Tequila

Olmeca Altos Plata

3,9/5 Redaktionsbewertung
38 % vol.EinstiegsklasseJalisco, Mexiko
TequilaBlanco
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Herstellung des Olmeca Altos Plata:

Der Olmeca Altos hat eine für die Spirituosenbranche ungewöhnliche Entstehungsgeschichte: Er wurde nicht im Marketing-Meeting, sondern an der Bar erdacht. Die britischen Barkeeper Dré Masso und Henry Besant, die gemeinsam das Beratungsunternehmen Worldwide Cocktail Club führten, wollten einen 100-%-Agave-Tequila schaffen, der in Cocktails besteht und trotzdem erschwinglich bleibt. Die Entwicklung begann nach Angaben Massos 2007, auf den Markt kam die Marke 2009. Mit im Boot war der Maestro Tequilero Jesús Hernández; hinter dem Projekt steht die Spirituosengruppe Pernod Ricard, die auch die Vertriebswege öffnete. Besant starb 2013. Gebrannt wird in der Destilería Colonial de Jalisco (NOM 1111) in Arandas, im Hochland von Los Altos, dem der Name der Marke gilt.

Das Besondere an der Plata ist die Verschneidung zweier Destillate. Die reifen Blaue-Weber-Agaven garen in gemauerten Öfen, danach wird ein Teil mit einer modernen Walzenmühle zerkleinert, ein anderer Teil in einer Tahona, dem traditionellen Mahlstein aus Vulkangestein. Die beiden Destillate werden anschließend zum fertigen Tequila vermählt. Nach Herstellerangaben und Fachquellen läuft die Garung über viele Stunden bei niedriger Temperatur, die Destillation erfolgt zweifach in Kupferbrennblasen. Die Plata wird nicht im Fass gereift, sondern bleibt ein klarer, junger Tequila. In Deutschland und vielen weiteren Märkten wird er mit 38 % vol. abgefüllt, in den USA mit 40 % vol.

Verkostung des Olmeca Altos Plata:

Im Glas ist der Tequila kristallklar. Die Nase beginnt mit gekochter Agave und weißem Pfeffer, dazu kommt eine salzige, fast maritime Note sowie ein Hauch von angegrillter grüner Paprika. Der Hersteller selbst verweist zusätzlich auf kandierte Orange und eine zarte Vanille, die sich eher als Hintergrund denn als Hauptdarsteller zeigt. Am Gaumen wirkt der Altos Plata trocken und angenehm direkt: Agave bleibt der Kern, flankiert von Limettenschale, einer leicht mineralischen Kante, Stroh und einer Prise Muskat. Die Süße ist zurückhaltend, die Würze fällt moderat aus und erinnert an Pfeffer, nicht an Backgewürze. Die Textur ist eher schlank, mit einem leicht ledrigen Zug, der den Tequila im Mund fest wirken lässt. Der Abgang ist sauber und mittellang und klingt mit weißer Pfefferschärfe aus.

Pur getrunken zeigt sich das, was viele Tester festhalten: ehrlich und handwerklich ordentlich, aber nicht ganz so rund wie teurere Blancos. Bei Raumtemperatur verlangt er etwas Gewöhnung an die Pfeffernote. Seine eigentliche Stärke spielt er erst im Mixglas aus.

Steckbrief Olmeca Altos Plata:

Alkoholgehalt: 38 % vol. (je nach Markt auch 40 % vol.)
Kategorie: Tequila Blanco, 100 % Agave
Agave: Agave Tequilana Weber 'Azul', Los Altos, Jalisco
Hersteller: Destilería Colonial de Jalisco (NOM 1111), Arandas, Jalisco; Pernod Ricard

Herstellung im Detail: Zwei Mühlen, ein Tequila

Wie eine Agave zerkleinert wird, entscheidet über das Destillat. Die Walzenmühle presst die gegarten Fasern aus und liefert einen relativ sauberen, hellen Saft, der später einen klaren, zugänglichen Spirit ergibt. Die Tahona hingegen zermalmt Faser und Saft gemeinsam, so dass Fruchtfleisch in die Gärung gelangt. Das bringt erdigere, würzigere und schwerere Aromen mit. Für die Marke gilt das Mahlen mit der Tahona als Ausdruck handwerklicher Tradition; Masso betont, dass nur sehr wenige Destillerien Mexikos dieses Verfahren noch einsetzen.

Altos verbindet beide Welten bewusst. Das Walzenmühlen-Destillat sorgt für Sauberkeit und Berechenbarkeit, das Tahona-Destillat für etwas Rückgrat und Charakter. Das Ergebnis ist kein reiner Tahona-Tequila, wie ihn etwa kleine Familienbrennereien machen, sondern ein Kompromiss, der bei vertretbarem Aufwand größere Mengen ermöglicht. Genau darin liegt der Reiz für Bars: Die Plata liefert Agave und Pfeffer genug, um sich neben Limette und Orangenlikör zu behaupten, ohne einen Drink zu dominieren.

Verwendung des Olmeca Altos Plata

  • Margarita: Der Klassiker mit Limettensaft und Orangenlikör bringt Agave und Zitrusnoten schön zusammen; hier wurde der Tequila schließlich gedacht.
  • Paloma: Mit Grapefruitlimonade und einem Spritzer Limette betont die leicht salzige, pfeffrige Art den bitter-frischen Charakter.
  • Ranch Water: Auf Eis mit Sodawasser und Limette lässt sich die trockene, schlanke Struktur besonders gut genießen.
  • Zu Ceviche oder Fish Tacos: Die Zitrusnoten und die Prise Salz im Tequila harmonieren mit Fisch, Koriander und Chili.

Der Olmeca Altos Plata gehört zu den Blancos, die man vor allem für den Barbetrieb und die Hausbar kaufen sollte. Er ist 100 % Agave, damit klar jenseits der Mixto-Tequilas, die zu einem Teil aus Zuckerrohr- oder anderem Zucker bestehen, und er ist im Preisgefüge der Kategorie klar im Einstiegssegment verankert. Wer zum ersten Mal bewusst einen reinen Agave-Tequila mixen möchte, findet hier eine verlässliche Basis. Ein Sipping-Tequila für Kenner ist er dagegen nicht, dafür fehlen ihm Tiefe und Textur.

Als Einordnung in die Kategorie passt das schlicht: Altos hat keine Reifung und keine Spielereien, aber eine nachvollziehbare Herkunft und einen Herstellungsweg, der mehr bietet als viele Konkurrenten in dieser Klasse. Weitere Grundlagen zur Kategorie liefert der Artikel zu den Tequila-Kategorien Blanco, Reposado und Añejo.

Einordnung & Alternativen

  • Espolòn Blanco – der direkte Wettbewerber im Einstiegssegment; milder und etwas runder, dafür weniger salzig-mineralisch als der Altos.
  • Patrón Silver – weicher, süßer und polierter, dabei aber deutlich teurer und weniger direkt als die pfeffrig-trockene Plata.
  • Fortaleza Blanco – die konsequente Tahona-Variante mit öliger Textur und erdiger Tiefe; ein anderes Preissegment und eher ein Sipping-Tequila.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße2/5
Agave/Erdigkeit4/5
Rauch1/5
Schärfe/Pfeffer3/5

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