GlenDronach 15 Jahre Revival – die Rückkehr eines Sherry-Klassikers
GlenDronach, gegründet 1826 in den Highlands, zählt zu den Highland-Brennereien, die sich fast vollständig über ein Fassprinzip definieren: Sherry. Der 15 Jahre "Revival" verdankt seinen Namen der Wiederbelebung einer älteren 15-jährigen Abfüllung im Jahr 2009; nach einer Pause ab 2015 kehrte er 2018 in die Kernreihe zurück – ein Comeback, das von Sherry-Malt-Liebhabern begeistert aufgenommen wurde.
Geschichte: Zweiter Lizenznehmer nach dem Excise Act – und eine wechselvolle Firmengeschichte
GlenDronach wurde 1826 von James Allardice nahe der Ortschaft Huntly in Aberdeenshire gegründet und war damit die zweite Destillerie überhaupt, die nach dem Excise Act von 1823 offiziell eine Lizenz zur legalen Whiskyherstellung beantragte. Der Name wird aus dem Gälischen abgeleitet und gängig als "Tal der Brombeeren" gedeutet. Über die folgenden anderthalb Jahrhunderte wechselte die Brennerei mehrfach den Besitzer: 1960 übernahm sie William Teacher & Sons, 1976 ging sie an Allied Breweries (später Allied Domecq) über. Zwischen 1996 und 2002 stand die Anlage vollständig still und wurde dann wieder in Betrieb genommen; 2005/06 (je nach Quelle) gelangte sie zu Pernod Ricard (Chivas Brothers), 2008 kaufte sie die BenRiach Distillery Company. Im April 2016 vereinbarte der amerikanische Konzern Brown-Forman den Kauf dieser Gesellschaft samt den Brennereien GlenDronach, BenRiach und Glenglassaugh (Abschluss laut Ankündigung Anfang Juni 2016); die Rückkehr des 2015 eingestellten Revival in die Kernreihe 2018 fällt in diese jüngere Phase der Markengeschichte. Trotz dieser bewegten Eigentümerkette blieb die Destillerie ihrer Kernidentität als Sherry-Spezialist bemerkenswert treu – ein Umstand, der GlenDronach unter allen wechselnden Konzernstrukturen hindurch als Sherry-fokussierte Marke erkennbar gehalten hat. Ausführlicher stellt unser Porträt der GlenDronach Distillery das Haus vor.
Der GlenDronach 15 Revival im Speziellen
Mit 46 % vol. ist der Revival kräftiger abgefüllt als viele vergleichbare Sherry-Malts und wird, wie bei GlenDronach für die Kernabfüllungen üblich, ohne Kühlfiltrierung auf den Markt gebracht. Seinen Namen trägt die Abfüllung, weil sie 2009 unter der BenRiach Distillery Company als Neuauflage einer älteren 15-Jährigen erschien; 2015 wurde sie eingestellt, 2018 kehrte sie zurück – ein Comeback, das unter Sherry-Malt-Liebhabern mit großer Begeisterung aufgenommen wurde, da der 15-Jährige innerhalb der GlenDronach-Range eine der dichtesten und zugleich noch erschwinglichen Positionen zwischen dem 12-Jährigen und den deutlich älteren, selteneren Abfüllungen einnimmt. Die aktuelle Kernrange der Destillerie umfasst neben dem Revival auch Abfüllungen mit 18 und 21 Jahren, die dieselbe Sherry-Handschrift in noch dichterer Form fortführen.
Herstellung: Konsequente Sherry-Fass-Reifung
Gereift wird der Revival laut Hersteller in einer Kombination aus Pedro-Ximénez- und Oloroso-Sherryfässern – anders als viele andere schottische Sherry-Malts, die häufig zunächst in Bourbonfässern vorreifen und erst zum Schluss ein Sherry-Finish erhalten, setzt GlenDronach in der Kernreihe konsequent auf Sherryfässer. Das ist aufwendiger als der Rückgriff auf gebrauchte Bourbonfässer und schlägt sich nach Herstellerangaben in der Dichte und Farbtiefe des fertigen Whiskys nieder. Das Ergebnis ist die dunkle, dichte Stilistik, für die GlenDronach bekannt ist – kompromisslos sherrygeprägt und weit entfernt vom leichteren Speyside-Mainstream.
Verkostungsnotiz
- Farbe: Sehr dunkles Mahagoni.
- Nase: Dunkle Trockenfrüchte, Lebkuchen und eine feine Sherry-Süße.
- Gaumen: Dicht und würzig – Rosinen, dunkle Schokolade und Eichenwürze.
- Abgang: Lang, warm und sherrygeprägt, mit nachklingender Gewürznote.
Genuss-Empfehlung
Am besten entfaltet sich der Revival pur in einem Tulpenglas bei Zimmertemperatur, wo seine dichten Trockenfrucht- und Schokoladenaromen am deutlichsten hervortreten; ein einzelner großer Eiswürfel ist als Alternative denkbar, sollte aber sparsam eingesetzt werden. Als Digestif zum Ausklang eines kühlen Abends am Kamin zeigt er sich von seiner besten Seite. Kulinarisch passt er zu dunkler Schokolade, Lebkuchen oder getrockneten Feigen, deren Aromen sich unmittelbar mit denen des Whiskys verbinden, ebenso zu einem kräftigen Blauschimmelkäse, dessen Salzigkeit die Sherry-Süße wirkungsvoll kontert.
Einordnung & Alternativen
- GlenAllachie 15 Jahre Whisky – ähnlich dicht und sherrygeprägt, ebenfalls aus Oloroso- und PX-Fässern, aber aus einer Speyside-Brennerei.
- The Macallan 12 Jahre Sherry Oak Whisky – bekanntere, etwas polierter wirkende Sherry-Stilistik, preislich jedoch nochmals eine Stufe höher.
- Aberlour A'bunadh Whisky – noch kräftiger durch Fassstärke statt 46 % vol., dafür ohne Altersangabe.
Fazit
Der GlenDronach 15 Jahre Revival ist ein Fest für Sherry-Liebhaber – dunkel, dicht und ausdrucksstark. Wer die konsequente Sherry-Fass-Tradition der Destillerie noch intensiver erleben möchte, findet mit deutlich älteren GlenDronach-Abfüllungen einen naheliegenden nächsten Schritt; wer eine vergleichbare Stilistik von einer anderen Destillerie sucht, wird beim ebenfalls sherrygeprägten Glenfarclas 15 Jahre Whisky fündig. Der Revival ist dabei im Premium-Segment angesiedelt. Ein idealer Begleiter für kühle Abende, pur oder auf einem großen Eiswürfel – und ein Whisky, der eindrucksvoll zeigt, was konsequente, vollständige Sherry-Fass-Reifung von der ersten bis zur letzten Minute im Fass bewirken kann.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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