ziegenkäse oder einer milden Zigarre, deren Röstnoten die würzige Tiefe des Armagnacs ergänzen.
Im Vergleich zu Cognac-VSOP-Abfüllungen wie Rémy Martin oder Courvoisier zeigt sich der Château de Laubade VSOP deutlich rustikaler, würziger und weniger geglättet – ein direktes Resultat der einfachen Kolonnendestillation. Innerhalb der Armagnac-Kategorie gilt Laubade als eines der angesehensten Single-Estate-Häuser und bildet mit dem VSOP den zugänglichen Einstieg in ein Sortiment, das bis zu jahrzehntealten Jahrgangs-Armagnacs reicht.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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