Herstellung des Château de Laubade XO:
Wer die Geschichte des Hauses nachlesen möchte, findet sie im Artikel zum Château de Laubade VSOP. Hier genügt der Rahmen: Das Château liegt in Sorbets im Herzen des Bas-Armagnac und wird von der Familie Lesgourgues geführt. Alles, was in die Flasche kommt, stammt vom eigenen, zusammenhängenden Gut. Das ist der entscheidende Unterschied zu Händlerhäusern, die Fässer bei verschiedenen Erzeugern zukaufen.
Für den XO gelten zwei Zahlen. Die Klassifikation verlangt zehn Jahre Fassreife für die jüngste Komponente; Laubade geht deutlich darüber hinaus. Nach Händlerangaben und Difford's Guide besteht die Assemblage aus Eaux-de-Vie, die zwischen 15 und 25 Jahre im Eichenfass gelegen haben. Gebrannt wird aus Weinen von Ugni Blanc und Colombard sowie Baco und Folle Blanche, in einfacher Kolonnendestillation, wie es die Region vorsieht. Die Fässer fasst das Haus mit rund 400 Litern und lässt sie nach eigenen Angaben von einem hauseigenen Küfer aus Eichen aus Wäldern bauen, die zum Château gehören. Abgefüllt wird der XO mit 40 % vol., also mit der Standardstärke der Kategorie.
Verkostung des Château de Laubade XO:
Im Glas liegt ein tiefes, glänzendes Bernstein mit kupfernen Reflexen. Die Nase öffnet mit eingekochten Pflaumen und Vanille, danach folgen geröstetes Brot, Zimt, Kakao und Orangenschale; ein Tester notiert zusätzlich Nadelholz und frisch gesägtes Holz, andere röstige Nuss- und Kokosnoten. Die Vielschichtigkeit ist deutlich größer als beim VSOP des Hauses, ohne dass die Frucht verloren geht. Am Gaumen wirkt der Armagnac weich, rund und elegant: eine dezente Honigsüße, Kirsche und feine Gewürze, getragen von einem Holz, das präsent bleibt, aber abgerundet ist. Der Abgang ist lang und hält Trockenobst, Kirschholz und milden Zimt, schließlich eine trocken-würzige Note, die zum nächsten Schluck einlädt. Gegenüber dem VSOP des Hauses ist der XO feiner gezeichnet, weniger kernig und deutlich weicher im Mund. Der Geschmack ist reif, nicht schwer, und die 40 % vol. sind gut eingebunden, so dass nichts brennt.
Steckbrief Château de Laubade XO:
Alkoholgehalt: 40 % vol.
Klassifikation: XO, Eaux-de-Vie von 15 bis 25 Jahren
Fassreifung: Gascogne-Eiche, 400-Liter-Fässer aus eigener Küferei
Hersteller: Château de Laubade (Familie Lesgourgues), Sorbets, Bas-Armagnac, Frankreich
Herstellung im Detail: Fünfzehn Jahre und mehr im Fass
Dass Laubade auch deutlich ältere Jahrgänge füllt, zeigt, wie viel Bestand im Keller liegt; der XO ist dabei der breit verfügbare Einstieg in diese Reife. Die Altersspanne der Assemblage ist das eigentliche Rezept. Eaux-de-Vie von 15 Jahren bringen noch Frucht und Frische ein, ältere Partien bis 25 Jahre steuern Tiefe, Trockenobst und das, was Fachleute Rancio nennen, die gereifte, leicht nussig-pilzige Seite. Weil Armagnac nur einmal destilliert wird, bleibt der Charakter des Weins im Brand erhalten; über die lange Fassreife wird er weicher, ohne die Herkunft zu verbergen. Auf die Qualitätsstufen der Region geht der Beitrag zur Klassifikation von VS, VSOP und XO näher ein. Wichtig ist, dass beim XO nicht nur der Mindestwert zählt, sondern die tatsächliche Zusammensetzung.
Dass das Holz aus dem Besitz des Hauses kommt, ist für die Aromatik mehr als ein Detail. Eigene Fassherstellung bedeutet, dass das Haus Holzart, Trocknung und Fassgröße selbst in der Hand behält, anstatt Standardfässer einzukaufen. Wer die Alterungsstufen innerhalb der Region vergleichen will, findet bei Darroze Grand Assemblage 20 Jahre eine gereifte Alternative aus dem Négociant-Modell. Der Laubade-Ansatz bleibt dagegen konsequent Single Estate.
Genuss-Empfehlung
Der Laubade XO gehört in ein niedriges Balloon- oder Tulpenglas, serviert bei 18 bis 20 Grad. Ein Tropfen Wasser ist selten nötig, Eis passt nicht zu einer Qualität dieses Alters. Nach dem Essen harmoniert er mit dunkler Schokolade ab 70 Prozent Kakao, mit Walnüssen und gereiftem Comté. Auch ein Dessert mit gebackenen Pflaumen oder eine Crème brûlée nimmt die Vanille- und Backpflaumennoten auf. Ein kräftiger Espresso ohne Zucker davor ist die klassische Begleitung. Wer ihn zum Dessert reicht, wählt am besten nichts zu Süßes, damit die zarte Honignote nicht untergeht. Für eine Zigarre empfiehlt sich eine milde Sorte, deren Röstaromen die Holznoten aufgreifen, ohne die Kirsche zu überdecken. Als Digestif nach einem gascognischen Menü mit Ente oder Cassoulet ist der Armagnac in seiner Heimat ohnehin zu Hause.
Einordnung & Alternativen
- Château de Laubade VSOP – die jüngere, rustikalere Stufe desselben Hauses, ideal für den Vergleich der Reife.
- Tariquet Folle Blanche 12 Jahre – sortenreiner Bas-Armagnac in Fassstärke, deutlich fruchtiger und lebendiger.
- Darroze Grand Assemblage 20 Jahre – ähnlich lang gereift, aber als Assemblage vieler Erzeuger.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
Ähnliche Cognac & Brandy-Verkostungen

Château de Laubade Bas-Armagnac VSOP
Rustikaler und würziger als Cognac — Pflaume, Feige und Backpflaume aus einfacher Kolonnendestillation, ungeglättet und erdig.
Darroze Grand Assemblage 20 Ans
Die Abfüllung gibt es auch in einer Karaffen-Variante.
Tariquet Folle Blanche 12 Jahre
Sortenreine Folle Blanche aus Eauze: zitrusfrisch, würzig und in Fassstärke abgefüllt.

Darroze Les Grands Assemblages 8 ans Bas-Armagnac
Jahrgangsspezialist Darroze zeigt mit den Grands Assemblages seine zugänglichste Seite: Steinobst, Aprikose und Karamell bei 43 % vol.

Cognac vs. Armagnac: Zwei französische Weinbrände im Vergleich
Beide reifen in französischer Eiche und tragen dieselben Altersklassen im Namen – trotzdem trennt Cognac und Armagnac mehr, als das gemeinsame Etikettenvokabular vermuten lässt.

Cognac richtig genießen: Glas, Temperatur und die Sache mit dem Eiswürfel
Das klassische Ballonglas gilt unter Experten längst nicht mehr als letztes Wort – gerade bei altem XO-Cognac hat ein schlankeres Glas die Nase vorn.

Brandy-Arten im Überblick: Weinbrand, Brandy de Jerez, Metaxa, Calvados und Co.
Hinter dem Wort Brandy stehen sehr verschiedene Spirituosen: von der Solera-Reifung in Jerez über deutschen Weinbrand bis zum normannischen Apfelbrand.