Arran Machrie Moor – Der getorfte Arran nach zehn Jahren im Bourbonfass
Der Arran Machrie Moor ist die getorfte Variante des Arran-Malts und benannt nach den Machrie Moor Standing Stones an der Westküste der Insel. Die aktuelle Abfüllung trägt eine Altersangabe von 10 Jahren, reift ausschließlich in First-Fill-Bourbonfässern und wird mit 46 % vol. ohne Kühlfilterung und ohne Farbstoff abgefüllt. Das Besondere: Es handelt sich um einen Torfmalt aus einer Brennerei, die im Kernsortiment bewusst ungetorft arbeitet. Der Rauch ist eher eine würzige Beigabe als der Mittelpunkt, daher klingt der Whisky nach Arran mit Lagerfeuer im Hintergrund.
Geschichte: Torf in kleinen Chargen
Dass auf Arran überhaupt getorft wurde, ist ein Nebenstrang der Brennereigeschichte. Der Hauptstrom, der Standort Lochranza im Norden, produzierte ab 1995 einen leichten, fruchtigen Malt. Der erste getorfte Arran, Machrie Moor, war nach Wikipedia seit dem 8. Dezember 2010 erhältlich. Die erste Edition war auf 9.000 Flaschen limitiert und mit etwa 14 ppm getorft, die fünfte Edition von 2014 umfasste 12.000 Flaschen und wurde mit 20 ppm angegeben. Diese frühen Editionen trugen keine Altersangabe. Gebrannt wurde der getorfte Spirit in Lochranza nach Angaben der Brennerei jeweils nur für einige Wochen im Jahr.
2017 endete diese Praxis: Die Brennerei beendete den getorften Betrieb in Lochranza und kaufte im selben Jahr Land für eine zweite Anlage in Lagg an der Südküste, die seit 2019 produziert und sich auf stark getorften Malt konzentriert. Als die Isle of Arran Distillers später zehnjährige getorfte Fässer aus dem Jahr 2016 zum Verkauf anboten, sprach die Fassverkaufsleiterin von „einem Stück unwiederbringlicher Arran-Geschichte“, weil dieser Spirit nicht mehr hergestellt werde. Das erklärt den Reiz der heutigen Zehnjährigen: Ihr Destillat stammt rechnerisch aus der Zeit, in der in Lochranza noch getorft wurde, vermutlich aus den letzten Läufen. Das gesamte Haus stellt das Porträt Arran Distillery – Isle of Arran vor.
Der Arran Machrie Moor im Speziellen
Die frühen Editionen waren Abfüllungen ohne Altersangabe in kleinen Auflagen. Die aktuelle Version ist ein Zehnjähriger mit Torfgrad 20 ppm (Herstellerangabe), der ausschließlich in First-Fill-Bourbonfässern reifte, also in Fässern, die erstmals mit schottischem Whisky befüllt wurden und deshalb viel Vanille und Holzwürze abgeben. Er erscheint nach Händlerangaben nur in sehr kleinen Stückzahlen pro Jahr, ist deshalb zeitweise ausverkauft, und die Charge, die gerade im Handel ist, kann sich von früheren unterscheiden. Im Sortiment steht er neben dem ungetorften Arran 10 Jahre, mit dem er Alter und Stärke teilt. Preislich liegt er in der Mittelklasse.
Herstellung: 20 ppm und ein weicher Arran-Spirit
Für den Machrie Moor wird wie bei den anderen Arran-Abfüllungen mit weichem Wasser aus dem Loch na Davie gebraut; vergoren wird in überwiegend hölzernen Washbacks. Der Unterschied liegt im Malz: Die Gerste wird auf etwa 20 ppm Phenole getorft – das ist deutlich weniger als bei den stark getorften Islay-Malts, aber spürbar mehr als der ungetorfte Arran. Der Spirit bleibt dabei leicht und fruchtig, der Rauch legt sich als Schicht darüber. Die Brennblasen sind bewusst baugleich aufgestellt, um den Brand gleichmäßig zu halten. Die First-Fill-Bourbonfässer liefern Süße, Vanille und Holzwürze, ohne dass Sherry- oder Weinaromen mit dem Torf konkurrieren.
Verkostungsnotiz
- Farbe: Helles bis mittleres Gold, ungefärbt.
- Nase: Süße Gewürze wie Muskat und weißer Pfeffer, dazu erdiger Torfrauch, Vanille und reife Zitrusfrucht.
- Gaumen: Warm und ausgewogen: Heidehonig, Ingwer und Pfeffer, darunter eine Süße, auf der ein milder, süßer Rauch liegt; Zitrus- und Kernobstnoten bleiben spürbar.
- Abgang: Lang, würzig und rauchig, mit süßer Eiche, Vanille und einem Nachhall von Torf.
Unabhängige Bewertungen sind rar; bei einem Portal liegen die Nutzer bei 4,0 von 5 Punkten (zehn Bewertungen). Die Beschreibungen von Hersteller, Handel und Nutzern ähneln einander, allerdings gehen die meisten auf den Hersteller zurück.
Genuss-Empfehlung
Am besten pur im Glencairn oder Tulip-Glas bei Zimmertemperatur, mit etwas Geduld, damit sich Torf und Zitrus ordnen. Ein Tropfen stilles Wasser öffnet die Gewürze; Eis würde den milden Rauch eher dämpfen. Gut passen Speisen, die Süße und Rauch aufgreifen: gegrillter Lachs oder Garnelen mit Zitrone, Räucherkäse, Ente mit Orangenglasur oder ein dunkler Schokoladenkuchen mit Meersalz.
Fazit
Der Arran Machrie Moor ist ein gut gemachter, sanft getorfter Zehnjähriger mit klarem Arran-Profil und eine gute Brücke für alle, die Rauch mögen, aber keinen Islay-Hammer wollen. Wer lieber ohne Rauch trinkt, nimmt den Arran 10 Jahre; wer süße Weinfass-Frucht sucht, den Arran Sauternes Cask Finish. Mit der Einstellung der Torfproduktion in Lochranza und der geringen Auflage ist er zudem eine Flasche, die zeitweise schwer zu bekommen ist.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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