Johnnie Walker Double Black Label – der Black Label mit mehr Rauch
Der Double Black Label ist die kräftigere Variante des bekannten Black Label von Johnnie Walker. Das Haus gehört zu Diageo, und die Idee hinter dem Double Black ist schnell erklärt: Mehr Rauch, mehr Intensität, dazu die weiche Linie, für die die Marke bekannt ist. Anders als der Black Label trägt er keine Altersangabe. Abgefüllt wird er mit 40 % vol. Wer vom Black Label die rauchige Note mochte und sich mehr davon wünscht, ist hier die Zielgruppe.
Geschichte: Ein Blend für die Flughäfen
Die Markengeschichte von Johnnie Walker, vom Kolonialwarenladen in Kilmarnock bis zum Farbsystem, erzählen wir ausführlich im Porträt des Black Label und im Beitrag zum Red Label. Der Double Black ist dagegen ein junger Spross. Nach Berichten der Fachpresse kam er im Januar 2010 zunächst im Travel Retail auf den Markt, also in den Duty-free-Läden internationaler Flughäfen. Dort wurde er laut damaliger Meldung in einer Testphase an mehreren Airports erprobt. In den allgemeinen Handel kam er nach mehreren Quellen 2011.
Als Schöpfer nennt der Hersteller Master Blender Jim Beveridge. Er baute auf dem Black Label auf und erhöhte den Anteil schwer getorfter Malts. Zum Start im Travel Retail wurde der Blend außerdem in rauchgrauem Glas angeboten, das auf den Geschmack anspielen sollte.
Der Johnnie Walker Double Black im Speziellen
Im Sortiment steht der Double Black neben dem Black Label und ist die dunklere, schärfer konturierte Alternative. Johnnie Walker beschreibt ihn als dunklere, rauchigere Interpretation, die mehr Whiskys von der Westküste und den Inseln nutzt und in stark ausgebrannten Fässern reift. Die Stärke liegt bei 40 % vol. Ein Händlereintrag verzeichnet außerdem Farbstoff. Zur Kühlfilterung konnten wir keine Angabe finden; wie Blends dieser Klasse damit umgehen, erklärt der Beitrag Kühlfiltrierung und Naturfarbe.
Welche Brennereien beteiligt sind, legt Diageo nicht offen. Ein Fachmagazin nennt Caol Ila und Talisker als die tragenden Malts; offiziell bestätigt ist das nicht. Die genauen Anteile bleiben Betriebsgeheimnis. Da der Blend ohne Altersangabe auskommt, gilt formal nur die gesetzliche Mindestreife von drei Jahren, mehr zu diesem Thema steht im Artikel NAS-Whisky ohne Altersangabe.
Herstellung: Torf und Kohle
Das Konzept besteht aus zwei Stellschrauben. Die erste ist der größere Anteil rauchiger Westküsten-Malts, die für Torfrauch, Teer und Salz stehen. Die zweite ist das Holz: Laut Hersteller reift ein Teil der Whiskys in „deeply charred“ Eichenfässern. Beim Ausbrennen karamellisiert das Holz an der Innenseite, und es entstehen Röstaromen, die zu Rauch passen. Wie viele Fässer das betrifft, sagt Diageo nicht. Zur Technik hinter solchen Fässern hilft der Überblick Whisky-Fassreifung erklärt.
Wie bei jedem Blend sorgt Getreidewhisky für Leichtigkeit und Süße, die den Rauch abfedern, mehr dazu steht in Grain Whisky und Blended Scotch. Das erklärt, warum der Double Black trotz kräftigen Rauchs weicher auftritt als viele reine Islay-Malts.
Verkostungsnotiz
- Farbe: Tiefes Bernstein mit goldenem Schimmer.
- Nase: Orangenblütenhonig, Eichenholz und sanfter, steiniger Rauch; Verkoster nennen außerdem Feuerstein, ein abgebranntes Streichholz und etwas Vanille.
- Gaumen: Zuerst süß, dann trockener. Honig, Räucherspeck, Teer und Holzkohle, dazu Rosinen und eine cremige Note. Er wirkt voller, als die Nase erwarten lässt.
- Abgang: Mittellang, rauchig mit getrocknetem Apfel, schwarzem Pfeffer und angekohlter Eiche. Einzelne Tester empfinden ihn kurz und trocken.
Genuss-Empfehlung
Der Hersteller empfiehlt ihn auf Eis: 50 ml in einen Tumbler mit Eiswürfeln. Alternativ pur oder mit einem Schuss Wasser, das laut Marke die Schichten öffnet. Ein Würfel Eis bändigt den Rauch, ohne die Süße zu verlieren. Ein Highball mit Soda und einer Orangenzeste funktioniert ebenfalls, wobei das Rauchprofil stärker durchkommt als bei Standard-Blends. Für Cocktails mit Whisky eignen sich Rob Roy und Rusty Nail, weil Vermouth oder Honiglikör das Torfprofil tragen. Als Glas reicht ein Tumbler; wer mehr Nase möchte, nimmt ein Nosing-Glas, wie im Beitrag Whisky richtig verkosten beschrieben. Zu Essen passen Gegrilltes, Räucherspeck, dunkle Schokolade oder kräftiger Käse.
Einordnung & Alternativen
- Johnnie Walker Black Label Blended Scotch – das Original mit Altersangabe, ausgewogener und fruchtiger, weniger rauchig.
- Talisker 10 Jahre Whisky – der pfeffrige Insel-Malt von Skye, der als einer der möglichen Bausteine des Blends gilt, pur aber maritimer und trockener.
- Caol Ila 12 Jahre Whisky – ein Islay-Malt mit klarem Rauch, aber ohne die Honigsüße des Blends.
Fazit
Der Johnnie Walker Double Black Label liefert, was er verspricht: mehr Rauch als der Black Label, eingebettet in eine weiche, honigsüße Basis. Die Urteile in der Fachpresse reichen von sehr lobend bis zurückhaltend. Manche Tester finden die Torfnote jugendlich und den Abgang zu kurz, andere sehen einen klugen Blend, der Marketing und Geschmack verbindet. Deshalb 4.0 von 5 Punkten: kein Tiefgang wie bei einem alten Single Malt, aber ein überzeugender Einstieg in rauchige Whiskys. Für wen? Für alle, die den Black Label mögen und mehr Rauch suchen, sowie für Einsteiger, die sich an Islay herantasten wollen. Wer feine Frucht und Zurückhaltung erwartet, bleibt besser beim Black Label. Und wer reinen Torf möchte, geht gleich zu einem Islay-Malt.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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