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Glengoyne Distillery – Highlands

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Die Glengoyne Distillery liegt bei Dumgoyne nördlich von Glasgow und gehört zu den Brennereien, die man schon wegen ihrer Lage nicht eindeutig einordnen kann: Die Highland Line verläuft durch das Gelände. Gegründet wurde sie 1833 als Burnfoot, seit 2003 gehört sie der unabhängigen Familienfirma Ian Macleod Distillers. Die Marke setzt konsequent auf ungetorftes Malz und eine betont gemächliche Destillation, was Single Malts mit Apfel, Honig und weichem Sherryeinfluss ergibt statt Rauch.


Überblick

  • Name: Glengoyne Distillery (früher Burnfoot, zeitweise Glen Guin)
  • Ort: Dumgoyne bei Killearn, Stirlingshire, Schottland, rund 30 Autominuten nördlich von Glasgow
  • Gegründet: 1833
  • Region: Highlands, an der Grenze zu den Lowlands
  • Besitzer: Ian Macleod Distillers (seit 2003)
  • Typ: Single Malt Scotch Whisky, ungetorft, Reifung vor allem in Sherryfässern

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1833 Die Brennerei entsteht als Burnfoot; als Gründer wird je nach Quelle George Connell oder die Landbesitzerfamilie Edmonstone genannt
1876 Die Glasgower Lang Brothers übernehmen und führen den Namen Glen Guin
1894 oder 1905 Der Name wird zu Glengoyne, das Datum ist je nach Quelle strittig
1965 Die Robertson & Baxter Group erwirbt die Brennerei, die später zur Edrington Group gehört
1966/67 Beim Umbau kommt eine dritte Brennblase hinzu
2003 Ian Macleod Distillers kauft Glengoyne im April von Edrington
2012 Der 15- und der 18-Jährige sowie eine Cask-Strength-Abfüllung ergänzen die Kernreihe

Besonderheiten bei der Herstellung

Zwischen den Regionen

Die Brennblasen stehen auf der Highland-Seite, weshalb Glengoyne als Highland-Single-Malt gilt. Die Lagerhäuser liegen auf der anderen Seite der Straße A81 und damit bereits in den Lowlands. Das ist in mehreren Quellen übereinstimmend belegt und wird von der Marke selbst gern betont. Der Whisky reift also in einer anderen Region, als er gebrannt wird.

Malz, Gärung und Destillation

Das Malz wird mit warmer Luft getrocknet, nicht mit Torfrauch, und die Spezifikation lautet 0 ppm. Vergoren wird in sechs hölzernen Gärbottichen, die Gärzeit beträgt bis zu 56 Stunden. Destilliert wird in drei Brennblasen: einer Wash Still von rund 16.600 Litern und zwei Spirit Stills mit je etwa 5.000 Litern. Alle haben einen Kugelaufsatz. Die Brennerei beschreibt ihre Destillation als die langsamste Schottlands, was ein Eigenanspruch ist, aber zur langen Kupferberührung und zum fruchtigen Spirit passt. Die Kapazität liegt bei rund 1,1 Millionen Litern reinem Alkohol pro Jahr.

Wasser und Fässer

Zum Wasser sind die Quellen uneins: Eine Fachquelle nennt den Loch Carron für das Prozesswasser und den Blairgar Burn zur Kühlung, andere sprechen vom Bach, der vom Dumgoyne Hill herabfließt. Gereift wird überwiegend in Sherryfässern, ergänzt durch Bourbon- und Refill-Fässer. Zu Kühlfilterung und Farbstoff liegen nicht für jede Stufe gesicherte Angaben vor; die Cask-Strength-Chargen gelten als nicht kühlgefiltert.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Glengoyne 10 Jahre 40 % (in einzelnen Märkten 43 %) Leichter Einstieg ohne Rauch, grüner Apfel, Toffee und Honig
Glengoyne 12 Jahre 43 % Sherry- und Bourbonfass, dichter und süßer mit Trauben und gerösteter Gerste
Glengoyne 15 Jahre 43 % Mehr Textur und Gewürz, Zitrus, Gebäck und trockene Eiche
Glengoyne 18 Jahre 43 % Sherrybetonte ältere Stufe der Reihe
Glengoyne Cask Strength ca. 58–59 % (je Charge) Fassstark in wechselnden Chargen, ohne Altersangabe

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Glengoyne 10 Jahre, Glengoyne 12 Jahre und Glengoyne 15 Jahre.


Stil & Wiedererkennungswert

Glengoyne klingt eher wie ein Lowland-Malt mit Highland-Pass: leicht, fruchtig und sauber, ohne Rauch. Der Sherry ist ein Begleiter, kein Hauptdarsteller. Wer das Prinzip nach oben fortsetzen will, bleibt bei der Marke und steigt vom Zehnjährigen zum Zwölf- oder Fünfzehnjährigen auf. Wer es in noch leichterer, grasiger Form sucht, findet sie im Glenkinchie 12 Jahre, und die dreifach destillierten Malts von Auchentoshan zeigen, wie leicht ein Lowland-Stil ausfallen kann. Warum die Torf-Entscheidung so prägend ist, erklärt Getorfter Whisky und ppm erklärt.

Der Wiedererkennungswert liegt im Gegenentwurf: Während viele Highland-Nachbarn mit Rauch, Salz oder schwerem Fass arbeiten, setzt Glengoyne auf Gerste, Frucht und Kupfer. Das macht die Marke zugänglich, aber auch zurückhaltend.


Fazit

Glengoyne ist die richtige Adresse für alle, die rauchfreie Highland-Malts mit Sherryanteil schätzen. Der Glengoyne 12 Jahre ist der stimmigste Einstieg: mehr Körper als der Zehnjährige und weniger Aufwand als die älteren Stufen. Der 15-Jährige ist eher eine Verfeinerung als ein Sprung. Einschränkungen: Wer Rauch, Salz oder eine große Sherrybombe erwartet, wird nicht fündig, und die leichten Einstiegsabfüllungen wirken auf manche Verkoster dünn. Auch die Gründungsgeschichte ist je nach Quelle unterschiedlich erzählt, an der Lage zwischen Highlands und Lowlands ändert das nichts.