GlenDronach liegt im Weiler Forgue bei Huntly in Aberdeenshire und zählt zu den Highland-Brennereien, die sich fast vollständig über ein Fassprinzip definieren: Sherry. Gegründet wurde sie 1826, damit gehört sie zu den ältesten lizenzierten Brennereien Schottlands. Nach einer sechsjährigen Stilllegung ab 1996 und mehreren Eigentümerwechseln gehört sie seit 2016 zu Brown-Forman. Ihre Abfüllungen sind dunkel, würzig und fruchtig, die Kernreihe reift überwiegend in Oloroso- und Pedro-Ximénez-Fässern.
Überblick
- Name: GlenDronach Distillery
- Ort: Forgue bei Huntly, Aberdeenshire, Schottland
- Gegründet: 1826
- Region: Highlands (östliches Hochland)
- Besitzer: Brown-Forman (seit 2016, zusammen mit BenRiach und Glenglassaugh)
- Typ: Single Malt Scotch Whisky, Sherryfassreifung
Historische Entwicklung
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1826 | James Allardice gründet die Brennerei, nach manchen Quellen gemeinsam mit einer Gruppe von Bauern und Geschäftsleuten |
| 1837/1842 | Ein Brand beschädigt die Anlage, Allardice gerät 1842 in Konkurs |
| 1920er | Charles Grant, Sohn des Glenfiddich-Gründers, übernimmt die Brennerei (Firmengründung 1927) |
| 1960 | William Teacher & Sons kaufen GlenDronach und verdoppeln die Zahl der Brennblasen auf vier |
| 1976 | Allied Breweries übernimmt Teacher's und damit die Brennerei |
| 1996 | Allied Domecq legt die Produktion still |
| 2002 | Die Brennerei wird wieder in Betrieb genommen |
| 2005/06 | Pernod Ricard erwirbt die Brennerei (je nach Quelle 2005 oder 2006); die Brennblasen werden von Kohle auf Dampf umgestellt |
| 2008 | Die BenRiach Distillery Company kauft GlenDronach |
| 2016 | Brown-Forman übernimmt BenRiach samt GlenDronach |
Besonderheiten bei der Herstellung
Anlage und Wasser
GlenDronach arbeitet mit vier Kupferbrennblasen, zwei Wash Stills und zwei Spirit Stills. Das Wasser stammt nach Wikipedia aus dem Dronac Burn auf dem Brennereigelände, der Name der Brennerei wird gängig als „Tal der Brombeeren“ gedeutet. Die Kapazität liegt nach Wikipedia bei rund 1,3 Millionen Litern reinen Alkohols pro Jahr, andere Quellen nennen dazu keine Zahl. Die Blasen sind vergleichsweise klein, die Wash Stills fassen laut Wikipedia je gut 13.000 Liter, die Spirit Stills je knapp 7.000 Liter. Die Gärbottiche sind nach deutscher Wikipedia aus Douglasienholz.
Kohlefeuer
Die Brennblasen wurden lange mit Kohle direkt beheizt, womit GlenDronach zu den letzten Brennereien Schottlands gehörte. Um 2005 stellte man auf Dampfheizung um.
Fassreifung
Die Kernreihe reift laut Hersteller und Fachquellen vor allem in spanischen Sherryfässern vom Typ Oloroso und Pedro Ximénez. Die Verteilung nennt die Brennerei nicht. Daneben gibt es Abfüllungen mit Finish in Sauternes, Moscatel, Madeira, Marsala oder Portwein sowie Einzelfassabfüllungen.
Produkte & Charakter
| Produkt | Alkoholvolumen | Charakteristik |
|---|---|---|
| GlenDronach 12 Jahre Original | 43 % | Rosinen, Toffee und Orangenschale aus PX- und Oloroso-Fässern; der Einstieg in die Reihe |
| GlenDronach 15 Jahre Revival | 46 % | Dichter, mit dunklen Trockenfrüchten, Lebkuchen und dunkler Schokolade |
| GlenDronach 18 Jahre Allardice | 46 % | Reife Oloroso-Prägung, würziger und tiefer |
| GlenDronach 21 Jahre Parliament | 48 % | Ältere Abfüllung der Kernreihe mit PX- und Oloroso-Anteil |
| GlenDronach Cask Strength | über 54 % (je Charge) | Ohne Altersangabe, fassstark und kräftig |
Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: GlenDronach 12 Jahre Original und GlenDronach 15 Jahre Revival.
Stil & Wiedererkennungswert
GlenDronach setzt auf ein klares Rezept: Das Destillat ist fruchtig und eher kräftig, der Sherry gibt Süße, Gewürz und Farbe dazu. Typisch sind Rosinen, Toffee, Walnuss, dunkle Schokolade und Orangenschale. Anders als bei vielen Konkurrenten mit gemischten Fassprogrammen steht Sherry hier im Mittelpunkt, und die Kernabfüllungen kommen nach Angaben des Herstellers ungefärbt und nicht kühlgefiltert in die Flasche.
Die Brennerei hat außerdem einen eigenen Auftritt: Die Linie reicht von der Basis über Finishes bis zu sehr alten Einzelfässern und bleibt dabei im Ton einheitlich. Seit der Übernahme durch Brown-Forman 2016 ist GlenDronach Teil eines größeren Portfolios mit BenRiach und Glenglassaugh. Auffällig ist zudem die Zahl der Altersstufen und Sonderfässer, die weit über die klassischen drei Kernabfüllungen hinausgeht.
Fazit
GlenDronach ist die Brennerei für alle, die Sherryfass-Whisky mögen und dabei keine Speyside-Zurückhaltung suchen. Der 12 Jahre Original ist die naheliegende Einstiegsabfüllung, weich und süß genug für Sherry-Neulinge. Der 15-Jährige legt Dichte und Gewürz nach und eignet sich für alle, die mehr Tiefe wollen. Wer lieber leichte, grasige oder getorfte Malts trinkt, findet hier weniger, denn das Sherryholz prägt das Profil stark.

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