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Tomintoul Distillery – Speyside

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Die Tomintoul Distillery liegt bei Ballindalloch in der Speyside, im Umfeld der Glenlivet-Region und nahe dem gleichnamigen Dorf Tomintoul, das als höchstgelegenes Dorf der schottischen Highlands gilt. Gebaut wurde sie Mitte der 1960er-Jahre (je nach Quelle 1964 oder 1965), seit dem Jahr 2000 gehört sie zu Angus Dundee Distillers. Die Marke nennt sich selbst The Gentle Dram und steht für sanfte, leichte Speyside-Malts, dazu gibt es die getorfte Linie Peaty Tang. Ein großer Teil des Destillats geht außerdem in Blends.


Überblick

  • Name: Tomintoul Distillery
  • Ort: Ballindalloch, Moray, Schottland (nahe Tomintoul, Cairngorms)
  • Gegründet: 1964/65 (je nach Quelle)
  • Region: Speyside (Umfeld der Glenlivet-Region)
  • Besitzer: Angus Dundee Distillers plc, London (seit 2000)
  • Typ: Single Malt Scotch Whisky, überwiegend leicht und ungetorft, dazu getorfte Varianten

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1964/65 Die Glasgower Händler Hay & Macleod und W. & S. Strong gründen die Brennerei und bauen sie mit einem Brennblasenpaar
1973 Die Scottish and Universal Investment Trust übernimmt den Betrieb (andere Quellen nennen Whyte & Mackay bereits für diesen Zeitpunkt)
1974 Ein zweites Brennblasenpaar wird ergänzt, die Kapazität verdoppelt sich
1989 Whyte & Mackay erwirbt die Brennerei, damals im Besitz von Brent Walker
1990 Whyte & Mackay geht an American Brands
2000 Angus Dundee Distillers kauft Tomintoul und baut die Marke aus
Heute Vier Brennblasen, Kapazität von gut 3 Millionen Litern reinen Alkohols pro Jahr und Lagerhäuser für mehr als 100.000 Fässer

Besonderheiten bei der Herstellung

Wasser und Lage

Das Wasser für die Produktion stammt aus der Ballantruan-Quelle. Die Brennerei liegt nicht im Dorf Tomintoul, sondern etwas außerhalb im Tal zwischen Ballindalloch und Tomintoul, am Rand der Cairngorms. Die Region gilt als Heimat vieler bekannter Speyside-Brennereien, darunter Glenlivet und Glenfarclas. Der Hersteller führt die Weichheit des Wassers und die klare Bergluft als Grund für den sanften Charakter an.

Anlage

Nach Fachangaben arbeitet Tomintoul mit einem Semi-Lauter-Maischebottich, sechs Gärbottichen aus Edelstahl und vier Brennblasen, je zwei Wash und zwei Spirit Stills, die mit Dampf beheizt werden. Die genannten Kapazitäten schwanken zwischen rund 3,2 und 3,3 Millionen Litern. Als Master Distiller nennt die Brennerei Robert Fleming, der nach eigenen Angaben seit über 30 Jahren hier arbeitet.

Fassreifung und Torf

Gereift wird überwiegend in amerikanischen Bourbonfässern und Refill-Hogsheads, für einzelne Abfüllungen auch in Oloroso-Sherryfässern. Für getorfte Varianten wie Peaty Tang oder Old Ballantruan wird getorftes Malz eingesetzt; der Torfcharakter stammt aus der Gerste, nicht aus der Anlage.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Tomintoul 10 Jahre 40 % Leichter Einstieg aus Bourbonfässern mit Akazienhonig, Vanille und Getreide
Tomintoul 12 Jahre 40 % Ex-Bourbon mit Oloroso-Finish, Trockenfrucht, Karamell und Nuss
Tomintoul 16 Jahre 40 % Ältere Stufe der Kernreihe, ebenfalls bei 40 %
Tomintoul With a Peaty Tang 40 % Getorfter Malt ohne Altersangabe mit Heiderauch, Pfeffer und Malz

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Tomintoul 10 Jahre, Tomintoul 12 Jahre und Tomintoul Peaty Tang.


Stil & Wiedererkennungswert

Tomintoul zählt zu den leichtesten Malts der Speyside. Honig, Vanille, Getreide und rote Äpfel prägen die Standardabfüllungen, Rauch fehlt in der Kernreihe fast völlig. Die Abfüllung bei 40 % betont diese Zurückhaltung und macht die Flaschen zugänglich, lässt Kritikern zufolge aber wenig Körper.

Ein Kontrast zum sanften Hausstil ist die getorfte Linie. Peaty Tang ergänzt das Sortiment um einen moderaten, erdigen Rauch, ohne den Charakter eines Islay-Malts anzunehmen. Daneben führt Tomintoul mit Old Ballantruan eine deutlich stärker getorfte Linie. Die Altersangabe des Peaty Tang wird in den Quellen uneinheitlich genannt, im Handel erscheint er meist ohne Alter.


Fazit

Tomintoul ist eine Brennerei für alle, die weiche, unkomplizierte Speyside-Malts bevorzugen. Der 10 Jahre ist die naheliegende Einstiegsabfüllung, der 12-Jährige mit Sherry-Finish bietet etwas mehr Süße. Wer Körper, Fassstärke und Komplexität erwartet, sollte anderswo suchen, denn der Stil bleibt bewusst leicht. Für Neugierige lohnt der Peaty Tang als untypischer Speysider mit Torf. Wer die Brennerei vor Ort kennenlernen will, kann sie nach Herstellerangaben auf Führungen besuchen, die an bestimmten Wochentagen stattfinden und vorab gebucht werden.