Rum

Ron Millonario Solera 15 Reserva Especial

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.Solera-System, überwiegend Sherryfässer, Komponenten bis 15 JahrePeru
RumPeru
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Herstellung des Ron Millonario Solera 15:

Ron Millonario wird von der Destilería Millonario im Norden Perus hergestellt, einem Unternehmen der Rossi & Rossi srl, die den Ruf Perus als Rum-Herkunftsland außerhalb Lateinamerikas erst international bekannt gemacht hat. Basis ist Melasse aus nordperuanischem Zuckerrohr, die auf einer alten, aus Schottland importierten Drei-Kolonnen-Brennanlage destilliert wird – eine für die Region ungewöhnliche technische Verbindung zwischen europäischem Brennanlagen-Know-how und südamerikanischem Rohstoff.

Namensgebend und stilprägend ist das Solera-System: eine dynamische Reifemethode, bei der jährlich ein Teil des ältesten Fasses abgefüllt und durch jüngeren Rum aus der vorangehenden Fassreihe aufgefüllt wird, sodass sich über die Jahre ein gleichbleibender, aber zunehmend komplexer Blend ergibt. Für den Solera 15 kommt dabei ein hoher Anteil an gebrauchten Sherryfässern zum Einsatz, in denen Blend-Komponenten bis zu 15 Jahre heranreifen, bevor sie mit jüngeren Fraktionen zusammengeführt und bei 40 % vol. abgefüllt werden. Äußerlich unverkennbar ist die Flasche mit handgeflochtenem Toquilla-Stroh umwickelt – demselben Naturfasermaterial, aus dem traditionell die sogenannten "Panamahüte" gefertigt werden, die tatsächlich aus Ecuador und Peru stammen. Diese handwerkliche Umflechtung macht jede Flasche zu einem Unikat und verweist bewusst auf die andine Textilhandwerkstradition der Region, die damit auch optisch von den karibischen Rum-Marken abgegrenzt wird.

Verkostung des Ron Millonario Solera 15:

In der Nase zeigt sich der Solera 15 warm und weihnachtlich, mit Zimt, Muskatnuss und leichter schwarzer Pfefferwürze, dazu dunklem, fast verbranntem Fruchtkuchen, altem Leder, Tabakasche und einer Nuance Pekannuss-Kuchen. Am Gaumen präsentiert er sich süß, fruchtig und würzig zugleich: überreife Banane, dunkler Fruchtkuchen, Vanille sowie eine feine Zimt- und Nelkenwürze, getragen von der öligen, cremigen Textur, die für Solera-gereifte Rums typisch ist. Der Abgang zieht sich lang und dezent trocken hin, mit nachklingenden Kompottfrüchten sowie Zimt- und Nelkenspuren. Diese Kombination aus Sherry-Süße und Weihnachtsgewürz macht den Solera 15 zu einem der zugänglichsten, gleichzeitig aromatisch dichtesten Rums seiner Preisklasse.

Steckbrief Ron Millonario Solera 15:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Basis: Melasse aus nordperuanischem Zuckerrohr
Fassreifung: Solera-System, überwiegend Sherryfässer, Komponenten bis 15 Jahre
Hersteller: Destilería Millonario (Rossi & Rossi srl), Peru

Herstellung im Detail: Wie das Solera-System einen Rum prägt

Das Solera-Verfahren stammt ursprünglich aus der spanischen Sherry- und Brandy-Produktion und funktioniert grundlegend anders als eine klassische, statische Fassreifung: Statt einen Jahrgang unverändert reifen zu lassen, wird eine Reihe gestapelter Fässer ("Criaderas") jährlich teilweise entleert und mit jüngerem Destillat wieder aufgefüllt, sodass sich alte und neue Fraktionen fortlaufend vermischen. Die Bezeichnung "15" beim Solera 15 verweist entsprechend nicht auf ein einheitliches Mindestalter aller enthaltenen Anteile, sondern auf die maximale Verweildauer der ältesten Fraktion innerhalb des Systems. Der hohe Anteil an gebrauchten Sherryfässern ist dabei entscheidend für den Charakter: Sherryholz gibt tendenziell mehr Frucht-, Nuss- und Trockenobstaromen an den Rum ab als neutralere Bourbonfässer, was den weihnachtlich-fruchtigen Grundton des Solera 15 erklärt. Auch die Wahl der Drei-Kolonnen-Anlage schottischer Bauart spielt eine Rolle: Sie erlaubt eine feinere Kontrolle über die Abtrennung von Vor- und Nachlauf während der Destillation als einfachere Anlagen, wodurch das Grunddestillat bereits vor der eigentlichen Fassreifung sauberer und zugänglicher ausfällt.

Verwendung des Ron Millonario Solera 15

  • Pur oder auf Eis: Die cremige, süße Textur des Solera 15 kommt bereits pur oder mit einem großen Eiswürfel gut zur Geltung.
  • Rum Old Fashioned: Mit Angostura Bitters und einer Orangenzeste bildet der Solera 15 eine würzige, fruchtbetonte Basis für den Klassiker.
  • Rum Sour: Mit Limettensaft, etwas Zuckersirup und Eiweiß entsteht ein Drink, in dem die Sherry-Süße des Rums gut zur Geltung kommt, ohne zu überladen zu wirken.
  • Zu Trockenfrucht- oder Nusskuchen: Die fruchtkuchenartige Aromatik harmoniert von Natur aus mit ähnlich gelagerten Backwaren wie Christstollen oder Pekannusskuchen.
  • Als Digestif: Pur nach dem Essen serviert, entfaltet sich die Komplexität des Solera-Systems am deutlichsten.

Innerhalb der südamerikanischen Rum-Welt nimmt Peru mit dem Solera-System eine stilistische Sonderstellung ein, die sich deutlich von den melasse- und pot-still-geprägten Traditionen der Karibik unterscheidet. Statt auf lange, statische Fassreifung setzt Ron Millonario auf ein dynamisches, aus der Sherry-Welt entlehntes Verfahren, das dem Solera 15 seine charakteristische Fülle an Frucht- und Gewürznoten verleiht. Für alle, die karibische Rum-Stile wie den Demerara- oder Trinidad-Stil bereits kennen, bietet der Solera 15 damit einen spannenden Kontrast: gleich süß und zugänglich, aber über ein grundlegend anderes Reifeverfahren erzeugt. Wer sich für die Bandbreite des Solera-Prinzips über die Rum-Welt hinaus interessiert, findet in der spanischen Sherry- und Brandy-Herstellung, aus der Rossi & Rossi das Verfahren ursprünglich für Peru adaptierte, den eigentlichen historischen Ursprung dieser Reifephilosophie.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße4/5
Fruchtigkeit3/5
Holzfass/Würze4/5
Röstnoten/Melasse3/5

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