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The Balvenie Distillery – Speyside

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The Balvenie liegt in Dufftown in der Speyside, nur einen Steinwurf vom großen Nachbarn Glenfiddich entfernt, und gehört wie dieser zu William Grant & Sons. Gegründet wurde die Brennerei 1892 von William Grant, dem Gründer von Glenfiddich. Bekannt ist The Balvenie für ein ungewöhnliches Maß an Handwerk vor Ort: Die Brennerei betreibt eigene Floor Maltings, beschäftigt Küfer und Kupferschmiede und gilt als Wegbereiter der Fass-Finishes. Mit dem DoubleWood hat sie einen Reifestil populär gemacht, der heute in der ganzen Branche zu finden ist. Das Ergebnis ist ein süßer, honigbetonter Malt ohne Rauch, bei dem das Fassholz eine tragende Rolle spielt.


Überblick

  • Name: The Balvenie Distillery
  • Ort: Dufftown, Moray, Schottland
  • Gegründet: 1892 (erste Destillation 1893)
  • Region: Speyside
  • Besitzer: William Grant & Sons (Familienunternehmen, Eigentümer auch von Glenfiddich und Kininvie)
  • Typ: Single Malt Scotch Whisky

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1892 William Grant beginnt, ein Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert in der Nähe von Balvenie Castle zur Brennerei umzubauen
1893 Am 1. Mai läuft die erste Destillation, Berichten zufolge mit gebrauchten Brennblasen aus anderen Brennereien
1962 David Stewart tritt als junger Angestellter in das Unternehmen William Grant & Sons ein
1974 Stewart übernimmt die Verantwortung als Malt Master
1990 Mit Kininvie entsteht eine weitere Grant-Brennerei in direkter Nachbarschaft
1993 Der Balvenie 12 Jahre DoubleWood kommt auf den Markt
2023 Stewart gibt das Amt nach rund fünf Jahrzehnten ab, Kelsey McKechnie führt die Arbeit fort
Heute Die Brennerei ist weiter im Besitz von William Grant & Sons und führt nach Eigenangabe alle „Five Rare Crafts“ auf dem Gelände aus

Besonderheiten bei der Herstellung

Die „Five Rare Crafts“

Mit diesem Begriff beschreibt The Balvenie fünf Handwerke, die man selbst betreibt: Gerstenanbau, Floor Maltings, Kupferschmiede, Küferei und die Arbeit des Malt Masters. Dass alle fünf an einem Ort vereint sind, ist eine Herstellerangabe, die in der Branche Seltenheitswert hat.

Gerste und Floor Maltings

Ein Teil der Gerste stammt von Balvenie Mains Farm, die weiterhin dem Unternehmen gehört. Die traditionelle Bodenmälzerei zählt zu den wenigen, die in Schottland noch in Betrieb sind. Sie deckt jedoch nur einen kleinen Teil des Malzbedarfs, je nach Quelle grob 10 bis 15 Prozent.

Brennblasen und Wasser

Die Brennerei betreibt fünf Wash Stills und sechs Spirit Stills. Die Reparaturen übernehmen die hauseigenen Kupferschmiede. Das Wasser stammt aus den Robbie-Dhu-Quellen, die sich nach verbreiteten Angaben auch Glenfiddich zunutze macht.

Fassreifung und Finishing

David Stewart experimentierte seit den frühen 1980er-Jahren mit zusätzlicher Nachreifung: Der Whisky reift zunächst in amerikanischer Eiche und anschließend einige Monate in europäischen Sherryfässern. Aus diesem Prinzip entstand der DoubleWood. Später folgten Finishes in Rum-, Port- und weiteren Fässern.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
The Balvenie 12 Jahre DoubleWood 40–43 % (je Markt) Honig, Vanille, Zimt und Trockenfrüchte aus der Sherry-Nachreifung
The Balvenie 12 Jahre Sweet Toast of American Oak 43 % Reine Reifung in amerikanischer Eiche, Vanille mit Apfel, Birne und Zitrusschale
The Balvenie 14 Jahre Caribbean Cask 43 % Finish in Fässern, die zuvor Rum aus der Karibik enthielten, mit Toffee und frischem Obst
The Balvenie 16 Jahre French Oak 47,6 % Finish in französischen Pineau-Fässern, kräftiger abgefüllt
The Balvenie 21 Jahre PortWood 40–47,6 % (je Markt) Ex-Bourbon-Reifung mit Port-Finish, Beeren, Rosinen und Butterscotch

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Balvenie 12 Jahre DoubleWood und The Balvenie 14 Jahre Caribbean Cask.


Stil & Wiedererkennungswert

The Balvenie steht für einen süßen, honigbetonten Speyside-Stil ohne Rauch: Vanille, helle Frucht und Gewürznoten bilden das Gerüst, auf dem die Fassarbeit aufbaut. Wiedererkennbar macht ihn die Kombination aus eigener Maltings-Tradition und konsequentem Wood-Management, bei dem Fässer gezielt für das Finish ausgewählt werden.

Während Glenfiddich auf der anderen Seite des Geländes die breite Marke bedient, wirkt The Balvenie handwerklicher und experimentierfreudiger. Beide Häuser teilen sich das Umfeld in Dufftown, aber nicht den Charakter.


Fazit

The Balvenie ist eine interessante Brennerei für alle, die sehen möchten, wie Fassreifung als eigenes Gestaltungsmittel genutzt wird, ohne dass der Malzcharakter dahinter verschwindet. Dass die „Five Rare Crafts“ auch Markenerzählung sind, sollte man wissen. Der tatsächliche Anteil der eigenen Maltings am Ausstoß ist überschaubar. Die Qualität der Kernreihe, allen voran der DoubleWood, ist davon unabhängig überzeugend.