Mermaid Gin & Fever-Tree Mediterranean Tonic Water (4/5)

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Mermaid Gin & Fever-Tree Mediterranean Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Mermaid Gin von der Isle of Wight Distillery setzt auf lokal von den Klippen der Insel geerntetem Meerfenchel und wilder Holunderblüte, ergänzt um Wacholder, Grains of Paradise, Bio-Zitronenschale und weitere Botanicals wie Koriander, Angelikawurzel und Süßholzwurzel – ein maritim-florales Profil mit deutlicher Kräuterkomplexität. Das Fever-Tree Mediterranean Tonic Water bringt mit Rosmarin, Thymian und Lavendel eine eigene, mediterran geprägte Kräuterwelt mit, die sich botanisch von der englisch-maritimen Ausrichtung des Mermaid unterscheidet, aber dieselbe Grundidee teilt: mild, wenig bitter und kräuterbetont statt zitrus- oder chininlastig. Auf der eigenen Produktseite empfiehlt Mermaid Gin in erster Linie das Fever-Tree Elderflower Tonic Water, das die Holunderblüte des Gins direkt aufgreift. Diese Kombination mit dem Mediterranean-Tonic setzt dagegen nicht auf eine Verdopplung der floralen Note, sondern auf ein zweites, andersartiges Kräuterregister, das sich neben Meerfenchel und Holunderblüte behaupten muss. Hergestellt wird Mermaid Gin seit 2014 von der Isle of Wight Distillery am Pondwell Hill nahe Ryde, die als seit 2022 zertifizierte B Corporation zusätzlich Wert auf plastikfreie, recycelbare Verpackung und regionale Meeresschutzprojekte legt. Der namensgebende Meerfenchel wird von Hand direkt von den Kalksteinklippen der Insel gepflückt und trug auf der Insel traditionell den Beinamen "mermaid's kiss" – ein Bezug, den auch der Markenname aufgreift.

Warum diese Kombination funktioniert

Der Mermaid Gin ist botanisch bereits vielschichtig aufgebaut: Koriander, Angelikawurzel und Süßholzwurzel bilden neben Meerfenchel und Holunderblüte ein eigenständiges Kräutergerüst, das über die reine Blütennote hinausgeht. Rosmarin und Thymian aus dem Fever-Tree Mediterranean fügen sich in dieses bereits kräuterreiche Bild als zusätzliche, mediterran geprägte Facette ein, statt – wie das Elderflower Tonic – lediglich die Holunderblüte zu verdoppeln. Dadurch entsteht ein etwas anderer, aber ebenso stimmiger Effekt: Statt die florale Süße zu verstärken, verleiht das Tonic dem Drink eine zusätzliche, erdig-kräuterige Tiefe, die gut zur grün-salzigen Note des Meerfenchels passt. Die geringe Bitterkeit des Tonics stört dabei die feine, pfeffrige Würze der Grains of Paradise nicht, und die milde Süße hält sich zurück genug, um die salzige Meeresluft-Anmutung des Gins nicht zu übertönen.

Verkostung der Kombination

In der Nase verbindet sich die salzig-grüne Meerfenchelnote des Mermaid mit Rosmarin und Thymian zu einem Bild, das an einen Küstenspaziergang durch einen mediterranen Kräutergarten erinnert, während die Holunderblüte im Hintergrund eine blumige Süße beisteuert. Am Gaumen zeigt sich der Drink vielschichtig: Zitrusfrische und pfeffrige Grains-of-Paradise-Würze treffen auf die Kräuternote des Tonics, während der Meerfenchel für einen dezenten salzigen Unterton sorgt, der die Kombination von rein floralen Gin & Tonics klar abhebt. Süße bleibt insgesamt zurückhaltend, was dem eher salzig-herzhaften als süßlichen Grundcharakter des Gins entspricht. Der Abgang ist lang und komplex, mit einem Nachklang aus Kräutern, Zitrusschale und einer feinen Salzigkeit, die noch lange nachwirkt.

Serviervorschlag

Großes Ballonglas, reichlich Eis, Verhältnis etwa 1:3 (Gin zu Tonic). Als Garnitur passt eine dünne Gurkenscheibe oder ein Zweig frischer Fenchel besonders gut, da beide die grün-maritime Seite des Mermaid zusätzlich unterstreichen; alternativ funktioniert auch ein Zweig Rosmarin, der die Kräuterachse des Tonics aufgreift. Von süßen oder stark zitrischen Garnituren sollte eher abgesehen werden, da sie den salzig-herzhaften Charakter der Kombination in eine unpassende Richtung verschieben würden.

Einordnung & Vergleich

Im Vergleich zur vom Hersteller selbst empfohlenen Paarung mit dem Fever-Tree Elderflower Tonic Water zeigt sich ein interessanter Unterschied in der Herangehensweise: Das Elderflower Tonic verdoppelt gezielt die Holunderblüten-Note des Gins und macht die Kombination dadurch blumiger und süßer, während das Fever-Tree Mediterranean mit Rosmarin und Thymian eine zusätzliche, mediterran geprägte Kräuterebene einbringt, die eher die salzig-grüne Meerfenchelseite des Gins unterstützt als seine florale. Beide Ansätze sind im Grundsatz stimmig, führen aber zu spürbar unterschiedlichen Ergebnissen: mehr Blüte und Süße beim Elderflower Tonic, mehr Kräutergarten und Salzigkeit beim Mediterranean. Wer die maritime, leicht salzige Seite des Mermaid stärker erleben möchte als seine blumige, ist mit dieser Kombination besser bedient als mit der Herstellerempfehlung.

Fazit

4/5 Punkte. Eine überzeugende, wenn auch etwas andere Interpretation als die vom Hersteller empfohlene Elderflower-Variante: Statt die Holunderblüte zu verdoppeln, gibt das Fever-Tree Mediterranean dem bereits kräuterreichen Mermaid Gin eine zusätzliche, mediterrane Kräuterebene, die gut zur salzig-grünen Meerfenchelnote passt. Wer den maritimen, leicht salzigen Charakter des Mermaid schätzt und eine kräuterbetonte statt blumig-süße Interpretation sucht, findet hier eine sehr gute Wahl. Für die Höchstwertung fehlt es der Kombination an einer noch direkteren Verbindung zwischen den Botanicals, wie sie die Elderflower-Paarung durch die doppelte Holunderblüte bietet.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße2/5