Die Kombination im Überblick
Malfy Gin Rosa aus der piemontesischen Destillerie Torino Distillati setzt neben der namensgebenden sizilianischen rosa Grapefruit auch auf Rhabarber, der dem Gin eine zusätzliche fruchtig-herbe Facette verleiht und ihn von den rein zitrusbetonten Malfy-Varianten wie dem Con Limone abhebt. Genau diese Zutat taucht auch auf der anderen Seite des Glases wieder auf: Das Franklin & Sons Rhubarb Tonic Water with Hibiscus baut seine Rezeptur auf eingekochter Rhabarbernote und Hibiskusblüte auf, ganz ohne künstliche Farb- oder Süßstoffe. Damit ist diese Paarung eine der seltenen Kombinationen im Katalog, bei der ein einzelnes, namensgebendes Botanical bewusst auf beiden Seiten steht, statt nur zufällig zu harmonieren – ein Prinzip, das sich im Katalog bereits bei der Kombination von Roku Gin mit East Imperial Yuzu Tonic bewährt hat, dort allerdings mit Yuzu statt Rhabarber als verdoppeltem Aroma. Franklin & Sons selbst geht auf ein 1886 gegründetes Londoner Softdrink-Geschäft zurück, das 2015 vom Getränkeunternehmen Global Brands neu aufgelegt wurde; Malfy wird seit 2016 von der amerikanischen Importfirma Biggar & Leith international vertrieben, produziert aber weiterhin in Moncalieri bei Turin unter der Familie Vergnano.
Warum diese Kombination funktioniert
Die Doppelung der Rhabarbernote ist der Kern dieser Paarung, aber nicht ihr einziger Trumpf. Weil sowohl Gin als auch Tonic dieselbe fruchtig-herbe Rhabarberader mitbringen, verstärken sich beide Komponenten entlang derselben Linie, statt sich gegenseitig zu verwässern. Die rosa Grapefruit des Malfy steuert dabei eine leichte, natürliche Bitterkeit bei, die dem Tonic entgegenkommt: Franklin & Sons hält die eigene Chinin-Bitterkeit bewusst zurück, um der Frucht Raum zu lassen, sodass ohne ein Gegengewicht schnell zu viel Süße im Glas landen könnte. Die Grapefruit-Bitterkeit des Gins übernimmt genau diese Funktion, ohne dass ein zusätzliches, fremdes Aroma eingeführt werden müsste. Die Hibiskusblüte des Tonics wiederum ergänzt das Bild um eine blumig-herbe Ebene, die im Malfy Rosa selbst nicht angelegt ist, und erweitert die Kombination so um eine zusätzliche Facette, statt nur die vorhandenen Aromen zu wiederholen. Der Wacholder des Gins, der im puren Malfy Rosa erst im Abgang hervortritt, bleibt auch hier ein spätes, aber wichtiges Signal, dass unter der Frucht weiterhin ein waschechter Gin steckt.
Verkostung der Kombination
In der Nase verschmelzen die Rhabarbernoten von Gin und Tonic zu einer einzigen, klaren Linie, begleitet von der hellen Grapefruit-Schale und der blumig-herben Hibiskusblüte im Hintergrund. Am Gaumen zeigt sich der Drink lebendig und fruchtig-herb: Die tart-süße Rhabarbersäure trägt das Gerüst, während die Grapefruit-Bitterkeit und die zurückhaltende Chinin-Note des Tonics gemeinsam für genügend Struktur sorgen, um die Süße im Zaum zu halten. Ein zarter Anis-Hauch aus dem Malfy Rosa blitzt kurz auf, bevor die Hibiskusblüte übernimmt. Erst im Abgang tritt der Wacholder des Gins deutlicher hervor und sorgt für ein trockenes, angenehm langes Finish, das die anfängliche Fruchtfülle sauber abrundet – ein Drink, der Süße und Säure spürbar ausbalanciert, statt eine der beiden Seiten dominieren zu lassen.
Serviervorschlag
Serviert wird die Kombination am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis, im Verhältnis von etwa 1:3, damit sich die feine Rhabarber-Hibiskus-Aromatik in Ruhe entfalten kann. Als Garnitur passt eine Zeste rosa Grapefruit besonders gut, da sie die charakteristische Frucht des Gins direkt aufgreift; alternativ funktioniert auch eine getrocknete Hibiskusblüte, die zusätzlich die kräftige Rotfärbung des Tonics unterstreicht. Von klassischen Zitronen- oder Limettengarnituren sollte eher abgesehen werden, da sie eine dritte, nicht angelegte Zitrusnote einführen würden, die der fein austarierten Rhabarber-Grapefruit-Achse eher im Weg steht als sie zu ergänzen.
Einordnung & Vergleich
Innerhalb der Franklin-&-Sons-Rhubarb-Hibiscus-Reihe zeigt der Vergleich mit dem Gordon's Premium Pink Gin zwei unterschiedliche Wege zum Fruchtthema: Während der Gordon's mit Erdbeere und Himbeere auf reine Süße setzt, bringt der Malfy Rosa mit seiner Grapefruit-Bitterkeit ein spürbares Gegengewicht mit, das die Kombination insgesamt trockener und vielschichtiger wirken lässt. Innerhalb der eigenen Malfy-Familie unterscheidet sich diese Paarung außerdem deutlich von der Kombination des Malfy Gin Con Limone mit dem Franklin & Sons Sicilian Lemon Tonic: Dort verdoppelt sich eine reine, scharfe Zitronensäure, hier dagegen eine rundere, süßlichere Rhabarbernote mit begleitender Grapefruit-Bitterkeit – zwei völlig verschiedene Charaktere, obwohl beide demselben Grundprinzip der Aromen-Verdopplung folgen. Wer die botanische Vielfalt der Rhubarb-Hibiscus-Reihe weiter erkunden möchte, findet mit der Kombination des The Botanist Islay Dry Gin den denkbar größten Kontrast: Dort trifft dasselbe Tonic auf einen konsequent kräuterbetonten Gin ganz ohne eigene Fruchtnote.
Fazit
5/5 Punkte. Die konsequenteste und stimmigste Kombination der gesamten Rhubarb-Hibiscus-Reihe: Ein Gin und ein Tonic, die unabhängig voneinander dieselbe Frucht in den Mittelpunkt stellen, verstärken sich hier zu einem einzigen, klar erkennbaren Geschmacksbild, ohne in reine Süße zu kippen. Die Grapefruit-Bitterkeit des Malfy Rosa liefert dabei genau das Gegengewicht, das dem zurückhaltenden Tonic von Natur aus fehlt. Empfehlenswert für alle, die fruchtig-florale Gin-&-Tonic-Kombinationen schätzen, dabei aber nicht auf Struktur und eine gewisse Trockenheit im Abgang verzichten möchten – eine der rundesten Paarungen im gesamten Franklin-&-Sons-Programm.
Geschmacks-Matrix der Kombination
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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