Hendrick's Gin & Goldberg & Sons Indian Hibiscus Tonic (5/5)

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Hendrick's Gin & Goldberg & Sons Indian Hibiscus Tonic (5/5)

5/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Hendrick's Gin von William Grant & Sons gilt als einer der stilprägenden Vorreiter des floral geprägten New-Western-Gin-Stils: Statt auf ausgeprägten Wacholder setzt Master Distillerin Lesley Gracie auf eine deutliche Rosennote, ergänzt um eine zarte, eher angedeutete Gurkenfrische. Auf das Goldberg & Sons Indian Hibiscus Tonic trifft damit ein Gin, dessen florale Grundausrichtung bereits von Haus aus zur blumig-herben Hibiskusnote des Tonics passt – eine Übereinstimmung, die das Tonic auf seiner eigenen Produktseite auch selbst als erste Empfehlung nennt. Bereits im bereits vorgestellten Pairing des Filliers Dry Gin 28 mit demselben Tonic wurde der Hendrick's als der eigentlich passendere Partner für die Hibiskusblüte benannt – diese Kombination bestätigt diese Einschätzung. Hergestellt wird der Hendrick's seit 1999 in der schottischen Girvan Distillery von William Grant & Sons, wobei Master Distillerin Lesley Gracie die Destillate zweier grundverschiedener Brennblasen – einer kräftigeren Bennett-Pot-Still und einer feineren Carter-Head-Still – zusammenführt, bevor dem fertigen Gin die charakteristischen Rosen- und Gurkenessenzen zugesetzt werden.

Warum diese Kombination funktioniert

Der Hendrick's lebt von seiner floralen Zurückhaltung: Wacholder tritt bewusst in den Hintergrund, während Rose das eigentliche Leitaroma bildet und die Gurke eine kühlende, erfrischende Assoziation beisteuert. Genau diese Blumigkeit trifft im Goldberg-Tonic auf eine verwandte, aber eigenständige florale Note: Die Hibiskusblüte bringt eine herb-blumige, leicht säuerliche Aromatik mit, die an Hagebutten- oder Waldbeertee erinnert und sich mit der Rosennote des Gins zu einem gemeinsamen, aber nicht redundanten Blütenbild verbindet, statt sie zu verdoppeln. Weil das Tonic zudem auf die für Goldberg & Sons typische, zurückhaltende Süße setzt und keine kräftige Chinin-Bitterkeit ausspielt, bleibt der ohnehin schon milde Hendrick's nicht von einer zu aggressiven Tonic-Struktur überdeckt. Die zarte Gurkenfrische des Gins wiederum wirkt wie ein kühlender Kontrapunkt zur leicht herben Blütensäure des Hibiskus und verhindert, dass die Kombination zu einseitig blumig-süßlich gerät.

Verkostung der Kombination

In der Nase verschmelzen die Rosennote des Hendrick's und die herb-blumige Hibiskusblüte des Tonics zu einem dichten, aber ausbalancierten floralen Bild, unterlegt von einer angedeuteten Gurkenfrische. Am Gaumen zeigt sich der Drink samtig-blumig, mit einer milden, nie aufdringlichen Süße und einer feinen, kaum wahrnehmbaren Säure, die eher stützend als eigenständig wirkt. Die feine Chinin-Bitterkeit des Tonics gibt der Blütenfülle genügend Struktur, ohne sie zu übertönen, während Angelikawurzel und Zitrusschalen des Gins eine leichte, erdig-frische Tiefe im Hintergrund beisteuern. Der Abgang ist mittellang, blumig-trocken mit einem letzten, angenehm kühlen Gurkenhauch, der die florale Fülle noch einmal auflockert.

Serviervorschlag

Der Hersteller empfiehlt für den Hendrick's traditionell eine dünne Gurkenscheibe statt der klassischen Zitrone – ein Kniff, der auch hier gut funktioniert, da er die kühlende Frische des Gins zusätzlich unterstreicht, ohne die Blütenaromatik zu stören. Alternativ passen einige getrocknete Hibiskusblüten als Garnitur, die die florale Achse beider Komponenten optisch wie geschmacklich aufgreifen. Serviert wird die Kombination am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis, im Verhältnis von etwa 1:3, damit sich die empfindlichen Blütennoten in Ruhe entfalten können, ohne zu schnell zu verfliegen.

Einordnung & Vergleich

Dass diese Kombination so gut funktioniert, überrascht wenig: Bereits die Produktseite des Goldberg-Tonics selbst nennt den Hendrick's als erste Gin-Empfehlung, und auch der zuvor besprochene Post zum Filliers Dry Gin 28 mit demselben Tonic verwies bereits darauf, dass sich die florale Rosennote des Hendrick's mit der Hibiskusblüte "gegenseitig verstärkt, statt mit ihr zu konkurrieren" – ein Kontrast zum getreidebetonten Filliers, dessen dezente Malznote von der kräftigen Blütensäure eher überlagert als unterstützt wurde. Wer die florale Seite des Hendrick's noch weiter treiben möchte, findet zudem in den anderen Kombinationen mit demselben Tonic in diesem Katalog – etwa mit fruchtig-beerigen Gins wie Brockmans oder Puerto de Indias – interessante Vergleichspunkte, wie unterschiedlich stark verschiedene Aromenrichtungen mit derselben Hibiskusblüte harmonieren.

Fazit

5/5 Punkte. Eine der stimmigsten Kombinationen im gesamten Katalog: Zwei florale Charaktere, die sich gegenseitig verstärken, statt sich gegenseitig zu überdecken, ergeben einen eleganten, gut ausbalancierten Gin & Tonic. Empfehlenswert für alle, die den Hendrick's wegen seiner ungewöhnlichen, blumigen Aromatik schätzen und eine Tonic-Variante suchen, die diese Eigenart bewusst aufgreift, statt sie zu neutralisieren. Wer es dagegen klassischer und weniger blumig mag, sollte eher zum klassischen Goldberg & Sons Tonic Water oder einem neutraleren Fentimans Tonic Water greifen. Für alle, die den Hendrick's bislang nur mit der vom Hersteller empfohlenen Gurkengarnitur kennen, lohnt sich diese Kombination als eine der wenigen Gelegenheiten, die florale Seite des Gins durch ein ebenso florales Tonic noch weiter zu vertiefen, statt sie nur zu begleiten.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance5/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße2/5