Aviation Gin

Gin

Aviation Gin

4,5/5 Redaktionsbewertung
42 % vol.Portland, Oregon, USA
GinNew Western Dry Gin
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Herstellung des Aviation Gin:

Der Aviation Gin stammt aus Portland, Oregon, wo er 2006 vom Master Distiller Christian Krogstad gemeinsam mit dem Barkeeper und Mixologen Ryan Magarian entwickelt wurde – konzipiert als bewusster Gegenentwurf zu klassischen, stark wacholderbetonten London-Dry-Gins. Produziert wurde er ursprünglich bei der von Krogstad gegründeten House Spirits Distillery in Portland. 2016 verkaufte House Spirits die Marke an den New Yorker Getränke-Distributor Davos Brands, 2018 erwarb Schauspieler Ryan Reynolds eine Beteiligung und übernahm die Rolle als Hauptgesicht und Miteigentümer der Marke, die er in eigenen Filmen und über Social Media international bekannt machte. Im August 2020 kaufte der Diageo-Konzern Aviation Gin für bis zu 610 Millionen US-Dollar; Reynolds behielt dabei eine fortlaufende Beteiligung an der Marke.

Die sieben Botanicals werden 18 Stunden lang in neutralem Getreidealkohol mazeriert und anschließend in einer eigens angefertigten 400-Gallonen-Brennblase gemeinsam destilliert. Zur Verdünnung auf Trinkstärke wird reines Quellwasser aus den Cascade Mountains verwendet, das den ursprünglich mit rund 140 Proof gebrannten Rohbrand auf die finalen 84 Proof (42 % vol.) herunterbringt. Als klassischer Vertreter des New Western Dry Gin verzichtet der Aviation bewusst auf eine dominante Wacholdernote und setzt stattdessen auf ein florales, würziges Zusammenspiel seiner Botanicals – ein Stilprinzip, das Ryan Magarian später auch als eigenen Begriff "New Western Dry Gin" prägen half. Bereits 2012 vergab das US-Fachmagazin Wine Enthusiast 97 von 100 Punkten an den Aviation Gin, die laut eigener Aussage des Magazins höchste je an einen Gin vergebene Wertung.

Verkostung des Aviation Gin:

In der Nase zeigt sich der Aviation Gin zunächst dezent wacholdrig, wird dann aber schnell von Lavendel und süßer Orangenschale getragen, während Kardamom für eine leicht würzige Tiefe sorgt. Am Gaumen ist er auffallend weich und rund, die Sarsaparille bringt eine feine, fast harzig-süße Note ein, bevor Koriander und bittere Orangenschale für Struktur sorgen. Im Abgang bleibt ein sanfter Anisklang zurück, der dem Aviation seinen unverwechselbaren, seifig-blumigen Charakter verleiht – ein Gin, der weniger auf Schärfe als auf Balance und Eleganz setzt.

Steckbrief Aviation Gin:

Alkoholgehalt: 42 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Lavendel, süße und bittere Orangenschale, Kardamom, Koriander, indische Sarsaparille, Anis
Hersteller: House Spirits Distillery, Portland, Oregon (seit 2020 Diageo)

Botanicals des Aviation Gin im Detail

Anders als klassische London-Dry-Gins, bei denen Wacholder das dominante Element bildet, setzt der Aviation auf ein ausgewogenes Sieben-Botanicals-Ensemble, in dem kein einzelner Bestandteil klar hervorsticht. Lavendel steuert die charakteristische florale Note bei, die dem Gin seinen "seifigen" Ruf einbrachte, während süße und bittere Orangenschale gemeinsam für Zitrusfrische ohne aufdringliche Säure sorgen. Die indische Sarsaparille – eine in westlichen Gins selten verwendete Wurzel – verleiht eine feine, harzig-süße Tiefe, die eher an amerikanische Root-Beer-Aromatik erinnert als an klassische Gin-Botanicals, während Anissamen im Abgang für den charakteristischen, leicht lakritzigen Nachklang sorgen. Genau diese Kombination war es, die Aviation bei seiner Einführung 2006 von der damals noch von London-Dry-Stilen dominierten US-Gin-Landschaft abhob und ihn zu einem der prägenden Vertreter des New-Western-Stils machte.

Verwendung des Aviation Gin

  • Gin & Tonic: Da der Aviation Gin kaum auf Wacholder setzt, verträgt er sich am besten mit einem milden, wenig bitteren Tonic wie Fever-Tree Mediterranean Tonic Water oder Aqua Monaco Tonic Water, das die floralen und leicht süßen Noten nicht überdeckt.
  • Dry Martini: Wegen seiner weichen, blumigen Struktur eignet sich der Aviation hervorragend für einen Dry Martini oder klassische Sour-Cocktails wie den Last Word, in denen seine Lavendel- und Anisnoten schön zur Geltung kommen.

Der Aviation Gin richtet sich vor allem an Genießer, die Gin nicht primär über Wacholderschärfe, sondern über florale Eleganz und weiche Textur definieren – ein Einstiegsgin für alle, die klassische London-Dry-Stile als zu herb empfinden, ebenso wie ein Klassiker für erfahrene Cocktailtrinker, die seinen Stellenwert in der amerikanischen Craft-Gin-Bewegung der 2000er-Jahre zu schätzen wissen. Im Vergleich zu anderen New-Western-Gins wie Hendrick's Gin oder Bluecoat American Dry Gin fällt der Aviation durch seine ungewöhnliche Sarsaparille-Anis-Kombination auf, die ihn geschmacklich klar von Rosen- oder Gurken-betonten Vertretern des Stils abgrenzt.

Trotz des Verkaufs an Diageo und der wachsenden Marktpräsenz ist Portland als Ursprungsort der Marke bis heute Teil der Identität von Aviation geblieben: 2022 eröffnete das Unternehmen dort eine neue, öffentlich zugängliche Destillerie mit interaktiven Touren, die Besuchern den Herstellungsprozess vom Getreidealkohol bis zur fertigen Botanicals-Destillation vor Ort zeigt. Für ein Produkt, das inzwischen zu einem globalen Diageo-Konzernportfolio gehört, ist das ein bewusstes Bekenntnis zu den handwerklichen Wurzeln, die Krogstad und Magarian 2006 mit der ursprünglichen House-Spirits-Rezeptur gelegt hatten.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder2/5
Zitrus3/5
Kräuter/Blumig5/5
Würze3/5

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