Blended Whisky

Dewar's 18 Jahre The Vintage Blended Scotch Whisky

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.MittelklasseMindestens 18 Jahre; nach Herstellerangaben Double Aged mit rund sechs Monaten Nachreifung des Blends in EichenfässernSchottland (Blend mit Aberfeldy-Malt, Perthshire)
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Dewar's 18 Jahre – der Blend, der drei Namen trägt

Wer den Dewar's 18 Jahre kaufen will, muss zuerst herausfinden, wie er gerade heißt. Der Hersteller führt ihn auf seiner Shop-Seite schlicht als „18 Year Old“, im Handel taucht er je nach Land und Jahrgang als „The Vintage“ oder „Founders Reserve“ auf. Gemeint ist derselbe Blended Scotch: mindestens 18 Jahre gereift, mit 40 % vol. abgefüllt und im Dewar's-Sortiment die Stufe über dem Dewar's 15 Jahre.

Dahinter steckt keine Mogelpackung, sondern eine Eigenheit des Marktes: Markennamen für Altersaussagen wandern, die Substanz bleibt. Für Käufer zählt am Ende, was im Glas ankommt, und das ist ein ruhiger, süßer und runder Blend ohne erkennbaren Rauch.

Geschichte: Von Perth in die Welt

Die Marke geht auf John Dewar zurück, der 1846 in Perth ein Handelsgeschäft für Wein und Spirituosen eröffnete. Seine Söhne John Alexander und Tommy Dewar machten daraus ein international bekanntes Haus. Um den Bedarf an Malt zu decken, entstand in den 1890er-Jahren die Brennerei Aberfeldy im Herzen von Perthshire, deren Whisky bis heute das Rückgrat der Blends bildet. Der Single Malt der Brennerei ist bei uns mit dem Aberfeldy 12 Jahre vertreten. 1998 übernahm Bacardi die Marke, die heute von Master Blenderin Stephanie Macleod betreut wird.

Dewar's erzählt die eigene Geschichte gern als Geschichte der Reifung: Schon früh habe man Whiskys nach dem Blenden noch einmal in Fässer gelegt, um sie zu „vermählen“. Diese Herstellerdarstellung erklärt, warum „Double Aged“ auf nahezu jeder Flasche der Marke steht.

Der Dewar's 18 im Speziellen

Beim 18-Jährigen beschreibt der Hersteller zwei Reifestufen: erst mindestens 18 Jahre Reifung der einzelnen Whiskys, dann eine zweite Ruhephase des fertigen Blends in Eichenfässern von etwa sechs Monaten. Die Dauer stammt aus der aktuellen Produktbeschreibung des Herstellers; auf älteren Etiketten und Händlerseiten ist sie nicht immer vermerkt. Die Altersangabe selbst bezieht sich auf den jüngsten Anteil, ältere Whiskys sind erlaubt. Die Regeln dahinter fasst unser Beitrag zu den Scotch-Whisky-Etiketten und ihren Begriffen zusammen.

Wie viele Whiskys im Blend stecken, in welchem Verhältnis Malt und Grain stehen und welche Fassarten im Einsatz sind, verrät Dewar's für diese Abfüllung nicht. Auch zu Kühlfilterung und Farbstoff haben wir keine gesicherte Aussage gefunden. Gesichert ist der Alkoholgehalt von 40 % vol. Eine Verkostung bei Whisky Magazine führt den „Founder's Reserve“ dagegen mit 43 % vol., was wir nicht abschließend klären konnten; die aktuelle Herstellerseite nennt 40 %.

Herstellung: Warum die zweite Reifung zählt

Das Prinzip kennt man aus der Weinbereitung und der Küche: Zutaten, die einmal zusammengeführt sind, brauchen Zeit, um ineinander aufzugehen. Bei Whisky bedeutet das, dass Malt und Grain nach dem Verschnitt nicht sofort in die Flasche wandern, sondern gemeinsam im Fass ruhen. Das Ergebnis soll ein homogener Charakter sein statt einer Mischung aus Einzelkomponenten, die man noch auseinanderhört. Warum Grain dabei kein bloßes Streckmittel ist, zeigt der Beitrag zur Herstellung von Grain Whisky und Blended Scotch.

Verkostungsnotiz

Die folgende Beschreibung stützt sich auf Herstellerangaben und veröffentlichte Verkostungsnotizen, z. B. von Whisky Magazine, Whiskycast und The Whisky Exchange.

  • Farbe: Goldton mit leichtem Bernsteinschimmer.
  • Nase: Süßes Getreide, Hafer und frisch gemahlene Gerste, dazu Honig, Butterscotch, Mandeln, ein Hauch dunkle Schokolade und florale Töne.
  • Gaumen: Cremig und samtig, mit dunklen Steinfrüchten wie Pflaume und Kirsche, Toffee, Marzipan und Haselnuss, dazu Vanille und ein Anflug warmer Gewürze.
  • Abgang: Anhaltend, mit weicher Eiche, Vanille und leicht zitrisch-trockener Note.

Verschiedene Tester notieren einen Hauch Rauch, den wir deshalb mit „kaum vorhanden“ einordnen. Auffällig ist, wie geschlossen die Beschreibungen ausfallen: Das Aromenbild wirkt aufgeräumt, nichts ragt heraus, auch die Eiche bleibt in der Rolle einer Stütze. Wer vom Zwölfjährigen kommt, findet hier weniger Frische und mehr Tiefe.

Genuss-Empfehlung

Der Dewar's 18 ist ein Digestif-Whisky. Wir würden ihn nach dem Essen in einem Tulpenglas pur reichen, bei Zimmertemperatur und ohne Eis; ein Schluck Wasser kann Haselnuss und Vanille öffnen. In einen Cocktail gehört er eher nicht, dafür ist er zu fein abgestimmt.

Zum Essen passen Dunkelschokolade mit hohem Kakaoanteil, Nüsse, getrocknete Aprikosen und Pflaumen oder ein milder Blauschimmelkäse, dessen Salz die Süße des Whiskys abfedert. Wer ihn verschenken will, kann auf den Wiedererkennungswert der Marke setzen: Dewar's ist auch Nicht-Kennern ein Begriff.

Einordnung & Alternativen

Fazit

Der Dewar's 18 Jahre liefert, was man von einem Blend dieser Altersklasse erwartet: Ruhe, Rundung und eine kultivierte Süße ohne Ecken. Er ist kein Whisky für Rauchsucher oder Sherrywucht-Fans, und wer beim Etikett genau hinschaut, sollte die wechselnden Namen im Hinterkopf behalten. Für Genießer, die einen ruhigen Abendwhisky mit Altersangabe suchen, ist er eine verlässliche Wahl, die wir mit 4 Punkten bewerten.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit3/5
Würze/Eiche3/5

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