Vodka

Smirnoff No. 21 Vodka

3,6/5 Redaktionsbewertung
37.5 % vol.EinstiegsklasseGroßbritannien
VodkaGroßbritannien
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Herstellung des Smirnoff No. 21 Vodka:

Die Markengeschichte beginnt nach Unternehmensangaben 1864 in Moskau, wo Pjotr Smirnow eine Destillerie gründete und sich früh mit der Filtration über Holzkohle einen Namen machte. Nach der Oktoberrevolution verließ sein Sohn Wladimir Russland; die Markenrechte gingen 1933 an den Amerikaner Rudolph Kunett und 1939 an John Martin von der Firma Heublein, die den Wodka in den USA als geschmacksarmes Pendant zum Whiskey vermarktete. Über Umwege landete die Marke 1997 beim britischen Konzern Diageo, dem sie bis heute gehört. In Russland wird Smirnoff nach heutigem Stand nicht mehr hergestellt, die Produktion verteilt sich auf mehrere Länder.

Der No. 21 ist die rote Standardabfüllung, die Diageo als „Red Label“ führt. Basis ist ein Verschnitt verschiedener Getreidesorten, deren genaue Zusammensetzung die Marke nicht nennt. Nach Herstellerangaben wird der Alkohol dreifach destilliert und anschließend zehnmal durch sieben Säulen mit Aktivkohle filtriert. Zur Herkunft der Flaschen im deutschen Handel gibt es uneinheitliche Angaben: Händler nennen Großbritannien mit Diageo Germany als Vertrieb, ein Discounter-Angebot weist eine Abfüllung in Italien aus. Wir ordnen die Flasche deshalb entlang der britischen Diageo-Produktion ein, ohne die Herkunft jeder Charge belegen zu können.

Verkostung des Smirnoff No. 21 Vodka:

Im Glas ist der Wodka kristallklar. Die Nase ist bewusst zurückhaltend: ein Hauch Getreide, eine leichte Süße und, je nach Verkoster, eine feine Anmerkung von weißem Pfeffer oder Holzkohle. Mehr als ein sauberer Eindruck entsteht nicht, und genau das ist gewollt. Am Gaumen wirkt der Vodka mild und glatt, mit einer dezenten Süße am Anfang, wenig Körper und einer schlanken, eher wässrigen Textur. Eine sehr leichte Pfeffer- und Minzfrische deutet sich an, Fuselnoten fehlen. Der Alkohol tritt bei 37,5 % vol. nicht aggressiv auf, bei Zimmertemperatur ist er aber spürbarer als gut gekühlt. Das ist zugleich der gesetzliche Mindestwert für Wodka in der EU, die 2,5 Prozentpunkte unter vielen Premium-Flaschen mit 40 % vol. machen sich im Glas kaum bemerkbar. Der Abgang ist kurz und trocken, mit einem Anflug von Pfeffer. Wer Charakter, Cremigkeit oder ausgeprägtes Getreide sucht, wird hier nicht fündig; wer einen unauffälligen Mixer will, bekommt ihn.

Steckbrief Smirnoff No. 21 Vodka:

Alkoholgehalt: 37,5 % vol.
Basis: Verschnitt verschiedener Getreide
Destillation/Filterung: dreifache Destillation, zehnfache Filtration über Aktivkohle (sieben Säulen)
Hersteller: Diageo (Marke Smirnoff); Produktion laut Händlerangaben unter anderem in Großbritannien

Herstellung im Detail: Was „zehnfach gefiltert“ wirklich bedeutet

Die Zahlen auf dem Etikett sind Marketing, aber nicht aus der Luft gegriffen. Hinter „dreifach destilliert“ steht in der Praxis meist eine kontinuierliche Kolonnenanlage, in der der Alkohol mehrere Böden durchläuft und dabei Schritt für Schritt von Nebenbestandteilen getrennt wird. Eine Analyse des Barführers Difford’s Guide beschreibt für die britische Produktion eine rund 24-stündige kontinuierliche Destillation, anschließend Verdünnung mit demineralisiertem Wasser und eine mehrstündige Passage durch sieben Aktivkohlesäulen. Die „zehn“ meint also nicht zehn getrennte Brennvorgänge, sondern die Zahl der Durchläufe durch dieses Filtersystem. Wie viel jeder einzelne Durchlauf zusätzlich entfernt, sagt die Zahl nicht; mehr dazu im Beitrag Kohlefiltration bei Vodka erklärt.

Das Ziel dieses Aufwands ist Gleichförmigkeit. Ein Vodka, der in mehreren Ländern abgefüllt wird, muss überall gleich schmecken, und die Kombination aus hochgradiger Rektifikation und Kohlefilter liefert dafür das neutralste Ausgangsmaterial, das sich industriell herstellen lässt. Der Preis dafür ist ein Profil, in dem Rohstoff und Handschrift kaum noch erkennbar sind. Wie sich das von einem Wodka mit bewusst belassenem Getreidecharakter unterscheidet, erklärt Wie wird Vodka hergestellt? an der Grundtechnik.

Verwendung des Smirnoff No. 21 Vodka

  • Moscow Mule: Mit Ginger Beer und Limette lässt der neutrale Wodka dem Ingwer den Vortritt; der Drink lebt von der Würze der Zutaten, nicht vom Spirit.
  • Bloody Mary: Tomatensaft, Worcestersauce und Pfeffer überdecken Feinheiten ohnehin, hier ist ein unauffälliger Basis-Wodka sinnvoll.
  • Cosmopolitan oder Vodka-Soda: Cranberry und Zitrus bringen die Aromatik, der Vodka liefert Alkohol und Struktur.
  • Eiskalt als Shot: Aus dem Gefrierfach serviert, wird die schlanke Textur eher zum Vorteil; aufs Aroma darf man dann nicht hoffen.

Nach Eigenangabe ist Smirnoff die weltweit meistverkaufte Premium-Vodka-Marke und in über 130 Ländern erhältlich; in Deutschland gehört sie zu den bekannten Namen im Regal. Seine Stärke ist Verlässlichkeit: Wer ihn kauft, weiß, was ihn erwartet. Im Vergleich mit Premium-Vodkas fehlen Tiefe und Textur, im Vergleich mit Billigeigenmarken zeigt er eine saubere, fehlerfreie Linie. Wer die Einordnung der Handelsmarken sucht, findet sie im Beitrag Vodka bei Discountern.

Einordnung & Alternativen

  • Absolut Vodka – ebenfalls Massenmarke und Mixer-tauglich, aber mit 40 % vol., einem klareren Weizencharakter und spürbar mehr Struktur.
  • Stolichnaya Vodka – kantiger und getreidebetonter; wer Smirnoff zu glatt findet, bekommt hier mehr Schärfe und Rückgrat.
  • Ketel One Vodka – die Mittelklasse-Alternative mit zusätzlicher Pot-Still-Nachdestillation, cremiger und deutlich runder im Mund.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße2/5
Getreide/Erdigkeit2/5
Schärfe/Brand2/5
Textur/Cremigkeit2/5

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