Herstellung des Reyka Vodka:
Reyka Vodka wurde 2005 vom schottischen Familienunternehmen William Grant & Sons – bekannt vor allem für Whisky-Marken wie Glenfiddich – in Island eingeführt und gilt als Produkt der ersten Destillerie des Landes überhaupt. Hergestellt wird Reyka bis heute in Borgarnes, rund 70 Kilometer nördlich von Reykjavík, an einem Standort, der bewusst wegen seiner Nähe zu vulkanischem Gestein und natürlichem Quellwasser gewählt wurde.
Basis von Reyka ist ein Getreidedestillat aus Weizen und Gerste, das für den Verschnitt mit Wasser aus der Grábrók-Quelle vermischt wird – einer Quelle, die auf einem rund 4.000 Jahre alten Lavafeld entspringt und aufgrund ihrer natürlichen Reinheit ohne weitere Aufbereitung verwendet werden kann. Destilliert wird Reyka in einer eigens in Schottland angefertigten Kupfer-Carter-Head-Still, von der weltweit nur sechs Exemplare existieren und die als einzige davon für die Vodka-Produktion eingesetzt wird; sie erlaubt eine besonders präzise, von Hand gesteuerte Auswahl des Mittellaufs. Nach der Destillation und dem Verschnitt auf Trinkstärke durchläuft der Vodka eine Filtration über echtes Lavagestein, das aus der unmittelbaren Umgebung der Destillerie stammt und etwa alle drei Monate erneuert wird.
Verkostung des Reyka Vodka:
In der Nase präsentiert sich Reyka ausgesprochen klar und mineralisch, mit einer feinen Getreidenote, dezenten grasigen Anklängen und einer fast kühlen Frische, die viele Verkoster mit dem isländischen Ursprung der Marke in Verbindung bringen. Am Gaumen zeigt sich der Vodka schlank und sauber, mit einer moderaten Süße und einer leichten, aber angenehmen Cremigkeit, die trotz der eher schlanken Struktur für ein rundes Mundgefühl sorgt. Die Schärfe bleibt sehr gut kontrolliert, was auf die präzise Fraktionierung durch die Carter-Head-Still zurückgeführt wird. Der Abgang ist mittellang, frisch und mineralisch, mit einem klaren, unaufdringlichen Ausklang ohne Bitterkeit. Mit 40 % vol. gilt Reyka als einer der reinsten und zugänglichsten Vodkas seiner Preisklasse.
Steckbrief Reyka Vodka:
Alkoholgehalt: 40 % vol.
Basis: Weizen und Gerste
Destillation/Filterung: Destillation in einer Kupfer-Carter-Head-Still, Filterung über Lavagestein, Verschnitt mit Wasser der Grábrók-Quelle
Hersteller: William Grant & Sons, Borgarnes, Island
Herstellung im Detail: Warum Lavagestein und Carter-Head-Still den Unterschied machen
Die Filtration über echtes Lavagestein ist im Vodka-Segment eine Seltenheit und ergibt sich bei Reyka unmittelbar aus der geologischen Lage der Destillerie in Borgarnes, das auf einem Lavafeld liegt, das vor rund 4.000 Jahren entstanden ist. Anders als bei der sonst üblichen Aktivkohlefilterung soll das poröse Lavagestein dem Vodka eine besonders klare, mineralische Reinheit verleihen, ohne dabei nennenswerte Aromen zu entziehen. Ergänzt wird dieses Verfahren durch den Einsatz einer Carter-Head-Still – einer Sonderform der klassischen Kupfer-Pot-Still, die ursprünglich aus der Gin-Produktion bekannt ist und dort zur schonenden Destillation von Botanicals verwendet wird. Bei Reyka erlaubt sie es dem Brennmeister, den Mittellauf besonders eng und kontrolliert abzugrenzen, statt wie bei klassischen Vodka-Kolonnen den gesamten Destillatstrom zu verwenden.
Diese Kombination aus geologischer Standortwahl, seltener Destillationstechnik und vulkanischer Filterung macht Reyka zu einem der wenigen Vodkas, deren Herkunftsgeschichte sich unmittelbar im Produktionsverfahren widerspiegelt, statt nur als Marketingerzählung zu dienen. Innerhalb des Portfolios von William Grant & Sons ergänzt Reyka die traditionelle Whisky-Expertise des Unternehmens um ein Produkt, das explizit von den geologischen Besonderheiten Islands profitiert – ein Standortvorteil, den kaum eine andere Vodka-Destillerie weltweit für sich beanspruchen kann.
Die Produktion erfolgt bewusst in kleinen Chargen ("Small Batch"), was Reyka von den meist in sehr großen Volumina hergestellten Massenmarken-Vodkas unterscheidet und dem Brennmeister eine engere Kontrolle über jeden einzelnen Destillationsdurchgang erlaubt. Für diese Qualität wurde Reyka mehrfach international ausgezeichnet, unter anderem mit der Vodka-Trophäe der International Wine and Spirits Competition, was die Positionierung der Marke als ernstzunehmende Alternative zu etablierten Weizen- und Roggen-Vodkas aus Skandinavien und Osteuropa untermauert hat.
Verwendung des Reyka Vodka
- Pur oder eisgekühlt: Die mineralische Klarheit kommt ohne Verdünnung am besten zur Geltung.
- Vodka Martini: Die saubere, präzise Aromatik eignet sich hervorragend für einen klassischen, trockenen Martini.
- Moscow Mule mit frischem Ingwer: Die frische, leicht grasige Note ergänzt Ingwerbier und Limette stimmig.
Innerhalb der weizen- und gerstenbasierten Vodkas positioniert sich Reyka durch die ungewöhnliche Lavagestein-Filterung als eigenständige, geologisch geprägte Alternative zu klassischen skandinavischen und osteuropäischen Vertretern wie Absolut oder Stolichnaya. Im Vergleich zu weicheren, auf Textur optimierten Marken wie Grey Goose oder Ketel One wirkt Reyka insgesamt klarer und mineralischer – ein Stil, der Islands vulkanische Landschaft unmittelbar im Glas erfahrbar macht.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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