Laphroaig gehört zu den unverwechselbarsten Namen der schottischen Islay-Whiskys. Die Brennerei liegt direkt an der Südküste der Insel bei Port Ellen und wurde 1815 von den Brüdern Donald und Alexander Johnston gegründet. Bis heute arbeitet sie mit einer eigenen Bodenmalzerei, in der ein Teil der Gerste über Islay-Torf getrocknet wird, und mit Wasser aus dem Kilbride Dam. Hinzu kommt die Reifung fast ausschließlich in Ex-Bourbon-Fässern. Das Ergebnis ist ein Destillat, das Rauch, Jod und Meeresluft zu einem Markenzeichen gemacht hat, an dem sich Fans wie Kritiker seit Generationen abarbeiten.
Überblick
- Name: Laphroaig Distillery
- Ort: Port Ellen, Isle of Islay, Argyll, Schottland
- Gegründet: 1815
- Region: Islay (Südküste)
- Besitzer: Suntory Global Spirits (japanischer Suntory-Konzern, früher Beam Suntory)
- Typ: Single Malt Scotch Whisky, stark getorft
Historische Entwicklung
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1815 | Die Brüder Donald und Alexander Johnston gründen die Brennerei; Donald führt sie später allein weiter |
| ab 1908 | Ian Hunter kommt nach Laphroaig, setzt sich im Streit um die Wasserrechte durch und baut die Anlage aus; später übernimmt er sie komplett |
| 1954 | Nach Hunters Tod erbt seine langjährige Mitarbeiterin Bessie Williamson die Brennerei und führt sie als eine der wenigen Frauen an der Spitze einer Destillerie |
| 1960er/70er | Seager Evans (später Long John International) übernimmt Anteile und schließlich die Brennerei; in den 1970er-Jahren folgt Whitbread |
| 1989 | Whitbread verkauft an Allied (später Allied Domecq) |
| 1994 | Laphroaig erhält nach Herstellerangaben den Royal Warrant des Prince of Wales; im selben Jahr startet die Mitgliedschaft „Friends of Laphroaig“ |
| 2005–2014 | Über Fortune Brands und Beam Inc. gelangt die Marke 2014 an Suntory |
| Heute | Laphroaig gehört zu Suntory Global Spirits und zählt zu den meistverkauften getorften Islay-Malts |
Besonderheiten bei der Herstellung
Wasser aus dem Kilbride Dam
Das Brauwasser stammt aus dem Kilbride Dam, in den der torfige Kilbride-Bach fließt. Es ist weich und mineralarm. Um den Zugang zum Wasser gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts sogar Streit mit dem Nachbarn Lagavulin.
Eigene Bodenmalzerei und Kiln
Laphroaig mälzt einen Teil seiner Gerste noch auf der eigenen Bodenmalzerei; der Anteil wird je nach Quelle mit rund 10 bis 30 Prozent angegeben. Das feuchte Malz wird in der torfbefeuerten Kiln über Islay-Torf geräuchert und anschließend warm getrocknet. Der Rest des Malzes kommt aus externen Mälzereien, nach Spezifikation ebenfalls stark getorft. Fachmedien nennen für das Malz Phenolwerte von rund 35 bis 40 ppm.
Brennblasen und Gärung
Die Anlage besteht aus drei Wash Stills und vier Spirit Stills, von denen eine Spirit Still deutlich größer ist als ihre Schwestern. Vergoren wird in Washbacks aus Edelstahl.
Fassreifung
Gereift wird überwiegend in Ex-Bourbon-Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Je nach Abfüllung kommen kleinere Quarter Casks hinzu. Die Hinwendung zu Bourbonholz wird auf Ian Hunter beziehungsweise Bessie Williamson zurückgeführt.
Produkte & Charakter
| Produkt | Alkoholvolumen | Charakteristik |
|---|---|---|
| Laphroaig 10 Jahre | 40 % (je nach Markt auch 43 %) | Torfrauch, Jod und Seetang, darunter eine zurückhaltende Süße |
| Laphroaig Select | 40 % | Milderer Verschnitt mehrerer Fasstypen mit sanfterem Rauch |
| Laphroaig Quarter Cask | 48 % | Kräftiger Rauch mit Vanille und Holzwürze nach der Nachreifung in kleinen Fässern |
| Laphroaig Triple Wood | 48 % | Rauch mit süßerer, würziger Note durch mehrstufige Fassreifung |
| Laphroaig 10 Jahre Cask Strength | chargenabhängig | Unverdünnter, intensiver Rauch mit viel Körper und Salz |
| Laphroaig 15 Jahre | 46 % | Rauch mit hellerer Frucht und runderem Profil |
| Laphroaig 18 Jahre | 48 % | Reifer, torfig-süß mit Honig und dunkler Frucht |
Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Laphroaig 10 Jahre, Laphroaig 15 Jahre, Laphroaig 18 Jahre, Laphroaig Quarter Cask und Laphroaig Select.
Stil & Wiedererkennungswert
Laphroaig steht für einen direkten, jodig-medizinischen Torfrauch, der von Seetang, Salz und einer erstaunlich süßen Basis aus Bourbonholz getragen wird. Besonders: Ein Teil des Malzes entsteht vor Ort, und die Reifung setzt auf Bourbonholz statt Sherry.
Zum Markenkern gehört auch die Verbindung zu den Fans. Die „Friends of Laphroaig“ erhalten symbolisch ein kleines Stück Islay-Land gepachtet, und die „Pacht“ wird in Form eines Drams entrichtet.
Fazit
Laphroaig ist die richtige Adresse für alle, die Islay-Rauch ohne Umwege erleben wollen. Der 10-Jährige gilt als Referenz, während Quarter Cask, Select und die älteren Abfüllungen zeigen, wie vielseitig derselbe Grundcharakter sein kann. Wer Torf meidet, wird hier nicht bekehrt; wer ihn sucht, findet eine Brennerei mit klarer Linie.