Scotch Whisky

Glengoyne 10 Jahre Whisky

3,8/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.EinstiegsklasseSherryfässer (europäische und amerikanische Eiche)Dumgoyne, Highlands, Schottland
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Glengoyne 10 Jahre – der leise Einstieg ohne Rauch

Der Glengoyne 10 Jahre ist die Einstiegsabfüllung der Brennerei am Südrand der Highlands, nur ein kurzes Stück nördlich von Glasgow. Sein Reiz liegt im Verzicht: Das Malz wird nicht über Torf getrocknet, das Sherryfass hält sich zurück, und so stehen grüner Apfel, Toffee und Honig im Vordergrund. In Deutschland wird er mit 40 % vol. abgefüllt, für einzelne Märkte nennen Quellen abweichend 43 %. Wer Single Malts ohne Rauch und ohne Wucht sucht, bekommt hier ein ruhiges, leicht zugängliches Profil, das in den Tests allerdings nicht jeden überzeugt.

Geschichte: Von Burnfoot zu den wilden Gänsen

Auf dem Gelände bei Dumgoyne wird seit 1833 Whisky gebrannt. Die Brennerei hieß zunächst Burnfoot, wurde ab 1876 unter den Lang Brothers als „Glen Guin“ geführt und trägt den Namen Glengoyne nach den vorliegenden Quellen seit 1905; Wikipedia nennt dafür auch 1894, das Datum ist also nicht ganz einheitlich. Der Name wird meist als „Tal der wilden Gänse“ gedeutet.

Heute gehört die Brennerei zu Ian Macleod Distillers, die sie 2003 übernahmen. Mehr zu den Besitzern, der Lage auf der Highland Line und zur Positionierung der Marke steht im Artikel zum Glengoyne 12 Jahre; hier konzentrieren wir uns auf die jüngste Altersstufe des Kernsortiments.

Der Glengoyne 10 im Speziellen

Der Zehnjährige bildet den Einstieg, darüber folgen zwölf, 15 und 18 Jahre sowie weitere Editionen. Laut Händlerbeschreibung reift er in handverlesenen Sherryfässern aus europäischer und amerikanischer Eiche. Konkrete Angaben zu Füllungen oder Anteilen macht die Brennerei in den von uns geprüften Quellen nicht; ein Tester spricht von einem eher leichten Sherryeinfluss. Auch zu Kühlfilterung und Farbstoff haben wir keine gesicherte Aussage gefunden. Einzelne Tester gehen von natürlicher Farbe aus, bei 40 % vol. ist Kühlfilterung aber nicht auszuschließen.

Für die Einordnung der Altersangabe hilft Whisky-Fassreifung erklärt: Wie viel ein Fass abgibt, hängt weniger vom Alter als von Vorbelegung und Füllungszahl ab.

Herstellung: Lange Gärung, kleine Kupferbrennblasen

Glengoyne verarbeitet ungetorftes Malz, das laut Wikipedia mit Warmluft statt Torfrauch getrocknet wird. Zum Thema Torf und ppm gibt der Beitrag Getorfter Whisky und ppm erklärt einen Überblick. Die Gärung dauert nach Brennereiangaben bis zu 56 Stunden, was fruchtige Ester begünstigt.

Destilliert wird in drei Brennblasen, einer Wash Still mit rund 16.600 Litern und zwei Spirit Stills mit je etwa 5.000 Litern, alle mit Kugelaufsatz. Die Brennerei beschreibt die Destillation als besonders langsam, was lange Kupferkontakt und damit einen süßen, fruchtigen Spirit ergeben soll. Die Jahreskapazität liegt bei rund 1,1 Millionen Litern reinem Alkohol. Prozesswasser kommt aus dem Loch Carron, gekühlt wird mit Wasser aus dem Blairgar Burn.

Verkostungsnotiz

Die Notiz fasst Herstellerangaben und mehrere Fachtests zusammen.

  • Farbe: Helles bis mittleres Gold.
  • Nase: Süß mit Toffee und Popcorn, leicht nussig, dazu grüner Apfel und Birne. Einzelne Tester nehmen Sultaninen, Vanille und kandierte Orangenschale wahr.
  • Gaumen: Grüne Äpfel, frisches Gras und weiches Holz, ergänzt durch Honig, Zuckersirup und einen Hauch Lakritz. Tester beschreiben ihn als leicht bis dünn im Körper.
  • Abgang: Mittellang, malzig und leicht würzig mit Zimt und etwas Holz. Ein Tester nennt ihn auch kurz und etwas bitter.

Genuss-Empfehlung

Am besten schmeckt er pur bei Zimmertemperatur im Tulpenglas, mit wenigen Tropfen Wasser, wenn überhaupt. Laut Hersteller bringt ein Tropfen Wasser Leinöl und Mandel hervor, ein anderer Tester findet dagegen, dass Wasser die Frucht eher verwässert. Mehr dazu in Whisky richtig verkosten: Nosing und Wasser. Auch ein Highball mit Soda und Apfelscheibe passt zu dem leichten Profil. Zu Essen eignen sich Äpfel mit mildem Käse, Shortbread oder ein Stück Butterkuchen.

Einordnung & Alternativen

Wer den Glengoyne in der Familie weiterverfolgen will, geht am logischsten eine Stufe nach oben. Für Vergleiche außerhalb der Marke bieten sich leichte Lowland- und Highland-Malts an.

Fazit

Der Glengoyne 10 Jahre ist ein unkomplizierter, sauberer Einsteiger-Malt mit frischem Apfel, Toffee und Honig. Die Tests reichen von „überraschend gut für das Geld“ bis „nett, aber ohne Tiefe“; Falstaff vergab 91 Punkte, andere Tester blieben im Mittelfeld. Wir sehen ihn bei 3.8 von 5 Punkten: handwerklich sauber, aber leicht im Körper und im Abgang etwas kurz. Er passt zu Einsteigern, die einen rauchfreien Highland-Malt kennenlernen wollen, und zu allen, die einen leichten Dram für den Feierabend schätzen. Wer mehr Tiefe sucht, greift zum Zwölfjährigen, der auch bei Sherry und Länge klar zulegt.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße3/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit3/5
Würze/Eiche2/5

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