Die Kombination im Überblick
Jinzu Gin entsteht durch die Assemblage eines klassisch destillierten Wacholder-Koriander-Gins mit japanischem Sake, ergänzt um Kirschblüte (Sakura) und die Zitrusfrucht Yuzu. Diese Verschnittmethode verleiht ihm eine ungewöhnlich weiche, reisig-süße Grundnote, wie sie sonst bei kaum einem anderen Gin zu finden ist. Yuzu ist damit von Haus aus bereits Teil des Jinzu-Profils, wenn auch nur als eine von mehreren, eher leise gehaltenen Zutaten. Auf das Goldberg & Sons Japanese Yuzu Tonic mit seiner kräftigen Kohlensäure und deutlich präsenteren Zitrus-Bitter-Achse trifft damit ein Gin, dessen eigentliche Stärke gerade in seiner Zurückhaltung liegt – eine Ausgangslage, die diese Paarung interessant, aber auch etwas riskant macht. Entwickelt wurde der Jinzu 2013 im Rahmen eines Diageo-Wettbewerbs von der Bartenderin Dee Davies und wird bis heute in der schottischen Cameronbridge Distillery gebrannt, wo im traditionellen "One-Shot"-Verfahren auch das Destillat für Tanqueray entsteht – der eigentliche Charakter des Jinzu entsteht aber erst durch die anschließende Assemblage mit japanischem Sake.
Warum diese Kombination funktioniert
Der Jinzu selbst empfiehlt auf seiner Produktseite in erster Linie das Thomas Henry Cherry Blossom Tonic, das gezielt die Kirschblüten- und Sake-Aromen verstärkt, sowie alternativ ein klassisches, bittereres Tonic, dessen Herbe die milde Süße des Sake ausbalanciert. Das Goldberg Yuzu Tonic bewegt sich zwischen diesen beiden Polen: Seine kräftige Chinin-Bitterkeit übernimmt tatsächlich die ausgleichende Funktion gegenüber der sake-bedingten Süße des Jinzu, wie es auch das empfohlene Indian Tonic tun würde. Gleichzeitig verstärkt die dominante Yuzu-Note des Tonics die im Jinzu ohnehin angelegte Zitrusfrucht – anders als beim deutlich kräftigeren Roku oder beim zitrusfokussierten Ki No Bi hat der Jinzu dieser Verstärkung aber wenig entgegenzusetzen: Seine zarte Kirschblüte tritt gegenüber der intensiven Tonic-Frucht spürbar zurück, statt wie bei den anderen Gins als eigenständige Ebene erhalten zu bleiben. Die reisig-weiche Sake-Rundung bleibt zwar als angenehmer Kontrast zur Tonic-Trockenheit erhalten, doch die florale Eleganz, die den Jinzu eigentlich auszeichnet, gerät dabei streckenweise in den Hintergrund.
Verkostung der Kombination
In der Nase treten zunächst die kräftige Yuzu-Note und die feine Perlage des Tonics hervor, während die Kirschblüte des Jinzu nur noch als zarter, leicht mandelartiger Unterton wahrnehmbar bleibt. Am Gaumen zeigt sich ein Wechselspiel aus der weichen, reisig-süßen Sake-Textur und der spürbaren Chinin-Bitterkeit sowie moderaten Zitrussäure des Tonics – die Süße bleibt insgesamt merklich präsenter als bei den anderen Yuzu-Tonic-Kombinationen im Katalog, da sich sake-bedingte Rundung und die Restsüße des Tonics gegenseitig stützen, statt sich gegenseitig zu tilgen. Koriander und die dezente Würze des Jinzu treten kaum hervor. Der Abgang ist mittellang, zitrisch-bitter mit einem leicht süßlichen Nachklang, in dem die Kirschblüte nur noch schwach nachklingt.
Serviervorschlag
Serviert wird auch diese Kombination am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis, im Verhältnis von etwa 1:3. Um der zurückgedrängten Kirschblüte etwas mehr Raum zu geben, empfiehlt sich als Garnitur eine essbare Blüte oder, ersatzweise, eine dünne Scheibe reifer Mandarine statt einer weiteren Zitrusscheibe – eine zusätzliche Yuzu- oder Limettengarnitur würde die florale Seite des Jinzu nur noch weiter in den Hintergrund drängen. Wer die sake-typische Weichheit betonen möchte, kann das Verhältnis leicht zugunsten des Gins verschieben.
Einordnung & Vergleich
Im Vergleich zu den anderen Gins, die in diesem Katalog mit demselben Goldberg-Tonic kombiniert werden – dem sechs-Botanical-reichen Roku Gin und dem zitrusfokussierten Ki No Bi Kyoto Dry Gin –, zeigt der Jinzu die Grenzen seines eigenen, bewusst milden Konzepts: Wo Roku genügend Tee- und Sanshō-Tiefe mitbringt, um der kräftigen Tonic-Frucht standzuhalten, und Ki No Bi seine eigene Yuzu-Note als tragende Säule einsetzt, bleibt dem Jinzu mit seiner zarten Kirschblüte wenig entgegenzusetzen. Näher an seiner eigentlichen Stärke zeigt sich der Jinzu daher mit dem eigens für ihn empfohlenen Cherry-Blossom-Tonic, das die florale statt die zitrische Seite in den Vordergrund stellt.
Fazit
3/5 Punkte. Eine solide, aber keine ideale Kombination: Die kräftige Zitrus-Bitterkeit des Goldberg-Tonics balanciert die sake-bedingte Süße des Jinzu zwar durchaus sinnvoll aus, verdrängt dabei aber auch die zarte Kirschblüten-Note, die den Gin eigentlich besonders macht. Wer den Jinzu ohnehin vor allem wegen seiner Zitrusfrische mag, wird mit dieser Paarung zufrieden sein. Wer die florale, sake-weiche Eigenart des Gins voll auskosten möchte, ist mit dem hauseigens empfohlenen Cherry-Blossom-Tonic oder einem klassischen, weniger fruchtdominanten Indian Tonic besser beraten. Als gelegentliche Variante für alle, die den Jinzu vor allem wegen seiner sanften Zugänglichkeit schätzen und keinen ausgeprägten Fokus auf die Kirschblüte legen, bleibt diese Goldberg-Kombination dennoch ein solider, unkomplizierter Sommerdrink.
Geschmacks-Matrix der Kombination
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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