Bourbon Whiskey

Maker’s Mark 46 Bourbon

4,2/5 Redaktionsbewertung
47 % vol.MittelklasseAusgereifter Maker’s Mark in amerikanischen Eichenfässern, nachgereift mit gesengten Fassdauben aus französischer EicheKentucky, USA
Bourbon WhiskeyUS WhiskeyWhisky
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Maker’s Mark 46 Bourbon – der Weizen-Bourbon mit Holzzugabe

Der Maker’s Mark 46 kommt aus der Brennerei in Loretto, Kentucky, und beginnt sein Leben wie jeder Maker’s Mark: als weizenbetonter Bourbon, der ohne Roggenschärfe auskommt. Der Unterschied entsteht erst am Ende der Reifung. Das Destillat wandert nicht gleich in die Flasche, sondern bekommt in seinem Fass noch eine Zugabe aus französischer Eiche. Heraus kommt ein Bourbon, der die weiche Grundlage der Marke behält, aber deutlich mehr Gewürz und Holz mitbringt, und der mit 47 % vol. auch kräftiger abgefüllt wird als die Standardflasche.

Geschichte: Das erste neue Produkt nach über fünfzig Jahren

Die Marke geht auf Bill Samuels Sr. zurück, der in den 1950er-Jahren die Brennerei in Loretto aufbaute; ab 1958 kamen die Flaschen mit dem handgetauchten roten Wachssiegel in den Handel. Danach änderte sich am Sortiment jahrzehntelang nichts. Erst 2010 erschien mit dem Maker’s 46 nach Angaben der Fachpresse die erste regulär hergestellte Variante, genau 52 Jahre nach dem Start der Marke. Entwickelt wurde sie unter Bill Samuels Jr., der als Chef der Brennerei die Marke über Jahrzehnte prägte. Zur Namensherkunft gibt es leicht unterschiedliche Darstellungen: Übereinstimmend ist die „46“ die Nummer jener Holzrezeptur, die sich nach einer langen Reihe von Versuchen durchsetzte. Heute gehört die Marke zu Suntory Global Spirits. Mehr über Ort, Familie und Gelände steht im Porträt Maker’s Mark Distillery – Kentucky.

Der Maker’s Mark 46 Bourbon im Speziellen

Das Rezept der Basis bleibt unangetastet: Mais, roter Winterweizen und gemälzte Gerste, ohne Roggen. Der Hersteller betont, dass nicht Mashbill oder Brennverfahren verändert wurden, sondern allein die Reifung. Die Abfüllung hat 47 % vol. (94 Proof) und trägt keine Altersangabe. Gegenüber dem Maker’s Mark Kentucky Bourbon mit 45 % vol. ist das ein spürbarer Schritt: mehr Alkohol, mehr Gewürz, mehr Holz. Im Sortiment des Hauses liegt der 46 damit über dem Standard, ist aber kein Sammlerstück, sondern eine reguläre Abfüllung, die in Deutschland bei vielen Händlern im Regal steht. Wer die weiche Süße der Marke mag und sich etwas mehr Struktur wünscht, ist hier richtig.

Herstellung: Gesengte Dauben im fertigen Fass

Das Besondere am 46 ist die Methode. Fertig gereifter Maker’s Mark bleibt im Fass, und in dieses Fass werden zehn Dauben aus französischer Eiche eingesetzt. Sie sind zuvor gesengt, also stärker erhitzt als geröstetes, aber nicht so tief gekohlt wie ein klassisches Bourbonfass. Das Ziel: Röstaromen, Vanille und Würze aufnehmen, ohne dass sich die Bitterkeit junger Eiche breitmacht. Wie lange die Nachreifung dauert, nennen die Quellen unterschiedlich; die Angaben reichen von rund zehn Wochen bis zu zwei, drei Monaten. Die Dauben vergrößern die Kontaktfläche zwischen Holz und Whiskey erheblich, deshalb reicht ein vergleichsweise kurzer Zeitraum. Französische Eiche hat zudem mehr Tannin als amerikanische, was erklärt, warum der Whiskey trockener und würziger wirkt als die Standardflasche. In der Tendenz erinnert das an die Wirkung von Roggen, obwohl keiner im Spiel ist.

Verkostungsnotiz

  • Farbe: Klares, goldenes Bernstein; ohne Farbstoff abgefüllt.
  • Nase: Süße Vanille und Karamell, dazu frisch gehobelte Holzspäne, Zimt und eine cremige Note wie Crème brûlée.
  • Gaumen: Seidig im Antritt, dann kommen Zimt, Muskat und Nelke durch, begleitet von Vanillecreme, Apfel und einer dunklen Zuckernote.
  • Abgang: Lang und würzig, mit Eiche, Karamell und Vanille; einzelne Tester nehmen am Ende eine herbe, holzige Spur wahr.

Genuss-Empfehlung

Pur im Tumbler oder Nosing-Glas zeigt der 46 am besten, wie sich Weizensüße und Eichenwürze die Waage halten. Ein einzelner Eiswürfel dämpft die Holznote etwas, ein paar Tropfen Wasser öffnen die Gewürze. Im Old Fashioned hält er dank seiner Stärke gegen Zucker und Bitters stand und bringt mehr Tiefe als die Standardflasche; auch im Manhattan gibt er eine weichere, süßere Variante ab. Kulinarisch passt er zu Apfelkuchen mit Zimt, gegrillter Schweinerippe mit süßer Glasur oder einem Stück Cheddar. Zum Dessert funktioniert dunkle Schokolade mit hohem Kakaoanteil, die den Holzton aufgreift.

Einordnung & Alternativen

Fazit

Der Maker’s Mark 46 ist für alle gedacht, die den weichen Stil der Marke mögen, aber mehr Biss und Holzwürze suchen. Er ist spürbar kräftiger als die Standardabfüllung und zeigt, was gesengte französische Eiche aus einem Weizen-Bourbon machen kann. Ein Kritikpunkt bleibt: Wer empfindlich auf Tannine reagiert, findet ihn stellenweise etwas holzig, einzelne Tester beschreiben ihn als zu trocken. Deshalb gibt es 4,2 Punkte: eine gelungene, charaktervolle Abfüllung mit eigener Handschrift, die aber nicht jedem schmeckt. Genuss in Maßen, wie bei jedem Whiskey.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße4/5
Rauch/Torf1/5
Fruchtigkeit2/5
Würze/Eiche4/5

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