Gin

Brooklyn Gin

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.USA
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Brooklyn Gin:

Brooklyn Gin wurde von Emil Jättne und Joe Santos gegründet, die ihre Marke rund um das Jahr 2010 auf den Markt brachten und sich damit gegen die damals in den USA noch überschaubare, aber wachsende Craft-Gin-Bewegung positionierten. Da die Gründer zu Beginn über keine eigene Produktionsstätte verfügten, entstand der Kontakt zur Warwick Valley Distillery im Hudson Valley nördlich von New York City, wo Brooklyn Gin bis heute in kleinen Chargen destilliert wird. Als Basisspirit dient ein Getreidedestillat aus 100 % Mais, das der amerikanischen Craft-Spirituosen-Tradition entspricht und dem Gin eine leicht süßliche, weiche Grundnote verleiht, bevor die eigentlichen Botanicals zum Einsatz kommen.

Das prägende Merkmal von Brooklyn Gin ist die manuelle Verarbeitung seiner beiden wichtigsten Botanicals: Wacholderbeeren werden von Hand aufgebrochen statt maschinell gemahlen, und Zitrusschalen werden frisch von Hand geschält, statt auf getrocknete oder industriell verarbeitete Zitrusaromen zurückzugreifen. Dieser bewusst aufwendigere, "altmodische" Produktionsansatz soll dafür sorgen, dass die ätherischen Öle der Zitrusschalen möglichst frisch und intensiv in die Destillation gelangen, statt durch Lagerung oder Trocknung an Kraft zu verlieren. Mit 40 % Vol. bewegt sich Brooklyn Gin im für New-Western-Dry-Gins üblichen Alkoholbereich und wird sowohl als klassischer Gin für Mixgetränke als auch – ungewöhnlich für die Kategorie – explizit als Gin zum puren Genuss beworben, was die vergleichsweise milde, zugängliche Machart unterstreicht.

Verkostung des Brooklyn Gin:

In der Nase dominiert eine frische, unmittelbar erkennbare Zitrusnote, die von den handgeschälten Schalen herrührt und deutlich intensiver wirkt als bei vielen Gins mit industriell verarbeiteten Zitrusaromen. Wacholder ist präsent, tritt aber als Fundament auf, nicht als dominierendes Leitaroma. Am Gaumen zeigt sich Brooklyn Gin rund und mild, mit einer leicht süßlichen Grundnote, die vom Mais-Basisspirit herrührt, kombiniert mit der klaren, saftigen Zitrusfülle. Kräuter- und Würznoten treten dabei bewusst in den Hintergrund, was den Gin auch für pures Trinken oder auf Eis zugänglich macht. Der Abgang ist frisch und relativ kurz, mit einem angenehmen Zitrusnachklang, der wenig von der erdigen Komplexität klassischer Wurzelbotanicals zeigt, wie sie in vielen europäischen Dry Gins zu finden sind.

Steckbrief Brooklyn Gin:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholderbeeren (handaufgebrochen), frisch von Hand geschälte Zitrusschalen
Hersteller: Brooklyn Craft Works, destilliert bei der Warwick Valley Distillery, Hudson Valley, New York, USA (Gründer: Emil Jättne, Joe Santos)

Herstellung im Detail: Handarbeit statt Industrieprozess

Während viele größere Gin-Marken auf standardisierte, ganzjährig verfügbare Botanical-Zulieferungen setzen, hält Brooklyn Gin bewusst an einem arbeitsintensiveren Verfahren fest: Sowohl das Aufbrechen der Wacholderbeeren als auch das Schälen der Zitrusfrüchte erfolgt von Hand, ein Prozess, den die Gründer selbst als zeitaufwendiger, aber geschmacklich lohnender beschreiben. Durch das Aufbrechen statt Mahlen der Wacholderbeeren werden die ätherischen Öle gezielter freigesetzt, ohne dass die Beeren zu fein zerkleinert werden und dadurch unerwünschte bittere Randnoten in die Destillation einbringen. Bei den Zitrusschalen sorgt die frische Handschälung dafür, dass die Öle unmittelbar vor der Destillation extrahiert werden, statt – wie bei getrockneter Zitrusschale üblich – bereits einen Teil ihrer Flüchtigkeit verloren zu haben. In Kombination mit dem milden Mais-Basisspirit ergibt sich so ein Gin, der bewusst zugänglicher und weniger komplex gehalten ist als viele botanisch überladene New-Western-Dry-Gins, dafür aber eine für die Kategorie ungewöhnlich klare, direkte Zitrusaussage liefert.

Verwendung des Brooklyn Gin

  • Gin & Tonic: Die klare Zitrusausrichtung von Brooklyn Gin harmoniert gut mit einem ebenfalls zitrusbetonten Tonic wie Fever Tree Premium Indian Tonic Water, das die Frische des Gins unterstreicht, ohne sie zu überlagern.
  • Mit Orangen-Tonic: Wer die milde, zitrusfruchtige Seite des Gins noch verstärken möchte, greift zu Fentimans Valencian Orange Tonic Water und einer Orangenzeste als Garnitur.
  • Pur oder auf Eis: Aufgrund seiner Milde und Zugänglichkeit eignet sich Brooklyn Gin, wie vom Hersteller selbst vorgeschlagen, auch für den puren Genuss auf Eis – eine für die Kategorie eher untypische Empfehlung.

Brooklyn Gin richtet sich an alle, die einen unkomplizierten, zitrusbetonten amerikanischen Craft-Gin suchen, ohne sich durch ein dichtes Botanical-Sortiment arbeiten zu müssen. Im Vergleich zum ebenfalls in handwerklicher Kleinserie produzierten St. George Botanivore Gin aus Kalifornien zeigt sich der Unterschied deutlich: Während St. George bewusst auf eine Fülle von rund 19 Botanicals setzt, um ein möglichst vielschichtiges Kräuterprofil zu erzeugen, reduziert Brooklyn Gin sein Rezept auf nur zwei Hauptzutaten und setzt stattdessen auf deren besonders sorgfältige, handwerkliche Verarbeitung. Beide Marken stehen exemplarisch für die Bandbreite der amerikanischen Craft-Gin-Szene – von botanischer Vielfalt bis zu bewusster Reduktion auf wenige, dafür präzise verarbeitete Zutaten.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder3/5
Zitrus4/5
Kräuter/Blumig2/5
Würze2/5

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