Brockmans Premium Gin & Goldberg & Sons Indian Hibiscus Tonic (4/5)

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Brockmans Premium Gin & Goldberg & Sons Indian Hibiscus Tonic (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Brockmans Premium Gin setzt Wacholder bewusst in den Hintergrund und rückt stattdessen kalt zugesetzte Blaubeer- und Brombeerextrakte in den Vordergrund – ein Verfahren, das dem Gin eine ungewöhnlich samtige, fruchtige Textur verleiht. Auf das Goldberg & Sons Indian Hibiscus Tonic trifft damit ein Gin, dessen dunkle Beerennoten sich thematisch mit der eigenen Beschreibung des Tonics decken: Goldberg & Sons vergleicht die Hibiskus-Aromatik selbst mit Hagebutten- oder Waldbeertee. Auch hier gilt: Das Tonic nennt den Brockmans auf seiner eigenen Produktseite ausdrücklich als eine seiner drei Gin-Empfehlungen, neben Hendrick's und Puerto de Indias – ein Hinweis darauf, dass Goldberg & Sons bei der Entwicklung der Rezeptur bewusst an fruchtig-florale Gin-Profile gedacht hat. Seit der Markteinführung 2008 positioniert sich der Brockmans bewusst als "The Properly Improper Gin" und setzt mit seinem "Cold Compounding" – dem nachträglichen Zusatz kalt gewonnener Blaubeer- und Brombeerextrakte zum fertig destillierten Getreidebrand – auf ein Verfahren, das seine Fruchtaromen ungewöhnlich frisch und intensiv erhält, statt sie der Hitze einer klassischen Mitdestillation auszusetzen.

Warum diese Kombination funktioniert

Die zentrale Stärke dieser Paarung liegt darin, dass beide Komponenten in dieselbe aromatische Richtung zielen, ohne identisch zu sein: Die Blaubeer- und Brombeernoten des Brockmans sind dunkel, samtig und leicht süßlich, während die Hibiskusblüte des Tonics eine hellere, herbere und leicht säuerliche Beeren- beziehungsweise Blütennote beisteuert, die eher an Waldbeertee als an frische Frucht erinnert. Aus diesem Zusammenspiel entsteht ein vielschichtigeres Beerenbild, als es eine der beiden Komponenten allein liefern könnte. Die feine Chinin-Bitterkeit des Tonics übernimmt dabei eine wichtige Ausgleichsfunktion: Der Brockmans selbst bringt kaum Wacholder- oder Kräuterstruktur mit, sodass ohne eine gewisse Gegenbitterkeit die Gefahr bestünde, dass der Drink insgesamt zu weich und richtungslos wirkt. Ganz verschwindet dieses Risiko aber nicht – die Bitterkeit des Tonics ist selbst eher zurückhaltend (das Tonic setzt stärker auf Frucht- und Blütennoten als auf Chininherbe), sodass der Gesamteindruck insgesamt weicher und weniger konturiert bleibt als etwa bei kräftiger strukturierten Kombinationen.

Verkostung der Kombination

In der Nase verbinden sich die dunklen Beerennoten des Brockmans mit der helleren, herb-blumigen Hibiskusnote des Tonics zu einem vielschichtigen, an Waldbeertee erinnernden Bild. Am Gaumen zeigt sich der Drink samtig und rund, mit einer spürbaren, aber nie aufdringlichen Süße aus Beerenfrucht und Hibiskus, während die Säure insgesamt zurückhaltend bleibt. Die feine Mandelnote im Abgang des Brockmans verbindet sich mit dem leicht herben Nachklang der Hibiskusblüte zu einem angenehm langen, aber weichen Finish. Wacholder ist, wie im puren Brockmans, kaum wahrnehmbar; wer eine klar konturierte, bittere Struktur erwartet, findet hier eher ein rundes, fruchtig-blumiges Gesamtbild ohne scharfe Kanten.

Serviervorschlag

Serviert wird die Kombination am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis, im Verhältnis von etwa 1:3. Als Garnitur passen frische Blaubeeren besonders gut, da sie die dunkle Beerennote des Gins direkt aufgreifen und zugleich farblich mit der kräftigen Rotfärbung des Hibiskus-Tonics harmonieren. Getrocknete Hibiskusblüten funktionieren als Alternative ebenfalls gut, während von zusätzlichen Zitrusgarnituren eher abzuraten ist, da sie das runde, süßliche Beerenbild eher stören als ergänzen würden.

Einordnung & Vergleich

Im Vergleich zur ebenfalls in diesem Katalog vorgestellten Kombination des Hendrick's Gin mit demselben Tonic zeigt sich ein Unterschied in der Struktur: Während Hendrick's über seine dezente Kubebenpfeffer-Würze und die feine erdige Tiefe von Angelikawurzel noch ein Mindestmaß an Kontur mitbringt, setzt der Brockmans fast ausschließlich auf Frucht und Weichheit, wodurch die Kombination insgesamt runder, aber auch weniger konturiert wirkt. Wer den Brockmans lieber mit spürbarerer Bitterkeit trinkt, findet mit dem vom Hersteller selbst empfohlenen East Imperial Grapefruit Tonic Water einen Gegenentwurf, bei dem die Grapefruit-Bitterkeit einen spannenden Kontrast zur Beerensüße setzt, statt sie zu begleiten.

Fazit

4/5 Punkte. Eine stimmige, in sich schlüssige Beeren-Kombination, die die fruchtig-samtige Seite des Brockmans gut zur Geltung bringt. Für die Höchstwertung fehlt der Kombination eine Spur mehr Struktur: Weder Gin noch Tonic bringen viel Wacholder- oder Bitterrückgrat mit, sodass der Drink insgesamt weicher und weniger konturiert bleibt als etwa die florale Paarung mit Hendrick's. Wer runde, fruchtig-blumige Gin & Tonics ohne scharfe Kanten mag, findet hier dennoch eine der ansprechendsten Kombinationen des Hibiscus-Tonics im Katalog. Gerade weil der Brockmans explizit auch als eigenständige Spirituose pur oder auf Eis konzipiert wurde, zeigt diese Kombination zudem, dass er auch als Gin & Tonic seine samtige, wenig aufdringliche Grundhaltung nicht verliert.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße3/5