Martin Miller's Dry Gin & Windspiel Tonic Water (3/5)

Gin & Tonic

Martin Miller's Dry Gin & Windspiel Tonic Water (3/5)

3/5 Redaktionsbewertung
Gin & Tonic
Martin Millers Dry Gin bei Amazon
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen
Windspiel Tonic Water bei Amazon
Auf Amazon suchen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen

Die Kombination im Überblick

Martin Miller's Dry Gin aus England, verdünnt mit isländischem Gletscherwasser, und Windspiel Tonic Water aus der deutschen Vulkaneifel treffen sich vor allem über ein gemeinsames Thema: beide Hersteller legen großen Wert auf die Herkunft und Reinheit ihres Wassers. Beim Martin Miller's ist das isländische Gletscherwasser aus der Selyri-Quelle sogar so zentral, dass der Gin formal nicht als "London Dry Gin" gelten darf, weil die Verdünnung außerhalb Englands erfolgt. Anders als beim Siegfried Rheinland Dry Gin oder dem Ferdinand's Saar Dry Gin, die beide ausdrücklich vom Hersteller des Windspiel Tonic Water empfohlen werden, ist diese Paarung keine offizielle Empfehlung, sondern ein naheliegender Test: Passt die weiche, erdig-zitrische Struktur des Martin Miller's zu einem der zurückhaltendsten Tonics im Katalog? Der eigene Produkttext des Gins gibt dabei bereits einen Hinweis, worauf es ankommt – dort wird für den Martin Miller's ausdrücklich ein klassisches Indian Tonic mit spürbarer Bitterkeit empfohlen, "dessen Bitterkeit die erdigen Wacholder- und Zitrusnoten des Gins schön trägt".

Warum diese Kombination nur bedingt funktioniert

Genau an diesem Punkt zeigt sich die Schwäche der Paarung: Das Windspiel Tonic Water ist bewusst mild und wenig bitter gehalten, während der Martin Miller's nach eigener Herstellerbeschreibung von genau der gegenteiligen Eigenschaft profitiert. Die getrennte Destillation von Wacholder-Wurzel-Botanicals und Zitrusschalen im Martin Miller's erzeugt ein fein ausbalanciertes, aber auch recht weiches Grundprofil, dem die kräftige Chinin-Bitterkeit eines klassischen Indian Tonics als Gegengewicht dient – sie verleiht dem an sich schon seidig-weichen Gin überhaupt erst die Kontur, die ihn im Gin & Tonic tragen würde. Das Windspiel Tonic nimmt diese Rolle nur unzureichend wahr: Seine eigene Bitterkeit ist zu dezent, um dem Gin die nötige Struktur zu geben, und seine floral-zitrische Frische ist zu unauffällig, um selbst als eigenständiger Akzent zu wirken. Das Ergebnis ist ein Drink, der nicht schlecht schmeckt, aber spürbar softer und konturärmer bleibt, als der Martin Miller's es eigentlich verdient hätte – die feine Gurkennote und die bittere Orangenschale des Gins treten dadurch weniger klar hervor, als es mit mehr Gegenbitterkeit der Fall wäre.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich der Drink weich und dezent, mit erdigem Wacholder und einer leichten Zitrusnote, die sich mit der spritzig-frischen Zitrone des Tonics vermischt. Am Gaumen bleibt der Gesamteindruck angenehm, aber flach: Die für den Martin Miller's typische seidige Textur ist zwar spürbar, doch ohne ausreichende Gegenbitterkeit fehlt dem Drink die Struktur, die Wacholder und Bitterorange klarer voneinander abgrenzen würde. Die kühle Gurkennote des Gins bleibt im Hintergrund, statt als eigener Akzent hervorzutreten. Auch die feine Bitterorangen-Schärfe, die den Martin Miller's pur auszeichnet, wirkt hier merklich abgeschwächt, weil ihr das nötige Gegengewicht an Chinin-Bitterkeit fehlt – der Gesamteindruck bleibt insgesamt sehr mild, fast schon zu unauffällig für einen Gin, der eigentlich mit feiner Komplexität punkten kann. Der Abgang ist kurz bis mittellang und klingt vergleichsweise schnell und ohne große Nachwirkung aus.

Serviervorschlag

Ein großes Glas mit reichlich Eis im Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) ist auch hier die naheliegende Wahl, wobei sich ein etwas knapperes Verhältnis von 1:2,5 anbietet, um dem Gin mehr Präsenz im Glas zu verschaffen, da das Tonic wenig eigene Wucht mitbringt. Eine Zeste Orange statt der üblichen Zitronenscheibe passt gut, da sie die Bitterorangenaromen des Gins zusätzlich betont und dem Drink ein wenig zusätzliche Struktur verleiht, die dem Tonic selbst fehlt. Eine dünne Gurkenscheibe kann die im Gin ohnehin vorhandene kühle Note zusätzlich unterstreichen und dem insgesamt eher unauffälligen Drink ein optisch wie aromatisch frisches Element hinzufügen.

Einordnung & Vergleich

Innerhalb der Windspiel-Tonic-Familie zeigt der Vergleich mit dem Siegfried Rheinland Dry Gin deutlich, wo die Grenzen dieses milden Tonics liegen: Der kräftige Wacholderkern des Siegfried trägt sich auch ohne viel Gegenbitterkeit selbst, während der weichere, stärker auf Balance angelegte Martin Miller's genau diese Gegenbitterkeit vermisst. Wer den Martin Miller's stattdessen mit dem vom Hersteller selbst empfohlenen Fever-Tree Premium Indian Tonic Water kombiniert, bekommt einen spürbar strukturierteren, konturierteren Drink, in dem die erdigen Wacholder- und Bitterorangennoten deutlich klarer hervortreten. Der thematische Gedanke – zwei besonders reine, herkunftsbewusste Wasserquellen aus Island und der Vulkaneifel – bleibt zwar reizvoll, überzeugt aromatisch aber weniger als bei den anderen Windspiel-Tonic-Kombinationen im Katalog.

Fazit

3/5 Punkte. Kein schlechter, aber ein deutlich unauffälligerer Gin & Tonic als es der Martin Miller's Dry Gin mit dem passenden Partner sein könnte. Die milde Machart des Windspiel Tonic Water, die anderen Gins im Programm so gut zugutekommt, lässt diesem fein balancierten, aber eben auch schon von sich aus weichen Gin die Struktur fehlen, die er nach eigener Herstellerbeschreibung eigentlich braucht. Wer den Martin Miller's probieren möchte, sollte eher zu einem klassischen, spürbar bittereren Indian Tonic greifen – als leichter, unkomplizierter Sommerdrink an einem lauen Abend funktioniert diese Kombination aber durchaus.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance3/5
Komplexität3/5
Säure/Frische2/5
Süße2/5