Scotch Whisky

The Balvenie 21 Jahre PortWood Whisky

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.Super-PremiumEx-Bourbon-Fass, Finish in Port-PipesDufftown, Speyside, Schottland
Scotch WhiskySingle MaltWhisky
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The Balvenie 21 Jahre PortWood – Ein Klassiker mit Port-Finish

Zu den bekanntesten älteren Abfüllungen von The Balvenie zählt der 21 Jahre PortWood. Er reift lange in Fässern und erhält zum Schluss ein Finish in Port-Pipes, also in Fässern, die zuvor Portwein beherbergten. Das Ergebnis ist ein Speyside-Single-Malt ohne Rauch, in dem Honig, Orange und rote Früchte den Ton angeben, während das Fassholz vergleichsweise dezent bleibt. Der Whisky wurde 1996 vom damaligen Malt Master David Stewart geschaffen und gilt damit seit rund 30 Jahren als fester Bezugspunkt im Balvenie-Sortiment.

Geschichte: David Stewart und die Kunst des Finishings

Die Destillerie in Dufftown wurde 1892 von William Grant gegründet, die erste Destillation fand am 1. Mai 1893 statt. Weitere Eckdaten und das Umfeld der Brennerei finden sich im Porträt Balvenie Distillery – Speyside. Für diesen Whisky ist vor allem ein Name wichtig: David Stewart. Er trat 1962 ins Unternehmen ein, wurde 1974 Malt Master und prägte die Marke Jahrzehnte. Er gilt als einer der Pioniere des Fass-Finishings: Ein Whisky wird erst in einem Fasstyp gereift und dann für eine begrenzte Zeit in ein anderes Fass umgefüllt, um zusätzliche Aromen aufzunehmen. 2016 erhielt Stewart dafür den MBE, 2023 gab er sein Amt an Kelsey McKechnie weiter.

Der Port-Ansatz hat in der Balvenie-Geschichte Vorläufer: Für die Jahre 1989, 1991 und 1993 sind limitierte PortWood-Abfüllungen dokumentiert. Die dauerhafte Altersstufe mit 21 Jahren entstand 1996 und wurde später mehrfach ausgezeichnet; Quellen nennen etwa Preise in den Jahren 2008 und 2009.

Der Balvenie 21 Jahre PortWood im Speziellen

Die Reifung beginnt nach gängigen Beschreibungen in Ex-Bourbonfässern; Herstellerangaben dazu fanden wir nicht, deshalb gilt das als Einschätzung von Testern und nicht als gesichertes Faktum. Fest steht das Finish: Der Whisky wird in rund 30 Jahre alte Port-Pipes umgefüllt, deren Einfluss laut Hersteller regelmäßig verkostet wird, damit nur so viel Portwein-Charakter übergeht, wie dem Malt guttut. Die Altersangabe von 21 Jahren schließt das Finish ein.

Die Stärke liegt in der regulären Abfüllung bei 40 % vol.; in den USA wird eine Version mit 43 % verkauft, und für den Reisehandel gibt es laut mehreren Testern eine nicht kühlgefilterte Variante mit 47,6 %. Ob die 40-Prozent-Version kühlgefiltert ist, haben wir nicht eindeutig belegt gefunden. Preislich gehört der Malt in die Oberklasse.

Herstellung: Küferei, Kupfer und Fassauswahl

Das Besondere an The Balvenie ist der Aufwand vor Ort. Die Brennerei betreibt nach Eigenangabe fünf Handwerke selbst, darunter Kupferschmiede und Küferei. Die Kupferschmiede pflegt die fünf Wash Stills und sechs Spirit Stills, die Küferei kümmert sich um die Fässer. Für einen Whisky wie den PortWood, dessen Finish vom richtigen Zeitpunkt abhängt, ist vor allem die Fassauswahl entscheidend: Die Port-Fässer werden laut Hersteller regelmäßig beprobt, damit der Whisky nur so lange darin bleibt, bis der Portwein-Einfluss zum Malt passt. Bei einem Destillat, das über zwei Jahrzehnte gereift ist, soll der Port die Reife ergänzen und nicht überdecken.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Helles Bernstein.
  • Nase: Honig, Orange und Apfel, dazu Bienenwachs, eine leicht nussige Trockenheit und rote Trauben; die Port-Note bleibt zart. Vereinzelt wird ein winziger Rauchhauch genannt.
  • Gaumen: Honigglasierte Orangen, weiche Gewürze, rote Beeren und Pflaume, dazu weinige Anklänge. Für 40 % ist der Körper ordentlich, einzelne Tester wünschen sich allerdings mehr Kraft.
  • Abgang: Mittellang bis lang, mit Vanille, Apfel, Honig und Mandel, später Rosine und eine elegant trocknende Note.

Genuss-Empfehlung

Am besten schmeckt der PortWood pur im Nosing-Glas bei Zimmertemperatur. Wasser ist wegen der moderaten Stärke kaum nötig und würde den feinen Körper eher verdünnen; Eis passt nicht. Nehmen Sie sich Zeit, denn die Aromen entfalten sich langsam. Als Begleiter eignen sich dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil, getrocknete Feigen oder Datteln, Walnüsse und milder Blauschimmelkäse, der die Beerenfrucht und die weinige Seite betont. Als Digestif nach einem festlichen Essen kommt der Malt besonders gut zur Geltung.

Fazit

Der Balvenie 21 Jahre PortWood ist kein spektakulärer Fruchtbomber, sondern ein ruhiger, ausgewogener Malt, der vom Alter und von einem gut dosierten Port-Finish lebt. Internationale Tester vergeben dafür Wertungen zwischen Anfang 80 und Anfang 90 Punkten; einzelne Stimmen finden ihn bei 40 % etwas schwachbrüstig. Wer erst in die Marke einsteigen möchte, beginnt besser mit dem Balvenie 12 Jahre DoubleWood, der die Doppelfass-Idee in jüngerer, kräftigerer Form zeigt. Wer die Rum-Seite des Hauses probieren will, findet sie im Balvenie 14 Jahre Caribbean Cask. Für den PortWood 21 spricht seine Eleganz und Geschichte; die Preisklasse sollte man als Liebhaberpreis verstehen.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße4/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit4/5
Würze/Eiche3/5

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