Gordon's Premium Pink Gin & Franklin & Sons Rhubarb Tonic Water with Hibiscus (4/5)

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Gordon's Premium Pink Gin & Franklin & Sons Rhubarb Tonic Water with Hibiscus (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Gordon's Premium Pink Gin basiert auf der klassischen Gordon's-London-Dry-Rezeptur, wird aber mit natürlichen Aromen von Erdbeere, Himbeere und roter Johannisbeere verfeinert – seit der Einführung 2017 einer der kommerziell erfolgreichsten Gin-Launches überhaupt und maßgeblich verantwortlich für den europaweiten Boom fruchtig-aromatisierter "Pink Gins". Auf das Franklin & Sons Rhubarb Tonic Water with Hibiscus trifft damit ein Gin, den die Produktseite des Tonics selbst als einen von drei passenden Partnern nennt – ausdrücklich für alle, die einen "besonders zugänglichen, wenig bitteren Gin & Tonic ohne klassische Wacholderschärfe" suchen. Franklin & Sons setzt bei seiner Rezeptur bewusst auf eingekochte Rhabarbernote und blumig-herben Hibiskus, ganz ohne künstliche Farbstoffe; das kräftige Rosa der Flüssigkeit stammt allein aus dem Hibiskus-Extrakt. Zwei fruchtig-florale Charaktere treffen hier also nicht zufällig, sondern nach dem ausdrücklichen Willen des Tonic-Herstellers aufeinander. Bemerkenswert ist dabei, wie weit sich der Name "Pink Gin" inzwischen von seiner ursprünglichen Bedeutung entfernt hat: Im 19. Jahrhundert bezeichnete er lediglich klassischen, trockenen Gin mit einigen Tropfen Angostura-Bitter, ohne dass der Drink dadurch süßer wurde. Der Gordon's Pink knüpft nur noch namentlich an diese Tradition an und verfolgt mit seinen natürlichen Fruchtaromen ein völlig anderes, deutlich zugänglicheres Konzept – ein Wandel, der den kommerziellen Erfolg der Marke seit 2017 maßgeblich erklärt und der auch bei dieser Tonic-Wahl deutlich zu spüren ist.

Warum diese Kombination funktioniert

Der Gordon's Pink ist von Haus aus bereits ein austariertes Produkt: Erdbeere und Himbeere dominieren, während eine leichte, an rote Johannisbeere erinnernde Säure und der im Hintergrund verbliebene Wacholder verhindern, dass der Gin rein süß und eindimensional wirkt. Genau dieses Gleichgewicht trifft im Rhubarb-Hibiscus-Tonic auf ein Pendant mit ähnlicher Struktur: Die herbe, leicht säuerliche Hibiskusblüte übernimmt eine vergleichbare Ausgleichsfunktion wie die Johannisbeernote im Gin, während die eingekochte Rhabarbernote der roten Beerenfrucht des Gordon's eine zusätzliche, tiefere fruchtige Ebene hinzufügt. Weil beide Produkte bewusst auf ausgeprägte Bitterkeit verzichten – der Gordon's Pink stellt den Wacholder zurück, das Tonic hält seine Chinin-Note klein –, entsteht ein Drink, der konsequent in eine einzige, süß-fruchtige Richtung geht, ohne dabei völlig strukturlos zu wirken: Die Restsäure aus Johannisbeere und Hibiskus reicht gerade aus, um dem Ganzen noch eine erkennbare Kontur zu geben.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigen sich rote Beerenfrüchte – Erdbeere und Himbeere – neben der eingekochten Rhabarbernote und einem blumig-herben Hibiskus-Unterton. Am Gaumen ist der Drink deutlich fruchtig-süß, mit den Beerenaromen des Gins im Vordergrund, während Rhabarber und Hibiskus für eine leichte, nie störende Säure sorgen. Bitterkeit spielt praktisch keine Rolle; wer einen klassisch-herben Gin & Tonic erwartet, findet hier stattdessen ein rundes, zugängliches Fruchtbild. Der Wacholder des Gordon's bleibt, wie im puren Gin, nur als leiser Hintergrund wahrnehmbar. Der Abgang ist kurz bis mittellang, fruchtig-frisch und schließt mit einem letzten Hauch Hibiskus, der die kräftige Rotfärbung des Drinks auch geschmacklich noch einmal bestätigt.

Serviervorschlag

Serviert wird die Kombination am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis im Verhältnis von etwa 1:3, damit die geballte Fruchtsüße nicht zu konzentriert wirkt. Frische Himbeeren oder Erdbeerscheiben als Garnitur greifen die Fruchtnote des Gins direkt auf, während eine getrocknete Hibiskusblüte zusätzlich die florale Seite und die kräftige Farbe des Tonics unterstreicht. Wer der Kombination etwas mehr Frische entgegensetzen möchte, kann einen Spritzer Limettensaft hinzufügen; er verändert den grundsätzlich süßen Charakter aber nur graduell.

Einordnung & Vergleich

Innerhalb der Rhubarb-Hibiscus-Reihe zeigt der Vergleich mit dem Malfy Gin Rosa deutlich, wie unterschiedlich sich zwei ebenfalls von den Herstellern empfohlene Fruchtgins mit demselben Tonic verhalten: Der Malfy Rosa bringt mit seiner Grapefruit-Bitterkeit ein spürbares Gegengewicht mit und wirkt dadurch insgesamt trockener und vielschichtiger, während der Gordon's Pink konsequent auf Süße und Zugänglichkeit setzt. Auch der Vergleich mit dem eigenen Markenschwesterprodukt, dem klassischen Gordon's London Dry Gin, lohnt sich: Wo der London Dry auf pure Wacholder-Klassik zielt, zeigt der Pink Gin mit diesem Tonic, wie konsequent Diageo die beiden Linien für unterschiedliche Zielgruppen positioniert. Wer die fruchtig-florale Seite des Rhubarb-Hibiscus-Tonics mit mehr Beerentiefe, aber ganz ohne zugesetzten Zucker erleben möchte, findet in der Kombination mit dem Greenall's Wild Berry Gin einen nahen, aber deutlich weniger süßen Verwandten.

Fazit

4/5 Punkte. Eine unkomplizierte, in sich stimmige Fruchtkombination, die genau das liefert, was beide Hersteller versprechen: einen zugänglichen, wenig bitteren Gin & Tonic für alle, die klassischen Wacholdergeschmack eher meiden. Für die Höchstwertung fehlt der Kombination eine Spur mehr Struktur und Komplexität – wer botanische Tiefe oder spürbare Bitterkeit sucht, wird hier nicht fündig. Als geselliger, farbenfroher Sommerdrink für eine größere Runde funktioniert diese Paarung dagegen zuverlässig und dürfte gerade bei Gin-Einsteigern gut ankommen.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität3/5
Säure/Frische2/5
Süße4/5