Martin Miller's Dry Gin & Aqua Monaco Golden Monaco Tonic Water (3/5)

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Martin Miller's Dry Gin & Aqua Monaco Golden Monaco Tonic Water (3/5)

3/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Martin Miller's Dry Gin wird zwar klassisch in der englischen Langley Distillery gebrannt, aber mit Gletscherwasser aus der isländischen Selyri-Quelle verdünnt – ein auf über 800 Jahre altem Schnee basierendes, durch vulkanisches Gestein gefiltertes Wasser, das dem Gin seine charakteristische, seidig-weiche Textur verleiht. Diese besondere Weichheit ist das eigentliche Verkaufsargument der Marke, seit Martin Miller nach einem enttäuschenden Gin & Tonic in einer Notting-Hill-Bar beschloss, gemeinsam mit Master Distiller Dr. Jonathan Clark einen besseren zu entwickeln. Das Aqua Monaco Golden Monaco Tonic Water verfolgt dagegen ein Konzept der bewussten Härte: Mit rund 21 Kilokalorien und knapp 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter liegt es spürbar unter den Werten des klassischen Aqua Monaco Tonic Water und setzt stattdessen auf einen höheren Chinin-Anteil – laut Hersteller soll dabei ein möglichst "pures", trockenes Tonic entstehen. Für Martin Miller's ist dies bereits die zweite Tonic-Kombination im Katalog, nach der bestehenden Paarung mit dem ebenfalls zurückhaltenden 1724 Tonic Water.

Warum diese Kombination nur bedingt funktioniert

Bei der bereits im Katalog geführten Kombination mit dem 1724 Tonic Water zeigte sich, dass die seidige Weichheit von Martin Miller's von einem zurückhaltenden Partner profitieren kann, solange dieser die Textur des Gins nicht zusätzlich verändert – dort fehlte der Kombination am Ende lediglich etwas an Struktur. Das Golden Monaco liefert diese fehlende Struktur zwar über seine kräftigere Chinin-Bitterkeit, tut dies aber auf Kosten der eigentlichen Stärke des Gins: der samtig-runden, durch das isländische Wasser geglätteten Mundgefühl-Qualität. Die reduzierte Süße des Tonics nimmt dem Gin genau jene Abrundung, die im Zusammenspiel mit der feinen Gurkennote und der kühlen Zitrusfrische von Martin Miller's normalerweise für die charakteristische Weichheit sorgt. Statt seidig wirkt der Drink dadurch kantiger und trockener, als es der eigentliche Charakter des Gins vermuten lässt – ein Effekt, der bei einem schärfer konturierten, klassisch-herben London Dry Gin durchaus reizvoll wäre, bei Martin Miller's aber genau das Merkmal untergräbt, das die Marke von anderen englischen Gins unterscheidet.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich eine deutlich klarere, trockenere Chinin-Note als gewohnt, unter der sich erdiger Wacholder und bittere Orangenschale zeigen. Am Gaumen dominiert eine ausgeprägte Bitterkeit, die die sonst so präsente seidige Textur des Gins merklich verhärtet – die feine Gurkennote und die kühlende Zitrusfrische aus Zitrone und Limette treten hinter der Bitterkeit zurück, statt wie gewohnt für Weichheit zu sorgen. Süße spielt praktisch keine Rolle, Säure bleibt moderat präsent. Wacholder und Bitterorange führen zwar weiterhin das Profil, wirken aber kantiger und weniger abgerundet als in den milderen Martin-Miller's-Kombinationen. Der Abgang ist trocken, sauber und mittellang, mit einem deutlich herberen Ausklang, als man es von diesem auf Sanftheit angelegten Gin erwarten würde.

Serviervorschlag

Ein großes Ballonglas mit reichlich Eis und ein Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) bleiben auch hier die naheliegende Wahl. Als Garnitur empfiehlt sich eine Zeste Orange, die die Bitterorangenaromen des Gins zusätzlich hervorhebt und zumindest etwas fruchtige Rundung zurückbringt. Wer die verlorene Weichheit teilweise kompensieren möchte, kann das Verhältnis leicht zugunsten des Gins verschieben, auch wenn sich die grundsätzliche, eher kantige Charakteristik dieser Kombination dadurch nicht wesentlich ändert.

Einordnung & Vergleich

Im Vergleich zur mit 4/5 bewerteten Kombination mit dem 1724 Tonic Water zeigt sich der entscheidende Unterschied: Das 1724 lässt die von Natur aus schon weiche, durch das Icelandic-Water geglättete Textur des Gins unverändert bestehen und büßt dabei zwar an Struktur ein, bewahrt aber den eigentlichen Markenkern. Das Golden Monaco liefert die fehlende Struktur nach, verändert dabei aber genau jene Textur, die Martin Miller's von schärfer konturierten London-Dry-Gins wie dem Sipsmith London Dry Gin unterscheidet – für einen solchen kräftigeren, klassischeren Gin dürfte das Golden Monaco deutlich besser funktionieren als für den auf Weichheit angelegten Martin Miller's. Wer die seidige Signatur des Gins erleben möchte, bleibt mit dem 1724 oder einem klassischen Fever-Tree Premium Indian Tonic besser bedient; wer stattdessen einen deutlich trockeneren, herberen Gin & Tonic bevorzugt, findet im Golden Monaco zumindest eine trinkbare, wenn auch nicht die passendste Variante für diesen speziellen Gin.

Fazit

3/5 Punkte. Kein schlechter Gin & Tonic, aber eine Kombination, die der eigentlichen Stärke von Martin Miller's – seiner durch isländisches Gletscherwasser geglätteten, seidigen Textur – mit zu viel Trockenheit entgegenwirkt. Wer den Gin wegen genau dieser Weichheit schätzt, ist mit dem 1724 Tonic Water oder einem klassischen Indian Tonic deutlich besser beraten. Für alle, die einen betont trockenen, bitteren Gin & Tonic suchen und dafür auch bereit sind, auf die charakteristische Sanftheit des Gins zu verzichten, kann diese Paarung dennoch einen Blick wert sein.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance2/5
Komplexität2/5
Säure/Frische2/5
Süße1/5