Brandy

Laballe Bas-Armagnac 12 Ans Rich

4,2/5 Redaktionsbewertung
44,2 % vol.Mittelklassemindestens 12 Jahre, Eichenfässer aus den Landes, Ugni Blanc und BacoBas-Armagnac, Parleboscq (Landes), Gascogne, Frankreich
BrandyArmagnac
Bei Amazon ansehen
Auf Amazon suchen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen

Herstellung des Laballe Rich 12 Ans:

Das Domaine de Laballe, auch als Château Laballe geführt, liegt in Parleboscq im Département Landes, an der Grenze zum Gers und damit mitten im Bas-Armagnac. Die Familie Laudet bewirtschaftet das Gut seit 1820, als Jean-Dominique Laudet es nach der Rückkehr aus den Westindischen Inseln übernahm. Heute führt mit Cyril Laudet und seiner Frau Julie die achte Generation den Betrieb; Cyril übernahm 2007. Schon in den 1970er-Jahren modernisierte Noël Laudet das Gut und baute Wein und Armagnac aus. Danach ruhte die Produktion eine Zeit lang, und laut einem Fachblog sind die Lagerbestände entsprechend entweder recht alt (vor 1993) oder recht jung (nach 2001). Das Haus wird als eines der progressiveren der Region beschrieben; der Leitspruch lautet sinngemäß „Armagnac is back“, und Cyril Laudet stellt Konventionen des Genres gern infrage.

Die Weinberge stehen auf den sandigen Böden, die im Bas-Armagnac als Sables Fauves bekannt sind. Das Haus begleitet nach eigener Darstellung alle Schritte selbst, von Rebe und Vinifikation über Destillation bis zur Reife. Der Rich 12 besteht nach Händlerangaben zu etwa 80 Prozent aus Ugni Blanc und zu etwa 20 Prozent aus Baco. Gebrannt wird auf dem Gut mit einem holzbefeuerten Apparat, der seit 1923 im Einsatz sein soll; die Quellen beschreiben seinen Typ nicht einheitlich, üblich ist im Armagnac die einfache, kontinuierliche Destillation. Gereift wird mindestens zwölf Jahre in Eichenfässern aus den Landes, die Keller stammen teilweise aus dem 18. Jahrhundert. Abgefüllt wird bei 44,2 % vol.

Die Sorten ergänzen sich: Ugni Blanc ist die Hauptrebe der Region und liefert Säure, die dem Destillat über die Jahre Frische erhält. Baco, eine Kreuzung aus Folle Blanche und der amerikanischen Sorte Noah, wächst im Bas-Armagnac gut und bringt im Destillat mehr Rundheit und Würze. Bei einem Gut, das den Wein selbst erzeugt, lässt sich das Verhältnis gezielt steuern.

Verkostung des Laballe Rich 12 Ans:

Der Laballe Rich 12 Ans öffnet mit einer erdigen Tiefe in der Nase: gesalzenes Karamell, Kreuzkümmel und ein Hauch Safran bilden den Kern, aufgehellt von Grapefruit- und Orangenschale. Dazu kommen Schokolade, Gewürzkuchen und etwas Holz. Am Gaumen wirkt der Armagnac vollmundig und ausgewogen, mit einer leichten Waldboden-Note, die an feuchtes Laub und Pilze erinnert, und einer Würze, die nicht aufdringlich wird. Der Abgang bleibt gebäckartig und warm, mit Gewürzkuchen und dunklem Karamell. Die höhere Trinkstärke von 44,2 % vol. gibt ihm Nachdruck, ohne ihn scharf zu machen. Wer den Armagnac stehen lässt, bemerkt, wie sich die Zitrusschalen langsam zurückziehen und die Gewürze nach vorn kommen. Das macht ihn zu einem Digestif, der sich im Glas verändert und mit jedem Schluck ein wenig anders wirkt.

Steckbrief Laballe Rich 12 Ans:

Alkoholgehalt: 44,2 % vol.
Klassifikation: Bas-Armagnac, Altersangabe mindestens 12 Jahre
Fassreifung: Eichenfässer aus den Landes, Ugni Blanc und Baco (ca. 80/20)
Hersteller: Domaine de Laballe, Familie Laudet, Parleboscq, Landes, Frankreich

Herstellung im Detail: Ein Familiengut, das selbst brennt

Anders als ein Négociant-Haus, das Fässer verschiedener Erzeuger zusammenstellt, verantwortet die Familie Laudet hier den gesamten Weg. Das hat Folgen für das Profil: Die Mischung aus Ugni Blanc und dem rustikaleren Baco ist bewusst gewählt. Ugni Blanc liefert Frische und Säure, Baco bringt Körper und Würze. Das erklärt die Kombination aus Zitrusschalen und erdigen Gewürznoten im Glas.

Die Bezeichnung „Rich“ ist ein Name, den das Haus für diese Abfüllung gewählt hat, keine offizielle Armagnac-Kategorie; wir deuten sie deshalb nicht über das hinaus, was der Geschmack zeigt. Nach Herstellerangaben reift der Armagnac ausschließlich im Holz und verändert sich in der Flasche nicht mehr, weshalb das Gut nach Bedarf abfüllt. Wer die Linie des Hauses im Vergleich probieren möchte, findet mit dem Laballe Bas-Armagnac Hors d’Age 10 Ans eine schlankere Einstiegsstufe und mit dem Laballe Bas-Armagnac 21 Ans Gold die lang gereifte Variante. Zu den Grundlagen der Herkunft hilft der Beitrag Cognac vs. Armagnac.

Genuss-Empfehlung

Der Rich 12 Ans eignet sich pur im Tulpenglas bei Zimmertemperatur. Wegen der Stärke von 44,2 % vol. kann ein kleiner Tropfen stilles Wasser helfen, die Gewürznoten freizulegen. Zum Essen passt vieles aus der gascognischen Küche: ein Stück Entenleberparfait mit Feigenchutney, gereifter Bergkäse oder ein Pruneau-Dessert, also in Armagnac eingelegte Pflaumen, die ihm geschmacklich nahestehen. Auch Zartbitterschokolade und ein Gebäck mit Orangenschale greifen seine Aromatik gut auf. Als Longdrink ist er eher zu gehaltvoll, in einem Old Fashioned mit Orangenzeste sorgt er aber für eine würzige Variante.

Einordnung & Alternativen

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Fruchtigkeit3/5
Süße3/5
Eiche/Vanille3/5
Blumig/Würzig2/5

Laballe Bas-Armagnac 12 Ans Rich kaufen:

Bei Amazon ansehen
Auf Amazon suchen
Werbung · Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen
Ansehen