Gin

Gilpin's Westmorland Extra Dry Gin

5/5 Redaktionsbewertung
47 % vol.Cartmel, Lake District, England
GinLondon Dry Gin
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Herstellung des Gilpin's Westmorland Extra Dry Gin:

Gilpin's Westmorland Extra Dry Gin wurde 2011 von Matthew Gilpin ins Leben gerufen und wird von Westmorland Spirits Limited vermarktet, benannt nach der historischen englischen Grafschaft Westmorland im Lake District, die heute größtenteils zu Cumbria gehört. Destilliert wird der Gin im traditionellen Kupfer-Pot-Still-Verfahren in Auftragsproduktion bei der Thames Distillery in London – die eigentliche regionale Identität des Gins liegt jedoch nicht im Produktionsort, sondern im Wasser: Für die Verdünnung auf Trinkstärke wird ausschließlich Quellwasser aus dem historischen Holy Well von Cartmel im Lake District verwendet, das auf seinem Weg durch altes Weidenmoor und Kalkstein natürlich gefiltert wird. Acht Botanicals bilden die schlanke, bewusst reduzierte Rezeptur, die dem Gin seinen namensgebenden, "extra trockenen" Charakter verleiht. Abgefüllt wird bei 47 % vol.

Der Gin hat sich seit seiner Markteinführung einen bemerkenswerten Ruf erarbeitet: Bei den World Drinks Awards 2014 wurde er gleich in zwei Kategorien ausgezeichnet – als "World's Best Gin" und als "Best Traditional Style Gin". Bei der International Wine & Spirit Competition (IWSC) gewann er bereits 2012 Gold, bei den Gin Masters 2015 Gold in der Kategorie Super Premium sowie 2017 zusätzlich Silber sowohl für London Dry Gin als auch für Gin & Tonic. Diese Auszeichnungsdichte ist für eine vergleichsweise kleine, unabhängige Marke ungewöhnlich hoch und unterstreicht, dass Gilpin's trotz begrenzter Bekanntheit fachlich sehr ernst genommen wird. Mit seiner Markteinführung 2011 fällt der Gin zudem in die erste Welle jener britischen Craft-Gin-Marken, die im Zuge des sogenannten Gin-Booms der frühen 2010er-Jahre entstanden und sich bewusst über regionale Herkunft und eine reduzierte, transparente Rezeptur von den großen etablierten Marken abgrenzten.

Verkostung des Gilpin's Westmorland Extra Dry Gin:

In der Nase zeigt sich der Gilpin's groß und deutlich wacholdergeführt, begleitet von Zitrusfrische, Salbeiblättern und Koriandersamen, die zusammen ein klares, unverfälschtes London-Dry-Profil ergeben. Am Gaumen wirkt der Gin trocken und leicht ölig, mit bitterer Orangenschale und erdigen Tönen, bevor sich der Wacholder ein zweites Mal kraftvoll in den Vordergrund schiebt. Der Abgang fällt spürbar bitter aus und wird von der Angelikawurzel geprägt, was dem Gin insgesamt eine steinige, fast mineralische Trockenheit verleiht. In der Summe ergibt sich ein Profil, das eher steil und geradlinig als rund und süßlich daherkommt – ein Gin für Liebhaber klassischer, wacholderbetonter London Dry Gins ohne modische Zugeständnisse.

Steckbrief Gilpin's Westmorland Extra Dry Gin:

Alkoholgehalt: 47 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Salbei, Borretsch (Sternblume), Limette, Zitrone, bittere Orangenschale, Koriandersamen, Angelikawurzel
Hersteller: Westmorland Spirits Limited (Thames Distillery, London), verdünnt mit Quellwasser aus Cartmel, Lake District, England

Das Wasser des Holy Well: Die Besonderheit des Gilpin's Westmorland

Während viele Gins über ihre Botanical-Liste Aufsehen erregen, setzt Gilpin's bewusst auf ein reduziertes Set von nur acht Zutaten und rückt stattdessen die Wasserquelle in den Mittelpunkt der eigenen Geschichte: das Quellwasser des Holy Well von Cartmel im Lake District, das durch jahrhundertealtes Weidenmoor und Kalksteinschichten sickert, bevor es zur Verdünnung des Destillats verwendet wird. Ungewöhnlich unter den acht Botanicals ist zudem Borretsch, auch als Sternblume bekannt – ein Kraut mit leicht gurkig-frischem Aroma, das nur selten in Gin-Rezepturen auftaucht und dem Gilpin's zusammen mit dem Salbei eine dezent krautig-grüne Facette jenseits der reinen Wacholder-Zitrus-Achse verleiht. In Kombination mit der bitteren Orangenschale und der erdigen Angelikawurzel entsteht so ein Gin, der trotz überschaubarer Zutatenliste erstaunlich vielschichtig bleibt und genau die "trockene, fast steinige Eleganz" liefert, die ihm bei internationalen Wettbewerben wiederholt Auszeichnungen eingebracht hat.

Verwendung des Gilpin's Westmorland Extra Dry Gin

  • Gin & Tonic: Ein klassisches Indian Tonic wie das Fever-Tree Premium Indian Tonic Water unterstützt die kräftige Wacholder- und Bitterorangen-Struktur des Gilpin's, ohne die erdig-trockene Note zu verwässern. Wer die krautig-grüne Salbeinote betonen möchte, kombiniert den Gin alternativ mit dem 1724 Tonic Water, dessen zurückhaltende Süße dem trockenen Charakter des Gins entgegenkommt.
  • Dry Martini: Die straffe, wenig süße Struktur macht den Gilpin's zu einer ausgezeichneten Martini-Basis, in der Wacholder und Angelikawurzel klar hervortreten.

Der Gilpin's Westmorland Extra Dry Gin richtet sich an erfahrene Gin-Trinker, die einen puristischen, unverwässerten London-Dry-Stil ohne Modeerscheinungen schätzen und bereit sind, für ein kleineres, aber preisgekröntes Familienunternehmen abseits der großen Marken einzutreten. Im Vergleich zu bekannteren London Dry Gins wie dem Sipsmith London Dry Gin zeigt sich der Gilpin's noch trockener und erdiger, mit einer deutlich bitteren, angelikageprägten Abgangsnote, die ihm einen eigenständigen Charakter jenseits der reinen Zitrusfrische verleiht. Wer die klassische, wacholderdominierte Seite des London Dry Gin in ihrer strengsten Form erleben möchte, findet im Gilpin's einen der konsequentesten Vertreter dieses Stils.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder5/5
Zitrus3/5
Kräuter/Blumig4/5
Würze3/5

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