Blended Malt Whisky

Johnnie Walker Green Label 15 Jahre

4,2/5 Redaktionsbewertung
43 % vol.MittelklasseMindestens 15 Jahre in Eichenfässern; Fasstypen nicht offiziell angegebenSchottland
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Johnnie Walker Green Label 15 Jahre – der Malt-Blend im Walker-Sortiment

Der Green Label fällt aus der Reihe der Johnnie-Walker-Farben. Während Red, Black und Co. Mischungen aus Malt- und Grain-Whisky sind, besteht er ausschließlich aus Single Malts, ist also ein Blended Malt Scotch Whisky. Nach Angaben von Diageo vereint er vier Brennereien aus vier Regionen: Talisker von der Isle of Skye, Linkwood und Cragganmore aus der Speyside sowie Caol Ila von Islay. Abgefüllt wird er mit 43 % vol., und alle Bestandteile sind laut Wikipedia mindestens 15 Jahre gereift. Das Ergebnis ist ein Blend, der Rauch, Gras und Holz in den Vordergrund stellt, nicht die Süße.

Geschichte: Vom Pure Malt zum Green Label

Die Marke geht auf das Jahr 1820 zurück, als John Walker in Kilmarnock ein Lebensmittelgeschäft eröffnete. 1925 schloss sich das Unternehmen der Distillers Company an, 1986 kam diese zu Guinness, und seit der Fusion mit Grand Metropolitan 1997 gehört die Marke zu Diageo.

Im selben Jahr 1997 erschien die Abfüllung zunächst als Johnnie Walker Pure Malt 15. 2004 erhielt sie den heutigen Namen Green Label, nachdem der Begriff „Pure Malt“ in die Kritik geraten war. Warum solche Bezeichnungen heute nicht mehr auf dem Etikett stehen dürfen, erklärt Scotch Whisky Regulations: Was auf dem Etikett stehen darf. Rund 2012 nahm Diageo den Green Label außerhalb Taiwans aus dem Sortiment, die Quellen nennen zum Teil 2011 für die Ankündigung. 2016 kehrte er wegen der Nachfrage weltweit zurück.

Der Johnnie Walker Green Label 15 im Speziellen

Im Sortiment der Marke steht der Green Label zwischen dem Black Label und den teureren Abfüllungen wie dem Blue Label. Anders als beim Black Label stehen hier nicht über 40 Komponenten im Blend, sondern nur vier Brennereien, deren Anteile Diageo nicht veröffentlicht. Zu Fasstypen, Kühlfilterung und Farbstoff macht der Hersteller auf den eingesehenen Seiten keine Angaben. Eine Datenbank führt ihn als gefärbt und kühlgefiltert, das stützt sich aber nicht auf eine Herstellererklärung, weshalb wir es nur als Hinweis nennen.

Herstellung: Vier Brennereien, vier Aufgaben

Diageo beschreibt die Rollenverteilung so: Talisker bringt Tiefe, Linkwood Finesse, Cragganmore einen malzigen Kern und Caol Ila den maritimen, rauchigen Charakter. Das lässt sich gut nachvollziehen, wenn man die Einzelabfüllungen kennt. Der Talisker 10 Jahre steht für Pfeffer und Meeresbrise, der Caol Ila 12 Jahre für klaren Islay-Rauch, der Linkwood 12 Jahre für Leichtigkeit und Blüten.

Wie das Mischen im Detail abläuft, ist Betriebsgeheimnis. Üblich ist, dass die Einzelmalts getrennt reifen, dann vermählt werden und noch eine Weile ruhen. Ob das hier genau so geschieht, geben die Quellen nicht her. Sicher ist nur, dass kein Getreidewhisky beteiligt ist; was das für Leichtigkeit und Körper bedeutet, erklärt Single Malt vs. Blended Whisky.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Klares Goldgelb mit helleren Reflexen.
  • Nase: Laut Hersteller frisches Gras und Obst, dazu Pfeffer, Vanille und Sandelholz. Fachmedien nennen zusätzlich Rauch, Meersalz, Honig und einen Hauch Minze und Kaffee.
  • Gaumen: Zedernholz und Eiche, Gartenfrüchte und florale Töne, dazu Malz, Gewürze und Nüsse. Das Fruchtkuchenaroma bleibt eher im Hintergrund, der Rauch ist deutlich, aber nicht dominant.
  • Abgang: Warm, malzig und rauchig, laut Hersteller „smooth and warming“. Einzelne Tester beschreiben eine leicht trockene, kaffeeartige Note.

Genuss-Empfehlung

Diageo empfiehlt den Green Label pur oder auf Eis. Wir würden mit einem tulpenförmigen Glas und Zimmertemperatur beginnen, damit sich Gras, Holz und Rauch sauber trennen lassen, und erst danach einen Schuss Wasser versuchen. Wie das geht, steht in Whisky richtig verkosten: Nosing und Wasser. Als Mixer-Whisky ist er zu schade, zumal der Rauch gegen viel Soda anarbeiten müsste. Zu Essen passen gegrillter Lachs, Räucherkäse oder ein Stück Gebäck mit Nüssen, wo das trockene Holz auf Süße trifft.

Einordnung & Alternativen

Wer vom Black Label kommt, merkt schnell den Unterschied: Der Green Label ist trockener, holziger und weniger rund, dafür klarer in der Linie. Gegenüber den Einzelabfüllungen seiner Bestandteile ist er die Mischung aus beidem, Islay-Rauch und Speyside-Weichheit in einem Glas. Für den reinen Rauch greift man eher zum Caol Ila 12 Jahre, für mehr Pfeffer und Salz zum Talisker 10 Jahre. Wer die Region als Kompass nutzen will, findet in der Auswertung zum Geschmack nach Region eine Orientierung.

Fazit

Der Johnnie Walker Green Label 15 Jahre ist ein stimmiger, erwachsener Blended Malt, der mit vier Brennereien ein erstaunlich klares Bild zeichnet: Gras, Zedernholz, Gewürz und Rauch, ohne Süßekeule. Wir vergeben 4.2 von 5 Punkten. Abzüge gibt es dafür, dass die Fassangaben dünn bleiben und die Süße dem Rauch zeitweise wenig entgegensetzt; wer es cremig und rund mag, ist beim Black Label besser aufgehoben. Für Neugierige, die den Schritt vom klassischen Blend zum Malt-Blend machen wollen, und für Freunde moderat rauchiger Whiskys ist er eine lohnende, gut zugängliche Wahl.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf3/5
Fruchtigkeit3/5
Würze/Eiche3/5

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