Williams Chase Seville Orange Gin & Fentimans Valencian Orange Tonic Water (5/5)

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Williams Chase Seville Orange Gin & Fentimans Valencian Orange Tonic Water (5/5)

5/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Williams Chase Seville Orange Gin von der Rosemaund Farm in Herefordshire und das Fentimans Valencian Orange Tonic Water sind hier die erste Kombination im Katalog für dieses Tonic. Der Williams Chase basiert auf dem hauseigenen, in einer 21 Meter hohen Rektifikationskolonne bis zu 119-mal umgewälzten Kartoffeldestillat und wird nach der eigentlichen Destillation zwölf Stunden lang mit Schalen bitterer Sevilla-Orangen mazeriert – jener Sorte, die traditionell vor allem zu Marmelade verarbeitet wird und dem Gin eine intensive, leicht bittere und marmeladige Orangennote verleiht. Die Valencian-Orange-Variante schichtet über dieselbe fermentierte Wacholder-Kaffernlimette-Basis die süße, kaum saure Frucht der Region Valencia. Beide Produkte stellen damit Orange ins Zentrum – doch anders als bei mancher rein additiven Frucht-auf-Frucht-Kombination handelt es sich um zwei aromatisch grundverschiedene Ausprägungen derselben Frucht: bittersüße Marmeladenschale hier, sonnige Süße dort.

Warum diese Kombination funktioniert

Bei der bereits bestehenden Kombination des Williams Chase mit dem Fever-Tree Mediterranean Tonic Water zeigte sich im Katalog ein klares Problem: Zwei milde, unaufdringliche Produkte trafen aufeinander, ohne dass eines von beiden der marmeladigen Orangensüße des Gins die nötige Bitterkeit oder Frische entgegensetzen konnte – "doppelte Milde ohne Gegenwehr", wie es dort hieß. Beim Valencian Orange liegt der Fall anders, auch wenn erneut zwei Orangenaromen aufeinandertreffen: Die Süße der valencianischen Frucht ist zwar ebenfalls mild, doch der Gin selbst bringt durch die zwölfstündige Mazeration der Sevilla-Schale eine eigene, deutlich bitterere Note mit, die im Mediterranean-Pairing fehlte. Diese Bitterkeit des Gins und die Süße des Tonics ergänzen sich, statt sich zu verdoppeln – die Sevilla-Marmeladennote bleibt als eigenständiges, herberes Element erkennbar, während die Valencia-Süße des Tonics sie abrundet, ohne sie zu übertönen. Die botanisch fermentierte Wacholder-Kaffernlimette-Basis des Tonics liefert zudem eine dezente Chinin-Bitterkeit, die zusätzliche Struktur beisteuert, wo das Mediterranean Tonic nichts Vergleichbares zu bieten hatte.

Verkostung der Kombination

In der Nase verbindet sich die intensive, leicht bittere Sevilla-Orangenschale des Gins mit der sonnigen, süßen Valencia-Note des Tonics zu einem vielschichtigen, doppelbödigen Orangenbild, ergänzt um einen Hauch Holunderblüte und Zitronengras. Am Gaumen zeigt sich der Drink rund und komplex: Zunächst tritt die süße Valencia-Frucht hervor, gefolgt von der herberen, marmeladigen Sevilla-Note des Gins, die von einer feinen Koriander-Würze und der samtigen Kartoffeltextur des Chase getragen wird. Die dezente Bitterkeit des Tonics hält das Ganze zusammen, ohne die fruchtige Grundausrichtung zu stören. Der Abgang ist warm, orangig und angenehm lang, mit einem letzten Aufblitzen von Sevilla-Bitterkeit, das die doppelte Orangenaromatik noch einmal in Erinnerung ruft.

Serviervorschlag

Serviert wird die Kombination am besten im Ballonglas mit reichlich Eis, im Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic). Eine Scheibe Blutorange als Garnitur passt hervorragend, da sie die doppelte Orangennote optisch aufgreift und geschmacklich zwischen den beiden Fruchtcharakteren vermittelt; alternativ funktioniert auch ein Streifen Orangenzeste. Von zusätzlichen süßen Garnituren sollte eher abgesehen werden, da die Kombination bereits von Natur aus auf der süßeren Seite liegt und weitere Süße die feine Balance zwischen Sevilla-Bitterkeit und Valencia-Süße verwässern würde.

Einordnung & Vergleich

Der Vergleich zur bereits bestehenden Kombination des Williams Chase mit dem Fever-Tree Mediterranean Tonic Water ist hier besonders lehrreich: Dort fehlte der marmeladigen Orangensüße des Gins die Bitterkeit, die ihr Kontur und Frische verliehen hätte – zwei sanfte Produkte ohne echtes Gegengewicht. Das Valencian Orange liefert genau dieses Gegengewicht, obwohl es selbst kaum bitterer ist als das Mediterranean Tonic, weil hier nicht das Tonic, sondern der Gin selbst die strukturgebende Bitterkeit über seine Sevilla-Schale beisteuert. Das Ergebnis zeigt, dass "doppelte Orange" allein kein Problem ist, solange die beiden Fruchtcharaktere sich aromatisch unterscheiden statt zu wiederholen. Im Vergleich zum puristischeren Chase GB Extra Dry Gin aus derselben Destillerie zeigt sich zudem, wie stark die zwölfstündige Sevilla-Mazeration den Charakter des Williams Chase gegenüber der reinen Wacholderlinie verschiebt – ein Unterschied, der sich in dieser fruchtbetonten Tonic-Wahl besonders deutlich niederschlägt.

Fazit

5/5 Punkte. Eine überraschend gelungene Auflösung eines Problems, das im Katalog bei der Fever-Tree-Mediterranean-Kombination desselben Gins noch unbeantwortet blieb: Zwei unterschiedliche Orangencharaktere – bittersüße Sevilla-Marmelade und sonnige Valencia-Frucht – ergänzen sich hier, statt sich zu verdoppeln. Wer den Williams Chase Seville Orange Gin als facettenreichen, orangenbetonten Gin & Tonic genießen möchte, findet in dieser Kombination eine der stimmigsten Optionen im gesamten Katalog. Einzig wer grundsätzlich einen weniger fruchtbetonten, trockeneren Gin & Tonic bevorzugt, sollte eher zu einem klassischeren Tonic oder direkt zum puristischeren Chase GB greifen.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität5/5
Säure/Frische2/5
Süße4/5