Herstellung des Absolut Elyx:
Absolut Elyx ist das Luxus-Geschwister des Standard-Absolut und wurde 2010 als limitierte, kleinteilig produzierte Linie eingeführt. Der Name spielt auf das schwedische Wort „lyx" für Luxus an; Pernod Ricard, seit 2008 Eigentümer der Absolut-Marke, bevorzugt für Elyx den Begriff Luxus-Vodka statt Super-Premium. 2011 folgte eine zweite Auflage, 2013 eine deutlich größere dritte, 2019 eine vierte und 2024 eine fünfte mit überarbeiteter Verpackung. Nach Herstellerangabe wird Elyx heute in mehr als 70 Märkten verkauft.
Der Rohstoff ist Winterweizen, der nach Angaben von Absolut von einem einzigen Gut stammt, dem seit dem 15. Jahrhundert bewirtschafteten Råbelöf im Süden Schwedens. Gebrannt wird in Åhus in einer von Hand bedienten Kupferkolonne aus dem Jahr 1921; Difford's Guide spricht von den 1920er-Jahren. Tausende kleine Kupferplättchen in der Anlage sollen unerwünschte Verbindungen binden. Vom Saatgut bis zur Flasche liegt laut Marke alles in einem Umkreis von rund 24 Kilometern, ein Argument für Regionalität und kurze Wege. Das Wasser stammt laut Drinkhacker aus dem Brunnen der Destillerie. Der Alkoholgehalt liegt hier bei 42,3 % vol., etwas höher als bei den meisten Vodkas; frühere Quellen nennen dagegen 40 %, was zu einer älteren Abfüllung gehören dürfte.
Verkostung des Absolut Elyx:
Das Glas zeigt einen glasklaren Vodka. Die Nase ist sauber und rund: frisches Brot, weiße Schokolade, leichte Getreidenoten und eine tiefe, milde Würze, wie sie Absolut selbst beschreibt; Difford's Guide beschreibt sie zurückhaltender, mit weißem Pfeffer, einem Hauch gebranntem Zucker und nussigem Fudge. Am Gaumen ist Elyx voll, seidig und weich. Macadamia, Getreidecreme, weiße Schokolade und buttriges Brot tragen den Körper, dazu kommt ein feiner Pfefferschimmer. Drinkhacker fand den Vodka ebenfalls sehr sauber und fast ohne Biss. Süße ist spürbar, aber nicht süßlich. Die Schärfe bleibt niedrig, wobei der leicht erhöhte Alkoholgehalt ein wenig Wärme mitbringt. Der Abgang ist mittellang bis lang, mild würzig und nussig mit einem leichten Hauch von Vanille. Nicht jeder fand ihn so rund: Slower Pulse spürte auf dem Weg nach unten noch etwas Hitze, lobte aber den langen, süßen Nachhall. Insgesamt ist Elyx ein weicher, mundfüllender Weizen-Vodka, der Textur über Strenge stellt.
Steckbrief Absolut Elyx:
Alkoholgehalt: 42,3 % vol.
Basis: Winterweizen von einem einzigen Gut (Råbelöf, Südschweden)
Destillation/Filterung: Destillation in einer von Hand bedienten Kupferkolonne von 1921, Verdünnung mit Brunnenwasser
Hersteller: The Absolut Company / Pernod Ricard, Åhus, Schweden
Herstellung im Detail: Kupfer statt Edelstahl
Fast alle modernen Vodka-Kolonnen bestehen aus Edelstahl, weil das Material robust, neutral und leicht zu reinigen ist. Elyx geht den umgekehrten Weg. In der Kupferkolonne tritt der Alkoholdampf mit Metall in Kontakt, das schwefelhaltige Verbindungen bindet; dieselbe Wirkung nutzt man bei Pot Stills für Whisky oder Cognac. Absolut betont dabei vor allem den Handwerksaspekt: Die Anlage wird von Hand gesteuert, und ein Master Distiller verkostet Berichten zufolge jede Charge. Wer die Unterschiede zwischen Kolonnen- und Pot-Still-Verfahren verstehen will, findet sie in Wie wird Vodka hergestellt?.
Auffällig ist die Herkunftserzählung. Weizen ist die häufigste Vodka-Basis, aber nur wenige Marken benennen das Gut. Bei Elyx ist das ein Teil des Verkaufsarguments: ein Terroir-Gedanke bei einem Rohstoff, der sonst austauschbar ist. Dazu passt die Gestaltung. Die Flasche trägt kupferfarbene Streifen, die Ananas dient als Symbol der Gastfreundschaft, und Barzubehör aus Kupfer gehört zum Auftritt. Die Marke wirbt außerdem mit klimaneutraler Produktion und einer Partnerschaft mit der Hilfsorganisation Water for People. Die Angaben zum Standard-Absolut, das ohne Kohlefilter und in Edelstahlkolonnen entsteht, finden sich im Artikel zum Absolut Vodka; die Rohstoffe im Vergleich zeigt Vodka-Sorten im Überblick.
Verwendung des Absolut Elyx
- Pur, gut gekühlt: Die weiche Textur und die Brot-Nuss-Aromatik zeigen sich am besten ohne Verdünnung.
- Vodka Martini: Die cremige Mitte und der milde Pfeffer geben einem klassischen Martini ruhigen Körper; dazu passt Vodka Martini: geschüttelt oder gerührt?.
- Espresso Martini oder Moscow Mule: Für Bars, die Wert auf Textur legen; in stark gewürzten Longdrinks geht der Unterschied zum Standardvodka aber weitgehend verloren.
- Zu Fisch und Nüssen: Gebeizter Lachs oder geröstete Nüsse nehmen die nussige Süße auf.
Im Absolut-Sortiment ist Elyx die Premium-Spitze, im Gesamtmarkt eher ein Mitspieler der gehobenen Klasse. Der Vodka überzeugt durch Gleichmäßigkeit und Mundgefühl, weniger durch Ecken und Kanten, und verlangt mit seiner Kupferoptik und der Ananas-Ästhetik einen gewissen Geschmack für Inszenierung. Wer vor allem günstige Neutralität sucht, ist beim Standardprodukt besser aufgehoben.
Einordnung & Alternativen
- Absolut Vodka – die Basisabfüllung aus demselben Ort: schlanker, trockener, mit mehr Anis und Getreideschale und deutlich preiswerter.
- Ketel One Vodka – ebenfalls Weizen und Kupfer, jedoch mit Pot-Still-Nachdestillation; ein wenig honigartiger.
- Grey Goose Vodka – ähnlich weich, aber mit mehr Süße und ohne die Brot- und Nussnoten von Elyx.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
Ähnliche Vodka-Verkostungen

Absolut Vodka
Geradliniger Weizen-Vodka mit dezenter Getreide- und Anisnote, moderater Süße und spürbarer Schärfe — schlanker als weichere Premium-Konkurrenten.
Beluga Noble Vodka
Russische Kultmarke mit Honig-, Hafer- und Vanillenote, Quarzsand- und Birkenkohlefilter und 30 Tagen Ruhe – cremig, süßlich und trocken im Abgang.

Belvedere Vodka
Würzig-erdiger Roggen-Vodka mit seidiger Textur und trockenem, leicht pfeffrigem Abgang — kantiger als weichere, weizenbasierte Premium-Vodkas.

Chopin Potato Vodka
Außergewöhnlich cremig und ölig durch die reine Kartoffelbasis — erdig-herzhaft statt getreidig, mit kaum spürbarer Schärfe.

Wie wird Vodka hergestellt? Vom Rohstoff zum reinen Destillat
Nicht der Rohstoff, sondern die konsequente Entfernung seines Charakters macht Vodka rechtlich überhaupt erst zu Vodka.

Vodka vs. Gin: Warum aus fast demselben Rohstoff zwei so unterschiedliche Spirituosen entstehen
Bis kurz vor der Botanical-Zugabe können Vodka und Gin aus praktisch demselben Fass stammen – danach trennen sich ihre Wege radikal.

Vodka Martini: Shaken or Stirred? Die Wissenschaft hinter dem perfekten Drink
Zwischen Fleming-Legende und echter Barphysik liegt beim Vodka Martini mehr Nuance, als die berühmten vier Worte vermuten lassen.