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Maker’s Mark Distillery – Kentucky

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Maker’s Mark in Loretto, Marion County, gehört zu den wenigen bekannten Brennereien, die Bourbon ohne Roggen brennen: Statt der würzigen Kornart kommt roter Winterweizen ins Rezept, man spricht von einem Wheated Bourbon. Bill Samuels Sr. erwarb 1953 das Gelände der alten Burks’ Distillery, ab 1958 kamen die Flaschen mit dem von Hand getauchten roten Wachssiegel in den Handel. Heute gehört die Brennerei zu Suntory Global Spirits. Abgefüllt wird nach Geschmack statt nach Alter, und die Fässer werden im Rick House von Hand umgesetzt. Das Ergebnis ist ein weicher Hausstil mit Karamell und Vanille statt Roggenschärfe.


Überblick

  • Name: Maker’s Mark Distillery
  • Ort: Loretto, Marion County, Kentucky, USA
  • Gegründet: 1953 (Kauf der Burks’ Distillery), Produktion ab 1954
  • Bundesstaat: Kentucky
  • Besitzer: Suntory Global Spirits (Suntory-Konzern, bis 2024 Beam Suntory)
  • Typ: Kentucky Straight Bourbon, Wheated Bourbon
  • Mashbill: nach Branchenangaben rund 70 % Mais, 16 % roter Winterweizen, 14 % Gerstenmalz

Historische Entwicklung

Jahr Ereignis
1953 Bill Samuels Sr. kauft das Gelände samt Burks’ Distillery bei Loretto (je nach Quelle Herbst 1952 oder Oktober 1953) und entwickelt ein Rezept mit Weizen statt Roggen
1954 Die Produktion beginnt; die ersten Fässer werden im Februar gefüllt
1958 Die ersten Flaschen werden von Hand in rotes Wachs getaucht, die reguläre Abfüllung startet im selben Jahr
1981 Verkauf an Hiram Walker & Sons; die Marke wandert später in den Allied-Konzern (zuletzt Allied Domecq)
2005 Fortune Brands übernimmt die Marke bei der Aufteilung von Allied Domecq
2010 Mit Maker’s 46 erscheint die erste neue Abfüllung neben dem Original
2013 Ein geplanter Rückgang der Abfüllstärke von 45 auf 42 % wird nach heftigen Kundenreaktionen binnen Tagen zurückgenommen
2014 Suntory übernimmt Beam Inc. (seit 2011 eigenständig, zuvor Teil von Fortune Brands); 2024 wird Beam Suntory zu Suntory Global Spirits
Heute Maker’s Mark brennt in Loretto weiter nach dem Samuels-Rezept; auf der Star Hill Farm gibt es seit 2023 zusätzliche Farm-Touren

Besonderheiten bei der Herstellung

Rezept ohne Roggen

Bill Samuels Sr. ersetzte den Roggen durch weichen roten Winterweizen. Nach der Familienüberlieferung testete er die Getreidemischungen mit selbst gebackenen Broten. Der Weizen sorgt für eine rundere, vorne süßliche Art, ohne die Würze, die Roggen-Bourbons prägt.

Wasser, Hefe und Gärung

Die Brennerei verweist auf das Wasser aus dem Kalksteinuntergrund bei Loretto, reich an Calcium und Magnesium. Der verwendete Hefestamm gilt als hauseigen und wird seit Jahrzehnten gehütet. Vergoren wird nach Branchenangaben in Holzgärbottichen, meist rund drei bis vier Tage.

Destillation

Destilliert wird zweifach in Kupfer: mit einer Kolonnenbrennblase und anschließendem Doubler. Nach Branchenberichten wurde die Anlage in den 2000er- und 2010er-Jahren um weitere Brennblasen erweitert.

Rick House und Fasswendung

Der Bourbon reift in neuem, ausgekohltem Weißeichenholz. Zu den Eigenheiten gehört das Wenden der Fässer: Sie werden im Rick House von Hand zwischen oberen und unteren Etagen umgesetzt, um Temperaturunterschiede auszugleichen. Reif ist ein Fass nach Aussage der Brennerei, wenn es gut schmeckt, üblich sind rund sechs bis sieben Jahre.


Produkte & Charakter

Produkt Alkoholvolumen Charakteristik
Maker’s Mark 45 % Weich, mit Karamell, Vanille und leichter Frucht; kaum Roggenschärfe
Maker’s 46 47 % Zusätzliche Reifung mit angesengten Staves aus französischer Eiche bringt mehr Vanille, Gewürz und Holztiefe
Maker’s Mark Cask Strength chargenabhängig (rund 55 %) Unverdünnt und kräftiger, süß mit Eiche und Gewürz
Maker’s Mark Private Selection fassstark, chargenabhängig Kundenindividuell kombinierte Staves ergeben jeweils ein eigenes Profil
Maker’s Mark 101 50,5 % (101 US Proof) Mehr Körper und Würze, aber im Kern der bekannte weiche Stil

Aus dieser Brennerei haben wir bereits verkostet: Maker’s Mark Kentucky Bourbon.


Stil & Wiedererkennungswert

Der Hausstil lebt vom Weizen: süß am Gaumen, rund, mit Karamell, Vanille und leichter Frucht. Dazu kommt die Optik, vom viereckigen Flaschenkörper bis zum handgetauchten roten Wachs. Name und Flaschengestaltung gehen nach Herstellerangaben auf Margie Samuels zurück.

Auch die Fasswendung gehört zum Profil, weil sie die Reifung zwischen den Etagen vergleichmäßigen soll. Die Marke setzt eher auf Konstanz als auf Altersangaben und lässt über Private Selection zugleich eigene Fassvarianten zu.


Fazit

Maker’s Mark ist die Adresse für alle, die Bourbon mild und süßlich mögen und mit viel Roggenwürze wenig anfangen. Für Einsteiger ist der Stil leicht zugänglich, Kenner finden mit Cask Strength und Private Selection kräftigere Varianten. Wer maximale Komplexität sucht, wird eher zu anderen Häusern greifen. Als klares Gegenbild zu den roggenwürzigen Bourbons ist die Brennerei aber ein wichtiger Referenzpunkt.