Opihr Oriental Spiced London Dry Gin & Fentimans Valencian Orange Tonic Water (3/5)

Gin & Tonic

Opihr Oriental Spiced London Dry Gin & Fentimans Valencian Orange Tonic Water (3/5)

3/5 Redaktionsbewertung
Gin & Tonic
Opihr Oriental Spiced London Dry Gin bei Amazon
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen
Fentimans Valencian Orange Tonic Water bei Amazon
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen

Die Kombination im Überblick

Opihr Oriental Spiced London Dry Gin von G&J Distillers und das Fentimans Valencian Orange Tonic Water treffen hier als erste Kombination im Katalog für dieses Tonic aufeinander. Der Opihr setzt mit Kubebenpfeffer, Kardamom, Kreuzkümmel und Tellicherry-Pfeffer auf eine der würzigsten Botanical-Paletten im gesamten Gin-Segment, während Wacholder bewusst in den Hintergrund tritt; eine feine Orangenschale sorgt zusätzlich für etwas Frische. Beim Valencian Orange trifft dieselbe fermentierte Wacholder-Kaffernlimette-Grundlage der Marke auf süße, wenig saure Orangen aus der spanischen Anbauregion Valencia. Fentimans selbst nennt den Opihr auf der Produktseite des Valencian Orange als eine von drei Empfehlungen – mit der Begründung, dass sich die gewürzbetonten Botanicals des Gins gut mit der würzig-süßen Orangennote und der fermentierten Tiefe des Tonics vertragen, ohne dass eine Komponente die andere verdrängt. In der praktischen Verkostung zeigt sich dieses Versprechen jedoch nur teilweise eingelöst.

Warum diese Kombination nur bedingt funktioniert

Der Opihr hat im Katalog bereits mit einem anderen milden, wenig bitteren Tonic zu kämpfen gehabt: In der bestehenden Kombination mit dem 1724 Tonic Water fehlte der Gewürzfülle ein bitteres oder saures Gegengewicht, wodurch Kardamom und Kreuzkümmel nahezu ungebremst dominierten. Beim Valencian Orange wiederholt sich dieses Grundproblem in abgewandelter Form: Statt der neutralen Mandarinennote des 1724 bringt das Tonic hier eine deutlich präsentere, süße Orangenfrucht mit – die Süße überdeckt die Schärfe zwar stärker als die bloße Zurückhaltung des 1724, ersetzt aber weiterhin keine strukturgebende Bitterkeit oder Säure, die der Würze tatsächlich Kontur geben könnte. Die Fentimans-eigene fermentierte Basis aus Wacholder und Kaffernlimette bleibt gegen die geballte Gewürzfülle von Kubebenpfeffer und Tellicherry-Pfeffer weitgehend chancenlos. Das Ergebnis ist ein Drink, der zwar runder und weniger einseitig wirkt als die 1724-Kombination, aber ebenfalls nicht die spürbare Frische liefert, die ein Sommer-Gin-Tonic idealerweise mitbringen sollte.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich der Drink warm-würzig mit Kardamom und Kreuzkümmel im Zentrum, diesmal jedoch begleitet von einer deutlich süßeren, an Orangenmarmelade erinnernden Fruchtnote statt der dezenten Mandarine des 1724. Am Gaumen treten die Gewürze des Opihr weiterhin klar hervor, werden von der Orangensüße zwar abgemildert, aber nicht wirklich ausbalanciert – Säure und Bitterkeit bleiben nahezu vollständig abwesend. Wacholder ist, wie im puren Gin, kaum wahrnehmbar. Der Gesamteindruck erinnert an eine würzige Orangenmarmelade mit Pfeffernote statt an einen erfrischenden Longdrink. Der Abgang ist lang, süß-würzig und bleibt spürbar von Kardamom und Pfeffer geprägt.

Serviervorschlag

Auch hier ist ein großes Ballonglas mit reichlich Eis Pflicht, damit sich die Gewürzintensität über die Zeit etwas abmildert. Eine Orangenscheibe als Garnitur liegt aufgrund der Fruchtnote des Tonics nahe, verstärkt aber tendenziell eher die bereits vorhandene Süße, statt für zusätzliche Frische zu sorgen. Wer die Kombination dennoch ausprobieren möchte, sollte das Verhältnis leicht zugunsten des Tonics verschieben und auf eine zusätzliche Limettenscheibe zurückgreifen, die als einzige greifbare Säurequelle etwas Gegengewicht schafft, auch wenn der grundsätzliche Charakter dadurch nicht wesentlich verändert wird.

Einordnung & Vergleich

Der direkte Vergleich zur bereits bestehenden Kombination des Opihr mit dem 1724 Tonic Water zeigt, dass das Grundproblem dieses Gins bei milden, wenig bitteren Tonics ein strukturelles ist und nicht am gewählten Fruchtaroma hängt: Ob neutrale Mandarine oder süße Valencia-Orange – ohne eine Chinin-Bitterkeit oder spürbare Säure als Gegenspieler bleibt die Gewürzfülle von Kardamom, Kreuzkümmel und Pfeffer kaum eingehegt. Wer die Empfehlung der eigenen Opihr-Produktseite befolgen und stattdessen ein klassisches, chininbetonteres Fever-Tree Premium Indian Tonic Water probieren möchte, findet dort die spürbar besser funktionierende Alternative, da die kräftigere Bitterkeit den Gewürzen tatsächlich Kontur und Gegenspiel bietet. Innerhalb der Fentimans-Familie liegt zudem ein Blick auf das klassische, deutlich bitterere Fentimans Tonic Water nahe: Dessen kräftige, erdige Bitterkeit könnte der Gewürzfülle des Opihr eher standhalten als die beiden milderen, fruchtbetonten Varianten der Marke.

Fazit

3/5 Punkte. Wie schon beim 1724 Tonic Water zeigt sich auch hier: Dem Opihr fehlt bei diesem Tonic ein wirksames Gegengewicht zu seiner Gewürzfülle, auch wenn die süße Orangennote den Drink insgesamt runder und weniger einseitig wirken lässt als die neutralere Mandarinen-Variante. Als warmer, würziger Longdrink mit deutlicher Orangenmarmeladen-Note kann die Kombination in der kalten Jahreszeit durchaus reizvoll sein, für einen spritzig-frischen Sommer-Gin-Tonic ist sie aber auch in dieser Fentimans-Variante nicht die erste Wahl. Wer den Opihr wirklich gut ausbalanciert erleben möchte, sollte eher zu einem klassischen, kräftig-bitteren Indian Tonic greifen.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance3/5
Komplexität3/5
Säure/Frische1/5
Süße4/5