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Ardmore Distillery – Highlands

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Die Ardmore Distillery liegt bei Kennethmont in Aberdeenshire, nicht weit von Huntly, und produziert einen getorften Malt, was in den Highlands selten ist. Gebaut wurde sie 1898 von Adam Teacher, dem Sohn des Glasgower Blenders William Teacher, um dem Blend Teacher's Highland Cream einen eigenen Malt zu sichern. Bis heute gehört ein großer Teil des Destillats in diesen Blend. Besitzer ist inzwischen Suntory Global Spirits (früher Beam Suntory). Das Besondere: moderater Torfrauch, eine bis 2001 kohlebefeuerte Brennblasenreihe und die Vorliebe für kleine Quarter Casks.


Überblick

  • Name: Ardmore Distillery
  • Ort: Kennethmont, Aberdeenshire, Schottland
  • Gegründet: 1898
  • Region: Highlands (östlich der klassischen Speyside)
  • Besitzer: Suntory Global Spirits (bis 2024 Beam Suntory)
  • Typ: Single Malt Scotch Whisky, leicht bis mittel getorft (rund 12 bis 14 ppm)

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1898 Adam Teacher baut die Brennerei an der Bahnlinie bei Kennethmont, mit Wasser vom Knockandy Hill
1923 William Teacher & Sons wird zur Limited Company
1955 Ein zweites Brennblasenpaar verdoppelt die Kapazität
1974 Weitere vier Brennblasen erhöhen die Zahl auf acht
1976 Allied Breweries übernimmt William Teacher & Sons, die Familie scheidet aus
2001 Die bis dahin direkt mit Kohle befeuerten Brennblasen werden auf Dampfheizung umgestellt
2005/06 Im Zuge der Auflösung von Allied Domecq geht Ardmore an Beam (je nach Quelle 2005 oder 2006)
2014 Suntory übernimmt Beam, es entsteht Beam Suntory; im selben Jahr erscheint der Legacy
2024 Das Unternehmen wird in Suntory Global Spirits umbenannt

Besonderheiten bei der Herstellung

Torf, Malz und Gärung

Ardmore trocknet sein Malz nicht selbst; eigene Mälzereien sollen nach Angaben von Wikipedia noch bis Mitte der 1970er-Jahre in Betrieb gewesen sein. Heute kommt getorftes Malz mit etwa 12 bis 14 ppm von externen Lieferanten. Daneben wird für Blends ungetorfter Spirit unter dem Namen Ardlair erzeugt, der nach Angaben der Scotch Malt Whisky Society etwa 20 % des Legacy ausmacht. Wie sich ppm-Werte einordnen lassen, zeigt der Artikel zu getorftem Whisky und ppm. Der Maischebottich ist ein Semi-Lauter-Modell mit gusseisernem Körper und Kupferhaube. Vergoren wird in Holzbottichen aus Douglasie; die Gärzeit nennen Quellen je nach Stand mit 54 bis 70 Stunden.

Brennblasen und Kohlefeuerung

Die Anlage besteht aus acht zwiebelförmigen Brennblasen, vier Wash Stills und vier Spirit Stills, mit je rund 15.000 Litern Füllmenge. Bis 2001 wurden sie direkt mit Kohle befeuert. Nach der Umstellung auf Dampf bauten die Betreiber nach Angaben von scotchwhisky.com neue Heizschlangen mit Knicken, um die früheren Hitzepunkte nachzubilden, die man für den Charakter verantwortlich machte. Die Kapazität liegt je nach Quelle bei 5,4 bis 5,5 Millionen Litern reinem Alkohol pro Jahr.

Quarter Casks und Fassreifung

Ardmore ist für kleine Quarter Casks von rund 125 Litern bekannt, in denen das Destillat durch den hohen Holzkontakt schneller reift. Die Brennerei nennt amerikanische Weißeichen-Bourbonfässer als Basis, dazu Quarter Casks für die Nachreife und Port-Fässer fürs Finish. Das Wasser stammt aus Quellen am Knockandy Hill.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Ardmore 12 Jahre Portwood Finish 46 % Leichter Torfrauch trifft auf rote Früchte, Honig und Portwein-Süße
Ardmore Legacy 40 % Einstiegsflasche ohne Altersangabe, mild getorft und süß mit Quarter-Cask-Würze
Ardmore Traditional Cask 46 % Quarter-Cask-Abfüllung ohne Altersangabe, die der Legacy 2014 als Standard ablöste und 2015 zurückkehrte
Ardmore Triple Wood 46 % (nach Händlerangaben) Getorfter Malt mit Mehrfach-Fassreifung

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Ardmore 12 Jahre Portwood Finish und Ardmore Legacy.


Stil & Wiedererkennungswert

Ardmore ist ein Highland-Malt mit Rauch, aber ohne Islay-Wucht: Torf wirkt eher wie ein Gewürz, begleitet von Honig, Vanille, Frucht und Holzkohle. Das unterscheidet ihn von medizinischen Inselmalts wie Laphroaig, der als Suntory-Schwester ebenfalls Quarter Casks nutzt, aber ungleich rauchiger auftritt. Nachbar in Aberdeenshire ist der Glen Garioch 12 Jahre, der im Haus ebenfalls zu Suntory gehört und ohne Torf auskommt.

Die Rolle im Blend bleibt prägend: Rauch und Kopfnote im Teacher's Highland Cream stammen laut Scotchwhisky.com in erster Linie aus Ardmore. Wer verstehen will, warum so viele Malts ihr Leben im Blend verbringen, liest den Vergleich von Single Malt und Blended Whisky.


Fazit

Ardmore eignet sich für alle, die Rauch erst vorsichtig kennenlernen möchten oder Islay zu intensiv finden. Als Einstieg bietet sich der Legacy an, für mehr Körper und Tiefe der 12 Jahre Portwood Finish bei 46 %. Zu bedenken ist, dass der Rauch moderat bleibt und der Legacy mit 40 % für manche dünn wirkt. Auch Details wie Gärzeit, Bottichzahl oder Eigentumsjahre unterscheiden sich je nach Quelle. Wer die Wucht von Islay sucht, wird bei Ardmore nicht fündig, wer sanften Torf in einem Highland-Malt mag, schon.