The Botanist Islay Dry Gin & Franklin & Sons Rhubarb Tonic Water with Hibiscus (3/5)

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The Botanist Islay Dry Gin & Franklin & Sons Rhubarb Tonic Water with Hibiscus (3/5)

3/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

The Botanist Islay Dry Gin wird von der schottischen Whisky-Destillerie Bruichladdich aus insgesamt 31 Botanicals gebrannt: neun gängige Gin-Zutaten, ergänzt um 22 wild auf Islay von Hand geerntete Pflanzen wie Heidekraut, Wiesenkerbel und Gagelstrauch, deren zarte Aromen in einem aufwendigen, 17 bis 18 Stunden dauernden Verfahren möglichst unverfälscht eingefangen werden. Auf das Franklin & Sons Rhubarb Tonic Water with Hibiscus trifft damit ein Gin, der geschmacklich denkbar weit von dessen fruchtig-blumigem Rhabarber-Hibiskus-Profil entfernt liegt. Anders als bei den übrigen Kombinationen dieser Reihe handelt es sich hier bewusst um ein Kontrastexperiment: Wie verhält sich ein kräuterbetonter, auf botanische Komplexität ausgelegter New-Western-Gin, wenn er auf ein Tonic trifft, das explizit für fruchtig-florale Gins wie Puerto de Indias oder Gordon's Premium Pink Gin konzipiert wurde? The Botanists eigene Produktseite empfiehlt für seine Botanical-Vielfalt ausdrücklich zurückhaltende, milde Tonics wie Fever-Tree Naturally Light oder Thomas Henry Tonic Water – kein fruchtbetontes Craft-Tonic.

Warum diese Kombination nur bedingt funktioniert

Die eigentliche Stärke des Botanist liegt in der Vielschichtigkeit seiner wild gesammelten Islay-Botanicals: Minze, Kamille, Heidekraut und Wiesenkerbel entfalten sich am besten, wenn ein Tonic ihnen möglichst wenig entgegensetzt. Das Rhubarb-Hibiscus-Tonic verfolgt jedoch ein völlig anderes Konzept: Eine kräftige, eingekochte Rhabarbernote und blumig-herber Hibiskus stehen im Zentrum, mit bewusst zurückgenommener Chinin-Bitterkeit. Statt den feinen, teils flüchtigen Kräuternoten des Gins Raum zu lassen, überlagert die Fruchtsüße des Tonics einen guten Teil der botanischen Vielfalt, die den Botanist eigentlich auszeichnet. Übrig bleibt zwar noch der klare Wacholder, der im Gin ohnehin robuster ist als die filigranen Wildpflanzen-Noten, doch die eigentliche Komplexität – jene 31 Botanicals, die Kritiker und Bartender sonst regelmäßig hervorheben – tritt in dieser Paarung spürbar in den Hintergrund. Das Ergebnis ist kein schlechter Drink, aber eines, das die eigentliche Stärke des Gins nicht zur Geltung bringt.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich zunächst die kräftige Rhabarber-Hibiskus-Note des Tonics, während die kräuterig-grünen Aromen des Botanist – Minze, Heidekraut, ein Hauch Kamille – nur noch gedämpft durchscheinen. Am Gaumen dominiert die fruchtig-herbe Süße des Tonics, unterlegt von klarem Wacholder und einer insgesamt reduzierten, weniger vielschichtigen Kräuterstruktur als im puren Gin. Die Säure bleibt zurückhaltend, was der insgesamt milden Grundausrichtung beider Komponenten entspricht. Wer den Botanist bereits pur oder mit einem neutralen Tonic kennt, wird hier eine deutlich vereinfachte Version seines Aromenspektrums vorfinden – die Fülle der wild geernteten Botanicals lässt sich nur noch erahnen, nicht mehr im Detail nachvollziehen. Der Abgang ist mittellang, fruchtig-süß mit einem knappen, spät einsetzenden Kräuterecho.

Serviervorschlag

Serviert wird die Kombination im großen Ballonglas mit reichlich Eis, im Verhältnis von etwa 1:3. Wer die botanische Seite des Gins zumindest teilweise retten möchte, sollte auf eine Garnitur mit frischen Kräutern wie Minze oder Thymian setzen, statt auf die sonst naheliegende getrocknete Hibiskusblüte, die die Fruchtseite noch zusätzlich verstärken würde. Ein etwas knapperes Verhältnis von Tonic zu Gin – etwa 1:2 statt 1:3 – kann zudem helfen, dem Wacholder und den verbliebenen Kräuternoten etwas mehr Gewicht im Gesamtbild zu verschaffen.

Einordnung & Vergleich

Der Unterschied zu den übrigen Kombinationen dieser Rhubarb-Hibiscus-Reihe könnte kaum größer sein: Sowohl der Malfy Gin Rosa als auch der Gordon's Premium Pink Gin bringen bereits eigene Fruchtnoten mit, die sich mit dem Tonic sinnvoll verbinden – der Botanist dagegen wurde gerade für das Gegenteil entwickelt, für Zurückhaltung auf Tonic-Seite. Wer den Botanist stattdessen so erleben möchte, wie es die eigene Produktempfehlung vorsieht, findet mit einem neutralen, milden Tonic wie Fever-Tree Naturally Light die passendere Wahl, bei der die wild gesammelten Islay-Botanicals ihre volle Wirkung entfalten können. Innerhalb des Katalogs zeigt diese Paarung damit vor allem eines exemplarisch: Ein fruchtbetontes Craft-Tonic ist kein Allrounder, sondern verlangt nach einem Gin, der selbst schon eine erkennbare Fruchtnote mitbringt oder zumindest genügend Wacholderwucht besitzt, um nicht überdeckt zu werden.

Fazit

3/5 Punkte. Kein schlechter, aber ein klar unausgewogener Gin & Tonic: Die botanische Tiefe, für die der Botanist eigentlich bekannt ist, geht unter der Fruchtsüße des Rhubarb-Hibiscus-Tonics größtenteils verloren. Als Experiment, wie zwei aromatisch entgegengesetzte Konzepte aufeinandertreffen, ist die Kombination durchaus interessant, als alltäglicher Gin & Tonic für Botanist-Liebhaber aber nicht die erste Wahl. Wer die botanische Vielfalt des Gins wirklich erleben möchte, sollte zu einem deutlich zurückhaltenderen Tonic greifen; wer dagegen ohnehin lieber fruchtig-blumige Drinks trinkt, findet in den anderen Kombinationen dieser Reihe die stimmigeren Partner.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance3/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße2/5