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Buffalo Trace Distillery – Kentucky

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Am Ufer des Kentucky River in Frankfort steht mit der Buffalo Trace Distillery eine der geschichtsträchtigsten Brennereien der USA. Der Standort blickt auf mehrere Namen und Eigentümer zurück: O.F.C. unter E. H. Taylor Jr., George T. Stagg Distillery, später unter Schenley, seit 1992 gehört er der Sazerac Company. Seit 1999 trägt er den heutigen Namen, 2013 wurde er zum National Historic Landmark erklärt. Unter einem Dach entstehen Marken wie Eagle Rare, Blanton's, W. L. Weller und die Van-Winkle-Reihe, die sich vor allem durch Mashbill, Fasslage und Reifedauer unterscheiden und nicht durch den Ort.


Überblick

  • Name: Buffalo Trace Distillery
  • Ort: Frankfort, Kentucky, USA
  • Gegründet: Brennen am Standort seit dem späten 18. Jahrhundert (je nach Quelle ab 1775); heutige Anlage in Betrieb seit dem 19. Jahrhundert
  • Region: Kentucky (Kentucky River)
  • Besitzer: Sazerac Company (seit 1992)
  • Typ: Kentucky Straight Bourbon, außerdem Rye und weitere Whiskeys; Stil: mehrere Mashbills (Low Rye, Higher Rye, Wheated)

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1775 Hancock und Willis Lee gründen am Kentucky River die Siedlung Leestown, den Ursprung des Standorts
1870 Edmund H. Taylor Jr. übernimmt die Brennerei und nennt sie O.F.C. (Old Fire Copper)
1878 George T. Stagg kauft die Anlage; später (je nach Quelle ab 1904) trägt sie seinen Namen
1886 Stagg lässt Dampfheizung in den Lagerhäusern installieren – ein frühes klimatisiertes Lager
1919–1933 Während der Prohibition darf unter Albert B. Blanton Whiskey zu medizinischen Zwecken hergestellt werden
1929 Schenley Distillers übernimmt die Brennerei
1992 Die Sazerac Company kauft den Betrieb
1999 Umbenennung in Buffalo Trace Distillery, Einführung des gleichnamigen Bourbons
2013 Auszeichnung als National Historic Landmark
Heute Eines der größten Bourbon-Zentren der USA mit stark wachsendem Besucherbetrieb und neuen Lagerhäusern

Besonderheiten bei der Herstellung

Mashbills

Buffalo Trace gibt seine Rezepturen nicht vollständig preis. Üblich ist die Einteilung in Mash Bill #1 (wenig Roggen, nach Schätzungen unter etwa 10 %) und Mash Bill #2 (höherer Roggenanteil, grob 12 bis 15 %). Nach Branchenangaben nutzen Buffalo Trace, Eagle Rare und George T. Stagg die erste, Blanton's die zweite. Weller und Van Winkle verwenden eine Weizenrezeptur anstelle von Roggen.

Lagerhäuser

Das Reifelager ist Teil des Markenkerns: Neben klassischen Ziegel-Warehouses nutzt das Haus das metallverkleidete Warehouse H, das für Blanton's genannt wird und Wärme schneller weiterleitet. Ein Bericht von 2018 nennt zudem einen Ausbau um jeweils ein neues Lagerhaus alle paar Monate.

Fassreifung

Bourbon muss in neuen, ausgebrannten Fässern aus amerikanischer Weißeiche reifen. Die Unterschiede zwischen den Marken ergeben sich dann aus Alter, Lagerort im Warehouse und, wie bei Blanton's, der Entscheidung für Einzelfassabfüllungen.

Markenvielfalt

Auf der Markenliste des Hauses stehen unter anderem Buffalo Trace, Eagle Rare, W. L. Weller, E. H. Taylor Jr., Blanton's, George T. Stagg, Sazerac Rye, Elmer T. Lee und Van Winkle. Eagle Rare wird nach Herstellerangaben seit 1989 hier produziert, Blanton's kam 1984 auf den Markt.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Buffalo Trace Kentucky Straight Bourbon 40–45 % (je Markt) Der Hausbourbon: Karamell, Vanille und milde Würze
Eagle Rare 10 Jahre 45 % Zehn Jahre gereift, runder Stil mit Eiche und Süße
Blanton's Original Single Barrel rund 46,5 % Einzelfassabfüllung mit Karamell, Zitrus und Eichenwürze
W. L. Weller Special Reserve 45 % Weizen-Bourbon: Karamell, Honig, Butterscotch
E. H. Taylor Jr. Small Batch 50 % Bottled-in-Bond: Karamell, Butterscotch, Lakritz

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Buffalo Trace Kentucky Straight Bourbon, Eagle Rare 10 Jahre und Blanton's Original Single Barrel.


Stil & Wiedererkennungswert

Das Haus ist weniger durch einen einzelnen Geschmack erkennbar als durch eine gemeinsame Handschrift: weiche Süße mit Karamell und Vanille, dazu je nach Mashbill mildere Roggenwürze oder die runde Weichheit des Weizens. Dass viele Marken auf wenigen Rezepturen beruhen, macht Buffalo Trace zu einem lehrreichen Beispiel für den Einfluss von Alter, Lagerort und Fassauswahl.


Fazit

Buffalo Trace verbindet 19. Jahrhundert und moderne Bourbon-Industrie, ohne ein reiner Museumsbetrieb zu sein. Wer verstehen will, wie sich aus wenigen Mashbills viele Stile ergeben, findet hier ein gutes Studienobjekt. Die Spitzenmarken der Brennerei sind jedoch stark nachgefragt und oft schwer zu bekommen.