Herstellung des Beluga Noble Vodka:
Beluga Noble wurde 2002 in Mariinsk im sibirischen Gebiet Kemerowo geschaffen; die ersten Flaschen verließen die Brennerei nach Berichten am 13. Dezember 2002. Die Anlage dort geht nach Herstellerangaben auf das Jahr 1900 zurück, andere Quellen datieren sie früher. Hinter der Marke stand die Moskauer Synergy-Gruppe. In die USA kam Beluga 2009, 2011 eröffnete eine eigene nordamerikanische Gesellschaft. Auf jeder Flasche sitzt ein von Hand befestigter Stör aus Metall, das Wappentier der Marke.
Die Eigentümerlage hat sich geändert, und das ist für die Einordnung wichtig. Im Oktober 2022 erwarb die montenegrinische Noblewood Group die internationalen Markenrechte außerhalb Russlands. Seit 2023 wird der Export-Vodka nach Angaben von Noblewood in Montenegro produziert, das Getreidedestillat stammt aus der eigenen Brennerei im lettischen Jaunkalsnava. Dort wird es in Nikšić gefiltert, ruhen gelassen und abgefüllt. Forbes beschreibt eine Basis aus Weizen und eine Kolonnenanlage mit sechs Rektifikationskolonnen. Die frühere Sibirien-Geschichte mit Malzspirit aus dem Altai und artesischem Brunnenwasser bleibt Teil der Markenlegende, beschreibt aber nicht mehr zwingend die heutige Flasche. Welche Herkunft eine Flasche trägt, steht auf dem Etikett.
Verkostung des Beluga Noble Vodka:
Das Glas zeigt einen klaren, farblosen Vodka. In der Nase fällt zuerst Süße auf: warmer Haferbrei mit einem Spritzer Sahne, ein Löffel Honig und mineralischer Untergrund, wie es Best Tasting Spirits beschreibt; Forbes ergänzt Zitrusschale und weißen Pfeffer. Am Gaumen ist Beluga cremig und rund, mit Vanille, Haferflocken, einem Hauch Zitrus und Butterscotch. Die Textur ist die Stärke dieser Flasche, denn sie wirkt deutlich ölig und weich. Die Schärfe bleibt niedrig. Im Abgang wird der Vodka überraschend trocken und pfeffrig, mit mineralischen und leicht kohligen Anklängen und einer Spur Lakritz; Best Tasting Spirits fand ihn dort sogar etwas zu trocken und bitter. Mit 40 % vol. ist Beluga ein bewusst gestalteter, weich süßlicher Vodka, dessen Süße teilweise aus kleinen Zusätzen stammt und dessen Reiz eher in Mundgefühl als in Reinheit liegt.
Steckbrief Beluga Noble Vodka:
Alkoholgehalt: 40 % vol.
Basis: Getreide (Weizen; frühere Rezeptur mit Malzspirit)
Destillation/Filterung: Mehrfach rektifiziert in der Kolonne, Quarzsand- und silberimprägnierte Birkenkohlefilter, 30 Tage Ruhezeit
Hersteller: Noblewood Group, Montenegro (Marke ursprünglich aus der Mariinsk-Brennerei, Sibirien)
Herstellung im Detail: Ruhezeit, Zusätze und Birkenkohle
Beluga Noble ist kein reiner Neutralspirit, und das macht den Stil aus. Nach Forbes erhält die Noble-Variante winzige Mengen Zucker, Honig, Haferaufguss, Mariendistelextrakt und Vanillin. Solche Zugaben sind in kleinen Mengen bei Vodka nicht unüblich, dennoch lohnt der Blick darauf: Honig- und Vanillenote sind nicht bloß ein Effekt der Getreidebasis. Das Ruhen in Tanks soll danach dafür sorgen, dass sich Spirit, Wasser und Zusätze verbinden. Beim Noble sind es 30 Tage; die teureren Linien Transatlantic Racing, Allure und Gold Line ruhen 45, 60 und 90 Tage.
Die Filterung ist aufwendig. Das Destillat läuft mehrfach durch Quarzsand und anschließend durch eine rund 10,5 Meter hohe Säule aus Birkenholzkohle, die mit Silber imprägniert ist; die genaue Zahl der Durchgänge unterscheidet sich je nach Quelle. In der Sibirien-Phase wurde außerdem von einem fünfmal destillierten Malzspirit berichtet, der im Altai gebrannt und in Mariinsk mit Brunnenwasser verdünnt wurde; zur Tiefe der Brunnen gehen die Angaben auseinander, genannt werden von 120 bis 300 Metern. Allgemeine Grundlagen liefert Wie wird Vodka hergestellt?, den Vergleich verschiedener Rohstoffe Vodka-Sorten im Überblick.
Verwendung des Beluga Noble Vodka
- Pur, eisgekühlt: Die weiche Textur und die Honig-Vanille-Note kommen ohne Verdünnung am besten zur Geltung.
- Mit Salzigem: Räucherlachs, Blinis und Kaviar sind die klassische Begleitung, die Cremigkeit rundet die Salznote.
- Vodka Martini: Wer ihn weicher und etwas süßer mag, findet hier eine ruhige Basis; mehr dazu in Vodka Martini: geschüttelt oder gerührt?.
- Nicht für Longdrinks: Für Tonic oder Cola ist die Flasche zu schade.
Beluga positioniert sich als Luxusmarke und ist im Segment der Super-Premium-Vodkas eher mit Auftritt als mit Neutralität unterwegs. Best Tasting Spirits vergab 87 Punkte, bemängelte aber den etwas zu trockenen Abgang. Für Liebhaber weich-cremiger Vodkas ist Beluga ein Genuss, für Verfechter strenger Neutralität eine Geschmacksfrage. Mehr zur Rolle der Herkunft steht in Vodka-Herkunftsländer im Vergleich.
Einordnung & Alternativen
- Grey Goose Vodka – ebenfalls Super-Premium und weich, aber aus Weizen ohne süßende Zusätze; trockener, klarer und weniger honigartig.
- Belvedere Vodka – ein polnischer Roggen-Vodka mit ähnlich seidiger Textur, jedoch mit Pfeffer und Würze statt Honig und Hafer.
- Chopin Potato Vodka – cremig wie Beluga, aber aus Kartoffeln mit erdiger Tiefe und deutlich mehr Eigenart.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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Belvedere Vodka
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Crystal Head Vodka
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Cîroc Vodka
Weinig-fruchtig aus reiner Traubenbasis statt Getreide — schlank, seidig und mit spürbarer floraler Frische statt erdiger Schwere.

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