Scotch Whisky

Arran Sauternes Cask Finish

4/5 Redaktionsbewertung
50 % vol.MittelklasseEx-Bourbon-Fässer, anschließendes Finish in Sauternes-FässernLochranza, Isle of Arran, Schottland
Scotch WhiskySingle MaltWhisky
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Arran Sauternes Cask Finish – Dessertwein-Süße auf der Insel

Der Arran Sauternes Cask Finish ist ein Single Malt der Isle of Arran, der zunächst in Ex-Bourbonfässern reift und anschließend in Fässern nachgereift wird, die zuvor den Sauternes enthielten, den süßen Dessertwein aus dem Bordeaux. Er wird mit 50 % vol. ohne Kühlfilterung und ohne Zuckerkulör abgefüllt. Das Besondere: Das Finish gehört nach Rezensentenangaben zu den frühen Experimenten der Brennerei mit Weinfässern und ist bis heute im Sortiment.

Geschichte: Die Insel kehrt zum Whisky zurück

Als Harold Currie, ein früherer Direktor von Chivas Brothers und Veteran der Landung in der Normandie, in den 1990er-Jahren die Idee zu einer Brennerei auf Arran verfolgte, war die Insel seit Jahrzehnten ohne legale Whiskyproduktion; die zuletzt legal gegründete Brennerei, Lagg im Süden, hatte 1837 geschlossen. Die meisten der rund fünfzig früheren Brennereien waren ohnehin Schwarzbrennereien gewesen. Currie gründete 1994 die Arran Distillers Ltd., finanziert durch private Investoren und Anleihen. Beim Bau legte ein Paar nistender Steinadler an einer Klippe in der Nähe die Arbeiten zeitweise lahm. 1995 nahm die Brennerei in Lochranza im Norden der Insel den Betrieb auf.

Die Anfangsjahre waren wirtschaftlich schwierig: Die Brennerei schrieb nach Angaben von Wikipedia viele Jahre rote Zahlen, Currie schied 2003 aus dem Vorstand aus, die übrigen Anteilseigner führten die Isle of Arran Distillers weiter. 2010 erschien der erste offizielle 14-Jährige. Seit 2019 gibt es mit Lagg einen zweiten Standort im Süden der Insel; den Überblick liefert das Porträt Arran Distillery – Isle of Arran.

Der Arran Sauternes Cask Finish im Speziellen

Das Sauternes-Finish gibt es nach Rezensentenangaben schon seit sehr früher Zeit in der Geschichte der Brennerei. Das genaue Einführungsjahr ließ sich nicht verlässlich ermitteln; Datenbanken führen Abfüllungen aus 2015 und 2020. Die Reifung läuft zweistufig: Zunächst ruht der Malt in gewöhnlichen Ex-Bourbonfässern (ein Rezensent nennt rund acht Jahre), danach folgt ein Finish in Sauternes-Fässern, dessen Dauer nicht veröffentlicht wird. Ein Rezensent schätzt es auf weniger als zwei Jahre. Eine Altersangabe trägt der Whisky nicht. Die 50 % vol. liegen klar über den 46 % der Kernabfüllungen wie dem Arran 10 Jahre, wodurch das Holz- und Weinaroma direkter wirkt. Preislich liegt er in der Mittelklasse.

Herstellung: Weiches Wasser und hölzerne Washbacks

Der leichte, fruchtige Arran-Spirit ist die Grundlage für solche Finishes. Das Brauwasser stammt aus dem Loch na Davie oberhalb der Brennerei und ist weich. Vergoren wird in hölzernen Washbacks, überwiegend aus Oregon-Kiefer, mit einer Gärzeit von grob 65 bis 85 Stunden. Gebrannt wird in zwei Wash Stills und zwei Spirit Stills von Forsyths in Rothes; die Anlage hat laut Wikipedia eine Kapazität von rund 750.000 Litern pro Jahr. Weil der Rohbrand so leicht und fruchtig ist, nimmt er die Süße und die Honignoten des Sauternes-Fasses gut auf. Sauternes selbst entsteht aus Trauben, die von der Edelfäule befallen sind; die dadurch konzentrierten Zucker und die Aromen von Honig und getrockneter Aprikose finden sich im Whisky wieder.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Goldgelb bis helles Gold.
  • Nase: Akazienhonig, Honigwabe, dazu Aprikose, Banane, Birne und Melone; teils Dosenananas und Vanillegebäck. Mit Zeit kommt eine blumige Note hinzu.
  • Gaumen: Süß und leicht sirupartig, Honig, Marzipan, Zimt, Ingwer und Zitronensirup, getragen von warmer Würze. Mit Wasser treten Zitronenschale und eine feine Salzigkeit hervor.
  • Abgang: Frisch bis lang, mit Seville-Orange, Weißweinnote und Honig; bei manchen Verkostern kippt er in Richtung Fassröstung, gebrannten Karamell und Traubenschale.

Die Meinungen gehen etwas auseinander: Eine Datenbank-Community bewertet ihn mit 3,9 von 5 Punkten, ein Händlerportal mit 4,5 von 5, während ein anderer Rezensent ihn als „feinen Schluck“, aber weniger raffiniert als andere Arran-Abfüllungen beschreibt, mit zu dicker Süße und etwas aufdringlichem Holz.

Genuss-Empfehlung

Pur in einem Tulip- oder Glencairn-Glas bei Zimmertemperatur entfaltet sich der Sauternes Cask Finish am besten. Wegen der 50 % vol. lohnen ein paar Tropfen stilles Wasser: Sie bändigen die Süße und holen Zitrus und Blumigkeit hervor. Eis nimmt ihm Fülle und Honignoten. Kulinarisch passt er zu Blauschimmelkäse wie Roquefort, was dem klassischen Sauternes-Pairing folgt, außerdem zu Foie gras, Crème brûlée, Tarte Tatin oder getrockneten Aprikosen. Die Süße sollte dabei nicht auf noch süßere Desserts treffen, sonst wirkt er schnell schwer.

Fazit

Der Arran Sauternes Cask Finish ist ein süßer, honigfruchtiger Inselmalt für Genießer, die Weinfass-Finishes mögen und etwas mehr Stärke wünschen. Wer die zurückhaltendere, zitrusfrische Seite des Hauses sucht, ist beim Arran 10 Jahre besser aufgehoben; wer beim Wein bleiben und mehr Dunkelfrucht möchte, kann zum Arran Amarone Cask Finish greifen. Und wer es rauchig mag, findet im Arran Machrie Moor die getorfte Seite des Hauses. Insgesamt ein gelungener, wenn auch nicht für jeden Geschmack gemachter Finish-Malt.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße4/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit4/5
Würze/Eiche2/5

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